Pressemitteilung —
„Erfahren, Erleben und Gestalten“ | Internationales Expertentreffen in Vechta setzt neue Impulse für das Outdoor Learning | Das Oldenburger Münsterland und angrenzende Regionen als Lernorte
Vom Seminarraum direkt auf den Acker oder den Fischkutter: Eine Woche lang war die Universität Vechta Gastgeberin für das „International Outdoor Learning Network“. Expertinnen und Experten aus Dänemark, Schweden, Belgien und Österreich untersuchten in der Region, wie außerschulische Lernorte die zukünftige Bildung prägen. Im Fokus standen dabei nicht nur ökologische Themen, sondern auch die berufliche Orientierung und die Transformation des ländlichen Raums – im Oldenburger Münsterland und angrenzenden Regionen.
Ob „Science Garden“ oder „Outdoor Learning“ – das Lernen unter freiem Himmel entwickelt sich weltweit von einem pädagogischen Nischenthema zu einem zentralen Pfeiler moderner Bildungskonzepte. Dass die Universität Vechta hierbei eine Schlüsselrolle einnimmt, haben die vergangenen Tage unterstrichen: Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen empfing internationale Partner, um den „Vechtaer Weg“ in der Praxis zu präsentieren.
Der Eschpark in Lohne gehörte zu den ersten Stationen. Hier wurde für die Teilnehmenden greifbar, wie historische Kulturlandschaft und moderne Landwirtschaft als gemeinsamer Bildungsraum fungieren können. Die Expertinnen und Experten analysierten vor Ort, wie Lernendengruppen komplexe Zusammenhänge zwischen historischer Landnutzung und heutigen globalen Herausforderungen direkt vor Ort erarbeiten können.
„Außerschulisches Lernen ist weit mehr als ein Wandertag“, unterstreicht Dr. Gabriele Diersen, Geschäftsführende Leiterin des Kompetenzzentrums Außerschulische Lernorte an der Universität Vechta. „Vielmehr stehen Erfahren, Erleben und Gestalten in und für die Region im Fokus; ebenso konkrete Lernangebote und Bildungsnetzwerke.“ „Es geht genauso darum, wissenschaftliche Erkenntnisse dort zu verstehen, wo sie gewonnen werden – sei es im Moor, auf dem Hof oder im Betrieb“, ergänzt Prof. Dr. Leif Mönter. „Der internationale Austausch zeigt uns, dass unsere Konzepte zur regionalen Verankerung von Bildung hochrelevant für die globale Nachhaltigkeitsdebatte sind“, so der wissenschaftliche Leiter des Kompetenzzentrums.
Die Exkursionen führten das Netzwerk über die Grenzen des Landkreises hinaus bis nach Neuharlingersiel. Auf einem Fischkutter wurden Lernmaterialien erprobt, die Berufsfelder, Wertschöpfungsketten und Herausforderungen der Fischwirtschaft thematisieren. Annemarie Castillo und Michèle Gürth demonstrierten Aufbau und Ergebnisse des Projekts „Arbeiten und Lernen für die Fischwirtschaft – erfahrungsorientiert und engagiert“. An der niedersächsischen Nordseeküste entsteht zum Thema Fischerei eine Bildungslandschaft, die die Region aktiv als Lernort erschließt. Außerschulische Lernorte, Schulen und Partner aus der Praxis wirken zusammen, um transformatives Lernen und Partizipation zu fördern.
Den Abschluss der praktischen Einblicke bildeten Besuche bei regionalen Industrieunternehmen wie Big Dutchman und Gramoflor. Hier rückte ein weiterer Schwerpunkt des Kompetenzzentrums in den Fokus: die Berufsorientierung. In Projekten wie „Zukunftsdialog+“ erörtern Jugendliche transformative Wirtschaftsprozesse – etwa die Kreislaufwirtschaft oder die Renaturierung von Mooren – direkt mit den Betrieben vor Ort.
Ein weiteres Highlight des Programms stellten die Schulbesuche dar. Mit der Ludgerus-Schule und der Overbergschule wurden zwei Schulen in Vechta besucht, die den Gästen hervorragende Einblicke in die aktuelle Schulentwicklung boten. Gerade die Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern im Rahmen des Regionalen Lernens konnte an Beispielen herausgestellt werden.
Umrahmt wurde das Programm von Workshop- und Austauschangeboten, um Transfermöglichkeiten des Bildungskonzepts zu diskutieren und die weitere internationale Zusammenarbeit zu planen.
Kompetenzzentrum Regionales Lernen
Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen der Universität Vechta entwickelt und beforscht innovative Bildungsangebote für Schulen und außerschulische Institutionen. Ziel ist es, die Region der Lernenden insbesondere im ländlichen Raum als lebendigen Lernort zu erschließen und die Kooperation zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Bildung zu stärken. Die internationale Tagung markiert einen weiteren Meilenstein in der weltweiten Vernetzung der Vechtaer Bildungsforschung.
Annemarie Castillo und Dr. Gabriele Diersen
Professor Dr. Karl Martin Born
Professor Dr. Leif