Pressemitteilung -
„Einstein Your Data“ stärkt Datenkompetenz von Studierenden | Verbundprojekt der Universitäten Vechta und Oldenburg startet
Mit dem Projektauftakt im Medienkompetenzzentrum Vechta haben die Universität Vechta und die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg nun eine gemeinsame Initiative zur Stärkung der Forschungsdatenkompetenz („Data Literacy“) von Studierenden gestartet. Das Projekt im Rahmen der Landesinitiative Forschungsdatenmanagement Niedersachsen (FDM-NDS) soll Studierenden wertvolles Wissen dazu vermitteln, wie Daten aus der Forschung vor Verlust geschützt und strukturiert werden können. Innovativ ist hier die frühzeitige Einbindung der Zielgruppe in die Entwicklung und Evaluation der Materialien. So wird sichergestellt, dass die Angebote praxisnah, verständlich und an den tatsächlichen Bedarfen ausgerichtet sind.
Warum Datenkompetenz im Studium entscheidend ist
Studierende erstellen ihre Abschlussarbeiten, erheben Daten, machen Fotos, schreiben Texte und speichern alle diese Daten auf ihren privaten Smartphones, Laptops oder in einer eventuell ungesicherten Cloud. Dann versagt das Gerät und die Forschungsergebnisse sind für immer verloren. Unsicherheit beim Umgang mit (sensiblen) Daten oder gar deren Verlust sind keine Seltenheit, sondern eine alltägliche Herausforderung. Obwohl viele Studierende als „Digital Natives“ gelten, fehlt häufig das Wissen, wie Daten sicher gespeichert und geordnet werden. Entsprechende Methoden und Kenntnisse sollten daher bereits im Studium vermittelt und erprobt werden. Barbara Löhde aus der Landesinitiative FDM-NDS betont die Vorteile, Kompetenzen aus dem Bereich des Forschungsdatenmanagements (FDM) so früh wie möglich zu vermitteln. Sie selbst ist erst gegen Ende ihrer Qualifikationsphase mit FDM-Angeboten in Berührung gekommen und hätte von diesen für ihre Arbeit sehr profitieren können. „Einstein Your Data“ will Studierende nicht nur über FDM informieren, sondern sie gezielt dazu befähigen, sicher, strukturiert und selbstbewusst mit Forschungsdaten zu arbeiten."
Praxisnahe Lern- und Beratungsangebote und sichere Datenräume
Im Projekt werden praxisnahe Lernmaterialien wie kurze Videos, interaktive Aufgaben und Checklisten entwickelt. Diese können die Studierenden selbstständig nutzen; sie stehen aber auch für Lehre und Beratung bereit und können somit in unterschiedlichen Kontexten eingebunden werden. Offene Lern- und Lehrmaterialien (sogenannte OER) sorgen dafür, dass die Inhalte langfristig und hochschulübergreifend verfügbar sind und nachgenutzt werden können. Gleichzeitig werden digitale, DSGVO-konforme Datenräume geschaffen, in denen Forschungsdaten sicher gespeichert und organisiert werden können.
Schon zum Auftakt adressierte Prof. Dr. Christopher Osterhaus, beauftragter Vizepräsident für Forschung, Nachwuchsförderung und Internationales der Universität Vechta, die Bedeutung eines nachhaltigen Forschungsdatenmanagements und wie schmerzhaft ein Datenverlust sein kann.
Die Kick Off-Diskussion zeigte nicht nur ein tiefes Verständnis der Beteiligten für die Relevanz vom Themenkomplex FDM, sondern auch eine starke Identifikation mit dem Ziel, Studierende in ihrer Forschungspraxis zu fördern. Hierbei wurde betont, dass die Tools und Materialien sowohl funktional als auch „safe und sexy“ gestaltet werden müssen, sodass relevantes Wissen ansprechend und Nutzenden-orientiert vermittelt werden kann.
Mehrere Teilnehmende betonten zudem, dass es im Projekt nicht nur um die Archivierung von Daten gehe. Prof. Dr. Lina Franken, Professorin für Digital Humanities der Universität Vechta, formulierte es treffend: „Ich habe den Wunsch, nicht nur die Archivierung und Ablage von Daten sowie gute Strukturierung in den Fokus zu nehmen, sondern auch die Nachnutzung mitzudenken.“ „Das Team des Verbundprojekts ist eine Gruppe von Leuten, die aus ganz verschiedenen Richtungen auf das Thema Forschungsdatenmanagement schauen. So stärken wir nicht nur die Datenkompetenz von Studierenden, sondern können auch selbst noch viel lernen, verstehen und mitnehmen.“ So beschreibt Annekathrin Bock, Professorin für Medienforschung, Digitalisierung der Bildung und Leitung des Medienkompetenzzentrums Vechta die interdisziplinäre Zusammenarbeit im neuen Verbundprojekt „Einstein Your Data – Datenkompetenz für Studierende“.
Hintergrund
Koordiniert wird das im Januar 2026 gestartete Verbundprojekt von der Bibliothek der Universität Vechta in Kooperation mit dem Referat Forschung und Transfer der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Beim Kick-Off-Treffen kamen Expertinnen und Experten aus Bibliothek, IT, Hochschulverwaltung und Lehre zusammen, um die inhaltlichen und technischen Grundlagen für eine nachhaltige und praxisnahe Förderung von Forschungsdatenkompetenz zu erarbeiten. Unterstützt werden sie dabei von Spezialistinnen und Spezialisten aus den zentralen Services der Landesinitiative FDM Niedersachsen.
„Einstein Your Data“ ist ein Projekt der Landesinitiative Forschungsdatenmanagement Niedersachsen (FDM-NDS), gefördert im Rahmen des Programms zukunft.niedersachsen in der Dachinitiative Hochschule.digital Niedersachsen. Die Landesinitiative zielt darauf ab, die FDM -Infrastruktur und -Services an allen niedersächsischen Hochschulen nachhaltig zu verbessern.
Weitere Informationen finden Sie unter: https://www.uni-vechta.de/bibliothek/forschungsdatenmanagement/einstein-your-data
Für Rückfragen:
Katharina Farys
Projektkoordination „Einstein Your Data – Datenkompetenz für Studierende“
E-Mail: einstein.your.data@uni-vechta.de oder einstein.your.data@uni-oldenburg.de
Telefon: +49. (0) 4441.15 313
Die Projektleiterinnen des Verbundprojekts Christina Beckers (Universität Oldenburg) und Dr. Karolin Bubke (Universität Vechta).
Der Kick-Off zum Verbundprojekt „Einstein Your Data“ fand im Medienkompetenzzentrum Vechta statt.