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Pressemitteilung

Überqualifizierte bevorzugen Leistungsbezahlung

Eine Studie der Universität Trier untersucht, wie Beschäftigte in Positionen, die unter ihrem Ausbildungsniveau liegen, Gehaltsnachteile auszugleichen versuchen.

Wer für seinen Job überqualifiziert ist, kann dadurch verschiedene Nachteile haben. Der offensichtlichste liegt beim Gehalt. Überqualifizierte verdienen zwar im Schnitt mehr als weniger gut Ausgebildete im gleichen Job. Jedoch liegt ihr Einkommen niedriger als das gleich gut Qualifizierter auf passenden Stellen.

Arbeitsmarktökonom Dr. Mehrzad Baktash von der Universität Trier hat nun eine Studie veröffentlicht, die zeigt, wie überqualifizierte Beschäftigte diesen Nachteil ausgleichen. Sie gehen mit einer 4 bis 8 Prozent höheren Wahrscheinlichkeit in Jobs mit leistungsorientierter Entlohnung, wie Bonuszahlungen, Provisionen oder Gewinnbeteiligungen.

„Überqualifizierte Personen erleiden in leistungsorientiert vergüteten Jobs 50 bis 64 Prozent weniger Gehaltseinbußen als Überqualifizierte mit festen Gehältern“, zeigt Mehrzad Baktash die Vorteile auf. „Frauen können die Gehaltseinbußen sogar komplett ausgleichen.“

Längere Arbeitszeiten

Allerdings würden die überqualifizierten Beschäftigten bei Leistungsvergütung auch mehr Stunden arbeiten als weniger gut ausgebildete im gleichen Job. „Wahrscheinlich sind sie motivierter, ihre Fähigkeiten zu zeigen“, vermutet Baktash. Doch verglichen mit gleich hoch qualifizierten Personen in passenden, besser bezahlten Jobs gibt es keinen Unterschied in der Arbeitszeit.

Leistungsbezogene Vergütung sei also sowohl für Arbeitnehmer als auch -geber eine gute Option im Umgang mit Überqualifikation.

Als Datengrundlage dienten Antworten von über 11.000 Beschäftigten in mehreren Umfragewellen des Sozio-ökonomischen Panels (SOEP). Diese wiederkehrende Befragung von bundesweit etwa 30.000 Menschen erfasst unter anderem Angaben zur Arbeitswelt.

Unter anderem auf Basis des SOEP zeigen vorangegangene Trierer Studien zu leistungsbezogener Entlohnung aber, dass diese von Stress bis Einsamkeit auch diverse Nachteile mit sich bringen kann.

Zur Studie: https://doi.org/10.1080/09645292.2025.2546445

Kontakt

Dr. Mehrzad B. Baktash
VWL - Arbeitsmarktökonomik
Mail: baktash@uni-trier.de
Tel. +49 651 201-2664

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