Pressemitteilung -
Das Projekt „MEMENTOmobil“ macht Halt in Cloppenburg und bringt positive Erinnerungen für Menschen mit und ohne Demenz in die Region
Das Haus Elfert ist ein Ort voller Erinnerungen: der Herd in der Küche, die gehäkelte Tischdecke im Wohnzimmer, die Pril-Blumen am Vorratsschrank und die Deckenleuchte im Badezimmer wecken nostalgische Gefühle. Insgesamt zehn Bewohnerinnen und Bewohner des Pius-Stifts, sowie einer Wohngruppe des Stifts, sind die Gäste des studentischen Projekts „MEMENTOmobil“ der Universität Vechta, das im Haus Elfert des Museumsdorfes Cloppenburg stattgefunden hat.
„Die hatten wir damals auch!“, ruft eine der älteren Damen und deutet bereits beim Betreten auf die Fliesen an der Küchenwand, noch bevor sie ihren Mantel abgelegt hat. Draußen schneit es, während es in den Räumen des Hauses Elfert angenehm warm ist. Die gemütliche Atmosphäre überträgt sich auf die Studierenden des Projekts ebenso wie auf die Seniorinnen und Senioren, die der Einladung an diesem Tag gefolgt sind. An der liebevoll gedeckten Kaffeetafel im Wohnzimmer herrscht gelöste Stimmung. Bei Gesellschaftsspielen wie Mensch-Ägere-Dich-Nicht oder einem Begriffe-Bingo werden viele fröhliche Erinnerungen wach.
Nachdem das „MEMENTOmobil“ in den vergangenen Jahren als mobile Ausstellung verschiedene Alteneinrichtungen besucht hat, können die Studierenden in diesem Semester erneut die Räumlichkeiten des Haus Elfert, eines Siedlungshauses aus den 1950er-Jahren, nutzen. Das Einfamilienhaus gehört bereits seit 2017 als Außenstandort zum Museumsdorf Cloppenburg. „Wir sind begeistert, dass wir auf diese Weise einen so schönen und authentischen Rahmen für die Erinnerungsarbeit der Studierenden schaffen können“, erklärt Lukas Aufgebauer, Leiter der museumspädagogischen Abteilung des Museumsdorfes Cloppenburg. Die Entwicklung weiterer Angebote für Menschen mit Demenz liegt ihm besonders am Herzen.
Auch Ute Reckemeier, Leiterin des Sozialdienstes des St. Pius-Stifts, ist beeindruckt von der positiven Wirkung der Räumlichkeiten auf die Seniorinnen und Senioren. „Veranstaltungen in solch einem tollen Rahmen sind eine echte Bereicherung!“
Der Ausgangspunkt für die Kooperation zwischen dem Museumsdorf Cloppenburg und der Universität Vechta sind studentische Arbeiten, die im Rahmen eines Seminars der Studienfächer Gerontologie (Alterswissenschaft) und Designpädagogik entstanden sind. Die Arbeit mit Originalobjekten ist von besonderer Bedeutung für Menschen mit Demenz, da sie Erinnerungen und Emotionen aktivieren können, die mit bestimmten Gegenständen verbunden sind. Diese Objekte dienen als Anker, um frühere Erfahrungen und Geschichten hervorzurufen, erläutern die Seminarleiter Andrea Teti, Professor für Gerontologie, und Traugott Haas, Diplomdesigner, von der Universität Vechta. „Die Interaktion mit vertrauten Objekten fördert die kognitiven Fähigkeiten und die soziale Interaktion, da sie Gelegenheiten zum Austausch und zur Verbindung mit betreuenden Personen und Angehörigen bietet. Der Einsatz von Originalobjekten kann somit dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Demenz zu erhöhen.“
Das zeigt sich auch an diesem Tag: „Hier ist ein interessanter Austausch und ein wertschätzendes Miteinander entstanden. Ich hatte das Gefühl, dass ein schöner Moment kreiert wurde, der den Menschen mit Demenz Abwechslung in ihren Alltag gebracht hat. Die Angebote der Studierenden – das gemeinsame Spielen, Backen nach alten Rezepten oder eine Filmvorführung mit dem 8mm-Projektor – laden zum Erzählen ein und sind bestens geeignet für ein Beisammensein von Menschen mit und ohne Demenz. Durch ihre Geschichten gelingt es, auch dem Haus neues Leben einzuhauchen“, fasst die Studentin Anna-Larina Rohnde ihre Eindrücke zusammen.
Um diese positiven Erfahrungen auch anderen Menschen zu ermöglichen, werden im kommenden Semester weitere Veranstaltungen des Projekts "MEMENTOmobil" geplant.