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Schüler*innen und Schüler der Berufseinstiegsschule Klasse 2 der Adolf-Kolping-Schule in Lohne zusammen mit den Studierenden der Universität Vechta.
Schüler*innen und Schüler der Berufseinstiegsschule Klasse 2 der Adolf-Kolping-Schule in Lohne zusammen mit den Studierenden der Universität Vechta.

Pressemitteilung -

Junge Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung | Studierende der Uni Vechta unterstützen beim Berufseinstieg

Ihre Heimat mussten sie verlassen; in Deutschland fassen sie Fuß: Junge Menschen mit Migrations- sowie Fluchterfahrungen. Bachelor-Studierende der Universität Vechta haben nun Schüler*innen und Schüler der Berufseinstiegsschule Klasse 2 der Adolf-Kolping-Schule in Lohne beim Übergang von der Schule zu weiteren Bildungsvorhaben oder den Beruf unterstützt. Die Praxisstunden des Seminars „Bildung im Migrationskontext“ wurden dafür genutzt.

Im Juli schließen die Schüler*innen die Schule ab. „In dieser Situation gibt es viel zu besprechen: Von der Bewerbung über notwendige Versicherungen, Abzüge vom Ausbildungsentgelt, das Budget für Führerschein oder die erste eigene Wohnung ist nur ein Ausschnitt der Fragen“, weiß die Seminarverantwortliche Kirsten Rusert. Die Jugendlichen in der Berufseinstiegsschule (BES) würden sich im sogenannten Übergangssystem befinden. Hier werden sie im Anschluss an die allgemein bildende Schule beziehungsweise unmittelbar nach ihrer Zuwanderung gefördert, um den Übergang zu weiteren Bildungsangeboten oder dem Beruf besser zu bewältigen.

Um sich theoretisch dem Vorhaben zu nähern, haben sich die Studierenden im Seminar zunächst einen Überblick über die Lebenssituation zugewanderter Jugendlicher aus rassismuskritischer Perspektive verschafft. „Für die Praxisstunden haben wir dann unter anderem ‚Werkzeuge‘ aus Methoden der Beratung und des Coachings erarbeitet, um Fragen aufzugreifen, die grundsätzlich für Schüler*innen im Übergang Schule/Beruf wichtig sind“, erklärte Kirsten Rusert, die im Zentrum für Lehrer*innenbildung der Universität Vechta im „Sprachnetz“ (Infokasten) arbeitet. „Zusätzlich konnten sich die Studierenden wöchentlich in Nachbesprechungen und Supervision reflektieren und austauschen.“

Die Studierenden haben während der Praxisstunden die Schüler*innen in den Klassen 2 der Berufseinstiegsschule mehrmals getroffen und gemeinsam Lösungswege zu ihren aktuellen Fragen erarbeitet. „Dabei haben sie geholfen, Wege zu erschließen und Zugänge für Hilfen zu öffnen, sodass die Schüler*innen zukünftig möglichst eigenständig Probleme bewältigen und Hilfe suchen können“, sagte Kirsten Rusert. Unter anderem standen auch folgende Themen im Fokus: Wie sollten die Bewerbungsunterlagen aussehen? Wie verhalte ich mich in einem Vorstellungsgespräch? Welche Unterstützungsangebote gibt es in der Ausbildung? Was gibt es für kulturelle Angebote oder Vereinsangebote vor Ort? Wo muss ich hin, wenn ich mein erstes Konto einrichte? Was bedeuten Brutto und Netto? Was für ein Budget brauche ich für den Führerschein oder die erste eigene Wohnung? Was ist der Berufswunsch? Entspricht dieser meinen Möglichkeiten oder muss ich weiter zur Schule gehen? Zum Dank für ihre Unterstützung haben die Lehrkräfte Anna-Lena Böckermann und Konrad Muhle sowie die Schüler*innen die Studierenden zu ihrer Abschlussfeier eingeladen, zwei der teilnehmenden Studierenden werden zudem die folgenden Klassen der Berufseinstiegsschule auch zukünftig im Auftrag der Schule unterstützen.

Hintergrund des Seminars
Das Seminar „Bildung im Migrationskontext“ für Bachelorstudierende ist ein Service Learning-Projekt im Profilierungsbereich. Es ist am Zentrum für Lehrer*innenbildung im „Sprachnetz“ angesiedelt. Das Ziel ist es, sowohl Kinder und Jugendliche mit Migrations-/Fluchterfahrung in ihren Lernprozessen zu unterstützen, als auch die interkulturelle Kompetenz und den Umgang mit heterogenen Lerngruppen von Studierenden durch die Verknüpfung von Praxis- und Theorieelementen zu fördern. Die Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Migrations-/Fluchterfahrung durch Studierende im Rahmen ihres Studiums steht dabei im Fokus. Studierende können praktische Erfahrungen für ihre zukünftigen Berufsfelder sammeln.

Veranstaltungsankündigung: Bildungsteilhabe Geflüchteter im Kontext digitalisierter Bildungsarrangements
In diesem Rahmen findet auch der Online-Vortrag von Michi S. Fujii (Universität zu Köln) statt, in dem er am 11.07. ab 16:00 Uhr aus dem Forschungsprojekt Bildungsteilhabe Geflüchteter im Kontext digitalisierter Bildungsarrangements berichten wird. Anmeldungen von allen Interessierten sind unter kirsten.rusert@uni-vechta.de möglich. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung sind hier zu finden: https://www.uni-vechta.de/zentrum-fuer-lehrerbildung/veranstaltungen/details/bildungsteilhabe-junger-gefluechteter-im-kontext-digitaler-medien

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