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Gruppenfoto IIA 2025. Die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung (IIA) ist ein Zusammenschluss junger Wissenschaftler:innen an der Universität Trier, der sich der Erforschung und Prävention des Antisemitismus widmet.

Pressemitteilung -

500.000 Euro für Trierer Antisemitismusforschung

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert zwei Projekte der Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung an der Uni Trier.

Wie wird Antisemitismus auf YouTube kommuniziert? Und wie lässt sich die Antisemitismusprävention in der Kinder- und Jugendarbeit verbessern? Diesen Fragen widmet sich die Initiative Interdisziplinäre Antisemitismusforschung (IIA) an der Universität Trier in zwei neuen Verbundforschungsprojekten. Die Trierer Teilvorhaben werden vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) im Rahmen der Förderrichtlinie „Ursachen und Dynamiken des aktuellen Antisemitismus“ mit rund 500.000 Euro gefördert.

Damit ist die IIA zugleich in zwei zentralen Feldern der gegenwartsbezogenen Antisemitismusforschung vertreten: in der Analyse antisemitischer Dynamiken im digitalen Raum sowie in der Forschung zu antisemitismuskritischer Bildungs- und Präventionsarbeit in der Kinder- und Jugendhilfe. Die Beteiligung an beiden Vorhaben unterstreicht die wachsende wissenschaftliche und strukturelle Verankerung der Antisemitismusforschung am Standort Trier.

Forschungsstandort gestärkt

„Die Beteiligung an gleich zwei geförderten Verbundprojekten zeigt, dass die Universität Trier ihre Expertise in einem gesellschaftlich hochrelevanten Forschungsfeld weiter ausbaut. Die eingeworbenen Mittel stärken den Forschungsstandort Trier und unterstreichen die wachsende Sichtbarkeit der hier verankerten Antisemitismusforschung,“ freut sich Prof. Eva Martha Eckkrammer, Präsidentin der Universität Trier.

Das Verbundprojekt DAYVid („Decoding Antisemitism in YouTube Videos“) wird unter Koordination der IIA gemeinsam mit dem Tikvah Institut und dem Weizenbaum-Institut durchgeführt. Es untersucht antisemitische Kommunikationsformen, Narrative und Akteursstrategien auf YouTube und schließt damit eine bislang bestehende Forschungslücke im Bereich der digitalen Antisemitismusforschung. Im Zentrum stehen plattformspezifische Dynamiken antisemitischer Inhalte in unterschiedlichen ideologischen Milieus sowie die Entwicklung transferorientierter Formate für Lehrkräfte und Content Creator. Im Zentrum des Trierer Teilvorhabens stehen linke Diskurse über Antisemitismus und den Nahostkonflikt auf der Plattform.

Das zweite Vorhaben – ASJA („Antisemitismus seit dem 7. Oktober 2023 in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“) – wird gemeinsam mit dem Deutschen Jugendinstitut (DJI) und der ju:an Praxisstelle Antisemitismus- und rassismuskritische Jugendarbeit der Amadeu Antonio Stiftung durchgeführt. Das Projekt zielt auf die Weiterentwicklung und Evaluation antisemitismuskritischer Bildungsangebote für Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe. Die IIA erfasst die Angebotslandschaft antisemitismuskritischer Fort- und Weiterbildungskonzepte für Fachkräfte in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit und prüft sie mit Blick auf Leerstellen und ggf. problematische Ansätze aus Perspektive der Antisemitismusforschung.

„Die beiden Projekte stehen exemplarisch für das Forschungsverständnis der IIA: Wir verbinden die Grundlagenforschung zu aktuellen antisemitischen Dynamiken mit dem Anspruch, Forschungsergebnisse in konkrete Transfer- und Präventionsformate zu übersetzen. Dass wir sowohl in einem Projekt zu digitalen Plattformen als auch in einem Projekt zur pädagogischen Praxis beteiligt sind, macht diese Breite sehr deutlich“, so Marc Seul, Teil der kollegialen Leitung der IIA und Verbundkoordinator von DAYVid.

Aufbau aus Eigeninitiative

„Für uns sind diese Förderzusagen auch deshalb wichtig, weil sie sichtbar machen, dass aus einem Graswurzelprojekt tragfähige Forschungsstrukturen entstehen können. Die IIA ist über Jahre hinweg aus eigener Initiative gewachsen – die jetzigen Erfolge zeigen, dass diese Aufbauarbeit wissenschaftlich und institutionell trägt,“ hebt Lennard Schmidt, Teil der kollegialen Leitung der IIA, hervor.

Die beiden Projekte stehen damit nicht isoliert, sondern fügen sich in einen längerfristigen Aufbauprozess ein. Sie knüpfen an die bisherige Entwicklung der IIA an und treiben ihre strukturelle Konsolidierung als Standort interdisziplinärer Antisemitismusforschung an der Universität Trier weiter voran.

Kontakt

Marc Seul
IIA
Mail: seul@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-4152

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