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Pressemitteilung -

Weniger Last – mehr Selbstständigkeit: Mit dem Lastenrad durch Neuental

Wohin ihn die erste Fahrt mit dem neuen Lastenrad führen soll, weiß Michael Frick schon genau: zur Kita Lummerland in Neuental. Dort warten kleinere Arbeiten rund um das Außengelände. Noch wirkt der 42-Jährige allerdings etwas nervös. Er arbeitet über einen betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz (BiB) der Hephata Diakonie im Team des Bauhofs. Nun hat die Gemeinde Neuental ein speziell auf ihn und seine tägliche Arbeit zugeschnittenes Lastenrad angeschafft. „Eine wertvolle Investition, um seine Arbeit zu würdigen und ihm gleichzeitig mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen“, sagt Bürgermeisterin Sandra Bischoff.

Dass er nun eigenständig mit dem Rad zu Einsätzen fahren kann, ist ein weiterer wichtiger Schritt in Richtung Selbstständigkeit. Seit Juni 2019 arbeitet Michael Frick über einen sogenannten betriebsintegrierten Beschäftigungsplatz der Hephata-Werkstätten auf dem Bauhof in Neuental – und gehört inzwischen fest zum Team. Ein BiB ermöglicht Menschen mit Beeinträchtigung eine Tätigkeit in einem regulären Betrieb, während sie weiterhin an eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung (WfbM) angebunden sind und Unterstützung erhalten. Mit dem neuen Lastenrad kann der 42-Jährige künftig eigenständig zum Einsatzort fahren, Werkzeuge transportieren und Müll entsorgen.

Die Idee für die Anschaffung entstand bereits vor etwas mehr als einem Jahr, erzählt Bauhofsleiter Marcel Domin. „Das Lastenrad wurde gemeinsam mit Fachleuten so zusammengestellt, dass es den Anforderungen des Bauhofs möglichst gut entspricht. Wir haben Aufsätze gewählt, die zu den täglichen Aufgaben von Michael Frick passen.“ Dazu gehören beispielsweise das Einsammeln von Müll, Grünpflegearbeiten sowie die Instandhaltung von Straßen und Wegen in öffentlichen Bereichen.

Kira Lichtenfels (Fachdienst für berufliche Integration bei Hephata) betont, dass betriebsintegrierte Arbeitsplätze vor allem dann funktionieren, wenn sie von allen Beteiligten getragen werden. Neben fachlichen Aspekten spielten auch persönliche eine entscheidende Rolle. „Dass Michael Frick hier so selbstständig arbeiten kann, ist zu einem großen Teil der Gemeinde zu verdanken, die ihn dabei täglich unterstützt, und ihm Vertrauen schenkt. Das Team sowie der Bauhofleiter lassen sich bewusst auf die Arbeit mit Menschen mit Unterstützungsbedarf ein – und das kommt sowohl der Gemeinde als auch dem Menschen zugute“, betont auch Thomas Lomp, Job-Coach der WfbM des Geschäftsbereichs Soziale Teilhabe. Er besucht Michael Frick regelmäßig an seinem Arbeitsplatz in Neuental. Die Investition in ein Lastenrad unterstreiche diese gute Zusammenarbeit nun einmal mehr, sagt er.

Das Elektro-Modell stammt vom deutschen Hersteller Radkutsche aus Baden-Württemberg. Mit 2,5 Metern Länge und einem Meter Breite „ist das schon eine ganz andere Hausnummer als mein normales Fahrrad“, sagt Michael Frick, der täglich entweder mit dem Zug oder mit dem Fahrrad von Treysa zu seiner Arbeit nach Neuental fährt. An die Maße müsse er sich also noch gewöhnen – aber nicht daran, nun eigenständiger arbeiten zu können. „Darauf freue ich mich“, sagt er während er das Fahrrad betrachtet, den Sattel einstellt, und aufsteigt.

Rund 10.000 Euro hat das Fahrzeug insgesamt gekostet. Ein Teil der Summe – etwa 4.700 Euro – wurde über ein Förderprogramm der EKM (Energieeffizienz Kommunal Mitgestalten) für Elektromobilität übernommen. Die restlichen Mittel trug die Gemeinde Neuental. Bürgermeisterin Sandra Bischoff betont, dass mit der Anschaffung mehrere Ziele verfolgt werden: „Uns war es wichtig, für unseren Mitarbeiter Michael Frick mehr Mobilität zu schaffen, um ihn so auch flexibler einsetzen zu können. Gleichzeitig steht das Lastenrad aber auch den anderen Kolleg*innen des Bauhofs für kurze Wege zur Verfügung – ganz im Sinne unserer klimaneutralen Kommune.“

Für Michael Frick bedeutet das Rad vor allem eines: mehr Selbstständigkeit. Da er keinen Führerschein erwerben kann, waren Wege zu Einsatzorten bislang oft schwieriger zu organisieren. Für ihn selbst steht nun erst einmal die Eingewöhnung an sein neues Arbeitsgerät an, bevor er die ersten Meter in Richtung Kita Lummerland zurücklegt – ganz allein und ganz eigenständig.

Hintergrund: Betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze

Betriebsintegrierte Beschäftigungsplätze (BiB) ermöglichen Menschen mit Behinderungen eine Tätigkeit in einem regulären Unternehmen, während sie weiterhin organisatorisch an eine Werkstatt für Menschen mit Behinderungen (WfbM) angebunden bleiben. Die Hephata Diakonie arbeitet mit zahlreichen regionalen Betrieben und Kommunen zusammen, um solche Arbeitsplätze zu schaffen. Derzeit sind rund 90 Menschen auf betriebsintegrierten Beschäftigungsplätzen tätig – etwa 54 im Bereich Soziale Teilhabe und rund 36 im Bereich Berufliche Rehabilitation. Die Beschäftigten arbeiten im Alltag direkt in den Betrieben und übernehmen dort Aufgaben, die zu ihren Fähigkeiten passen. Die Vergütung wird individuell mit dem jeweiligen Arbeitgeber vereinbart. Gleichzeitig bleiben die Beschäftigten rechtlich an die Werkstatt angebunden, wodurch weiterhin fachliche Begleitung und sozialpädagogische Unterstützung gewährleistet sind. Wie lange ein Mensch auf einem solchen Arbeitsplatz tätig ist, kann sehr unterschiedlich sein: Einige wechseln ihren BiB nach zwei bis vier Jahren, andere bleiben viele Jahre im selben Betrieb – teilweise auch über ein Jahrzehnt.

Bildunterschrift:
Haben das Lastenrad an den Bauhof-Mitarbeiter übergeben: von links Daniel Salzbrenner (Pure Rider Bikestore), Thomas Lomp (BiB-Beauftragter Hephata Diakonie), Bauhofsleiter Marcel Domin, Michael Frick, Bürgermeisterin Sandra Bischoff und Kira Lichtenfels (berufliche Integration Hephata Diakonie).

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Hephata engagiert sich als diakonisches Unternehmen seit 1901 in der Rechtsform eines gemeinnützigen Vereins für Menschen, die Unterstützung brauchen, gleich welchen Alters, Glaubens oder welcher Nationalität. Wir sind Mitglied im Diakonischen Werk. Hinter unserem Unternehmensnamen steht ein biblisches Hoffnungsbild: während Jesus einen Mann heilt, der taub und stumm ist, spricht er das Wort „Hephata“. (Markus 7, 32-37)

In evangelischer Tradition arbeiten wir in der Jugendhilfe und der Behindertenhilfe, in der Rehabilitation Suchtkranker, in Psychiatrie und Neurologie, in der Heilpädagogik, der Wohnungslosenhilfe, in Förderschulen und der beruflichen Bildung. In unserer Tochtergesellschaft Hephata soziale Dienste und Einrichtungen gGmbH (hsde) bieten wir zudem an mehreren Standorten ambulante und stationäre Hilfen für Seniorinnen und Senioren an.

Wir bilden Mitarbeitende für verschiedene Berufe der sozialen und pflegerischen Arbeit, auch in Kooperation mit der Evangelischen Fachhochschule Darmstadt, aus. Wir legen Wert auf eine theologisch-diakonische Qualifikation.

Hephata Diakonie beschäftigt aktuell mehr als 3.000 Mitarbeitende. Sie arbeiten in unterschiedlichen Berufsfeldern, sind gut qualifiziert und entwickeln die Leistungsangebote zukunftsorientiert weiter. Diakone und Diakoninnen und Interessierte organisieren sich in der Diakonischen Gemeinschaft Hephata.

Hephata Diakonie ist in Hessen und angrenzenden Bundesländern tätig. Der Sitz unseres Unternehmens ist seit Beginn in Schwalmstadt-Treysa.

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