Pressemitteilung -
Kühle Rückzugsräume für heiße Tage - die LEW realisiert Fischunterstand an der Iller bei Maria Steinbach
Die Iller ist Lebensraum zahlreicher heimischer Fischarten. Gleichzeitig führen klimatische Veränderungen dazu, dass sich Fließgewässer in den Sommermonaten stärker erwärmen. Für kälteliebende Arten wie Äsche, Bachforelle, Huchen oder Koppe kann dies zu erhöhtem Stress bis hin zum Tod führen, da mit steigender Wassertemperatur der Sauerstoffgehalt deutlich sinkt. Um die Widerstandsfähigkeit des Gewässers gegenüber solchen Belastungen zu stärken, setzt die LEW auf gezielte Maßnahmen zur Klimaanpassung.
Ein Baustein ist ein neu entwickelter Fischunterstand, der vergangene Woche erstmals an der Iller im Umgehungsgewässer am Kraftwerk Maria Steinbach umgesetzt wurde. Mit dem Fischunterstand entstehen strukturierte, beschattete Rückzugsräume, die Fischen in Hitzeperioden kühlere Zonen und Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung bieten. Bewährt sich die Bauweise, wird die Übertragung des Konzepts auf weitere geeignete Standorte geprüft.
Vom Monitoring zur konkreten Maßnahme
Seit 2015 erfasst die LEW die Wassertemperaturen der Iller systematisch und dokumentiert sie im Rahmen eines kontinuierlichen Monitorings an Flüssen, an denen sie Wasserkraft betreibt. Die Auswertungen zeigen, dass insbesondere längere Hitzephasen im Sommer eine zunehmende Rolle spielen. Vor diesem Hintergrund befasste sich die LEW intensiv mit der Frage, wie sich bestehende Konzepte des Fischschutzes weiterentwickeln lassen.
Der nun realisierte Unterstand greift bewährte ökologische Prinzipien auf und überträgt sie erstmals auf einen größeren Fluss wie die Iller – konkret im Bereich der Fischaufstiegsanlage am Kraftwerk Maria Steinbach. „Steigende Wassertemperaturen sind längst keine abstrakte Zukunftsprognose mehr, sondern eine reale Herausforderung für unsere Flüsse“, sagt Martin Schumacher, Projektverantwortlicher und Ideengeber. „Mit der Maßnahme in Maria Steinbach testen wird eine innovative und zugleich naturnahe Lösung, um die Lebensbedingungen für Fische nachhaltig zu verbessern. Als regional verwurzeltes Energieunternehmen tragen wir Verantwortung – nicht nur für eine sichere Stromversorgung, sondern auch für die Umwelt in unserer Heimat.“
Der Fischunterstand ergänzt bestehende ökologische Maßnahmen der LEW im Rahmen der Illerstrategie, darunter Fischwanderhilfen, strukturverbessernde Eingriffe und weitere Konzepte zum Fischschutz. So wird die ökologische Qualität der Iller gestärkt und der Fluss widerstandsfähiger.
Technisch zurückhaltend – ökologisch wirksam
Für den überdeckten Fischunterstand wurde im Uferbereich der Fischaufstiegsanlage ein etwa 15 Quadratmeter großes und rund ein Meter tiefes Becken angelegt. Steinblöcke tragen eine Deckkonstruktion aus Stahl‑Spundwänden, die seitlich verfüllt und durch eine Steinbuhne mit definierter Anströmöffnung ergänzt wird, sodass auch bei Niedrigwasser eine Durchströmung erhalten bleibt. Maßnahmen zum Kolkschutz stellen sicher, dass die Gewässersohle stabil ist und sich die Struktur harmonisch in den Umgehungsbach einfügt.
Der Bau des Fischunterstands erfolgte unter Berücksichtigung aller naturschutzfachlichen Vorgaben und wurde im Rahmen des laufenden Unterhalts der Wasserkraftanlagen umgesetzt.
Monitoring und fachliche Begleitung
Das Projekt ist als Pilot angelegt. In den kommenden Monaten werden unter anderem Wassertemperaturen, Strömungsverhältnisse und die Nutzung durch Fische beobachtet. Ziel ist es, belastbare Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie wirksam solche Strukturen insbesondere während Hitzeperioden sind und unter welchen Bedingungen sie sich für weitere Standorte eignen.
Dr. Oliver Born, Fischereifachberater des Bezirks Schwaben, begleitet das Projekt: „Steigende Wassertemperaturen verändern die Lebensbedingungen in unseren Fließgewässern spürbar. Strukturreiche, gut durchströmte und beschattete Rückzugsräume sind ein wichtiger Baustein, um empfindlichen Arten auch in warmen Phasen geeignete Habitate zu sichern. Der hier umgesetzte Unterstand ist ein praxisnaher Ansatz, der das bestehende Maßnahmenportfolio sinnvoll ergänzt und wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung der Gewässerbewirtschaftung liefern kann.“
Vorsorge für veränderte Bedingungen
Die Auswirkungen des Klimawandels machen sich auch an heimischen Flüssen zunehmend bemerkbar. Umso wichtiger ist es, frühzeitig konkrete Maßnahmen umzusetzen und ihre Wirkung zu überprüfen. Mit dem Fischunterstand an der Iller erprobt die LEW eine weitere Möglichkeit, Gewässer gezielt auf die Herausforderungen der kommenden Sommer vorzubereiten – sachlich, schrittweise und auf Basis belastbarer Daten.
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Über die LEW
Die Lechwerke sind als regionales Energieunternehmen im Südwesten Bayerns tätig. Unter der Marke LEW werden Privat-, Gewerbe- und Geschäftskunden sowie Kommunen mit Strom versorgt. Die LEW bietet zudem ein breites Angebot an Energielösungen. Das Lechwerke-Tochterunternehmen LEW Verteilnetz (LVN) betreibt das Stromverteilnetz in der Region. Mit 36 betriebsgeführten Wasserkraftwerken ist die LEW einer der führenden Erzeuger von umweltfreundlicher Energie aus Wasserkraft in Bayern. In eigenen Anlagen auf Freiflächen und Gebäuden erzeugt die LEW auch Strom aus Photovoltaik. Außerdem bietet die LEW Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Netz- und Anlagenbau, Energieerzeugung, Elektromobilität und Telekommunikation an. Die Lechwerke betreiben ein eigenes, über 9.000 Kilometer langes Glasfasernetz in der Region.