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Pressemitteilung -

Agroforst erleben: Wissen teilen, Innovationen gestalten, Zukunft pflanzen

Das Projekt „DigAForst – Digitalisierung von Gehölzen in Agroforstsystemen für eine nach-haltige, regionale Verwertung landwirtschaftlicher Produkte in der Agrarintensivregion Nordwestniedersachsen“ präsentierte im Rahmen seines Jahresforums Innovationen, Projektergebnisse und praxisnahe Einblicke rund um Agroforstsysteme. Das DigAForst-Jahresforum 2026 versteht sich als Plattform für Wissenstransfer, Austausch und Kooperati-on.

Osnabrück/Belm, 18. Februar 2026. Wie kann Landwirtschaft produktiv, resilient und zu-gleich zukunftsfähig gestaltet werden? Agroforstsysteme bieten einen vielversprechenden Ansatz, um Klima-, Boden- und Biodiversitätsfragen gleichzeitig anzugehen. Ihr Potenzial ist jedoch noch längst nicht überall ausgeschöpft. Genau damit beschäftigte sich das Jahresforum des Verbundprojekts DigAForst.

„Agroforstsysteme sind ein zentraler Baustein für die Transformation der Landwirtschaft“, betonte Beata Punte, Projektkoordinatorin von DigAForst. „Mit unserem Jahresforum wollen wir zeigen, wie Forschung, Praxis und Wirtschaft gemeinsam Lösungen für eine Landwirtschaft von morgen entwickeln können.“

Die Veranstaltung bot kompakte Fachimpulse zu Einstiegsmöglichkeiten und Förderinstrumenten für Agroforstsysteme, Einblicke in die das bundesweite Modell- und Demonstrationsnetzwerk MODEMA und Vorhaben DigAForst sowie Raum für Austausch und Diskussion. Eine praxisnahe Exkursion zum Hof Langsenkamp zeigte zudem, welche Herausforderungen in der Praxis einhergehen.

Agroforst im Fokus: Systeme mit DigAForst zukunftsfähig gestalten

Agroforstsysteme sind landwirtschaftliche Nutzungssysteme, bei denen Bäume und/oder Sträucher gezielt mit Ackerbau und/oder Tierhaltung auf derselben Fläche kombiniert wer-den. Sie verbinden ökologische und ökonomische Vorteile und gelten als vielversprechender Ansatz, um die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegenüber Klimawandel, Marktveränderungen und Ressourcenknappheit zu machen.

„Agroforstsysteme leisten einen wichtigen Beitrag zur klimaangepassten und ressourcen-schonenden Landwirtschaft in Niedersachsen. Projekte wie MODEMA und DigAForst zeigen, wie innovative Forschung, digitale Technologien und landwirtschaftliche Praxis zusammen-wirken können, um nachhaltige Lösungen in die Fläche zu bringen“, erklärte Vinzenz Spengler von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen. „Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Extremwetterereignisse bieten diese Systeme ein gutes Anpassungspotenzial, müs-sen aber zu den Anforderungen der Praxis passen.“

Auch Fördermöglichkeiten für Agroforstsysteme in Niedersachsen wurden thematisiert. Christopher Straeter vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz stellte entsprechende Rahmenbedingungen und Unterstützungsansätze vor und ordnete diese in den aktuellen agrarpolitischen Kontext ein.

DigAForst ist ein praxis- und zukunftsorientiertes Forschungs- und Innovationsprojekt, koordiniert durch den Verbund Transformationsforschung Agrar Niedersachsen (trafo) an der Universität Vechta, das die Digitalisierung und Weiterentwicklung von Agroforstsystemen in Niedersachsen vorantreibt. Im Fokus stehen die Etablierung von vier Pappel- und Wertholzsystemen bei zwei landwirtschaftlichen Praxispartnern, die technologische Erfassung der Gehölze, ihre ökologisch-ökonomische Bewertung sowie die Entwicklung eines Holzverbundwerkstoffs zur regionalen Verwertung des Pappelholzes.

Innovation erleben: Digitale Technologien für Agroforstsysteme

Das Jahresforum begann bei der beteiligten Nature Robots GmbH im Coppenrath Innovation Center mit einem fachlichen Austausch. Fachimpulse aus Praxis, Wissenschaft und Wirtschaft gaben Einblicke in konkrete Anwendungen und innovative Ansätze.

Beteiligt waren unter anderem Expertinnen und Experten von trafo:agrar, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, dem Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, den beteiligten landwirtschaftlichen Betrieben Hof Schockemöhle und Hof Langsenkamp, der Hochschule Osnabrück, der Holzmühle Westerkamp GmbH sowie der Nature Robots GmbH.

„Digitale Technologien ermöglichen es, Agroforstsysteme präziser zu planen und effizienter zu bewirtschaften“, erklärte Dr. Sebastian Pütz von der Nature Robots GmbH. „Gerade Feldrobotik und Sensorik eröffnen neue Perspektiven für eine nachhaltige, datengestützte Landwirtschaft.“ Wie das konkret aussieht, wurde anschaulich gezeigt: Videos aus dem Feldeinsatz und ein vor Ort präsentierter Roboter machten greifbar, wie Robotik und Sensorik zwischen Baumreihen und Ackerflächen Daten erfassen, Arbeitsprozesse unterstützen und die Bewirtschaftung von Agroforstsystemen praxisnah erleichtern.

Von der Theorie in die Praxis: Exkursion zum Hof Langsenkamp

Am Nachmittag folgte die Exkursion zum Hof Langsenkamp. Vor Ort erhielten die Teilnehmenden Einblicke in im vergangenen Jahr angepflanzte Baumreihen mit schnellwachsenden Hybridpappeln und erlebten, wie die Integration von Gehölzstrukturen in landwirtschaftliche Flächen praktisch umgesetzt wird.

Ein besonderes Highlight war die Demonstration digitaler Innovationen aus dem Bereich Feldrobotik und Sensorik, die verdeutlichte, wie technologische Entwicklungen die Bewirtschaftung von Agroforstsystemen gezielt unterstützen können.

„Agroforst bedeutet für uns, langfristig zu denken und den Betrieb widerstandsfähiger auf-zustellen, erfordert aber auch Mut, Planung und Geduld“, berichtete Frederik Langsenkamp, Betriebsleiter des Hofes. Der Austausch mit Forschung, Beratung und anderen Betrieben sei dafür enorm wichtig.

Rund 50 Akteurinnen und Akteure aus Landwirtschaft, Wissenschaft, Wirtschaft sowie Politik und Verwaltung diskutierten im gemeinsamen Abschlussdialog über Potenziale, Herausforderungen und praktische Ansätze für Agroforstsysteme.

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Die Förderung des DigAForst-Projekts von Juli 2024 bis Juni 2027 erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat aufgrund eines Beschlusses des Deutscher Bundestag. Die Projektträgerschaft liegt bei der Fachagentur Nachwach-sende Rohstoffe e.V. im Rahmen des Förderprogramms „Nachhaltige Erneuerbare Res-sourcen“. Ziel der Förderung ist es, innovative und praxisnahe Ansätze zur nachhaltigen Nutzung nachwachsender Rohstoffe zu entwickeln und den Wissenstransfer in die landwirtschaftliche Praxis zu stärken.

Kontakt

Beata Punte
Projektkoordinatorin DigAForst
E-Mail: beata.punte@trafo-agrar.de
http://www.trafo-agrar.de/projekte/aktuelle-projekt/digaforst

Lena Möllers
Referentin für Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit trafo:agrar
E-Mail: lena.moellers@trafo-agrar.de

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