Pressemitteilung —
Nachhaltige Entwicklung durch Sport und Bildung | Internationale Gäste diskutieren an der Universität Vechta
Wie Sportunterricht und Bewegung zu sozialer Teilhabe, Inklusion und globaler Nachhaltigkeit beitragen können, hat Anfang Juni eine internationale Fachkonferenz an der Universität Vechta beleuchtet. Im Rahmen der „Biannual Lecture“ des UNESCO-Chairs „Physical Education and Sport Pedagogy for Sustainable Development“ an der Universität Vechta haben Gäste aus der Schweiz, Belgien und Deutschland über neue Wege in der Sportpädagogik und die Herausforderungen globaler Zusammenarbeit diskutiert. Auf Einladung des UNESCO-Chairs, dessen Co-Chair Prof. Dr. Marco Rieckmann an der Universität Vechta innehat, suchten Wissenschaft und Praxis nach Antworten darauf, wie der Transfer von der Theorie in den Schulalltag und in die Entwicklungszusammenarbeit gelingen könnte.
„Die Herausforderungen nachhaltiger Entwicklung lassen sich nur gemeinsam und international bearbeiten“, betont Rieckmann, Professor für Hochschuldidaktik an der Universität Vechta. „Der UNESCO-Chair bietet hierfür eine entscheidende Plattform, um Wissenschaft, Lehre und Praxis über Ländergrenzen hinweg miteinander zu verbinden.“
Im Zentrum des zweitägigen Programms standen zwei internationale Fachvorträge, die das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Prof. Dr. Karen Petry (Deutsche Sporthochschule Köln), Co-Chairholder des UNESCO-Chairs „Sport for Development, Peace and Environment in a Multidisciplinary and Global Perspective“, lenkte den Blick auf die internationale Entwicklungszusammenarbeit. Sie zeigte auf, wie Sportprojekte Inklusion und Zusammenhalt stärken können – sparte dabei jedoch auch kritische Punkte wie globale Machtasymmetrien und die oft schwere Messbarkeit von Projekterfolgen nicht aus.
Einen direkten Bezug zur Schulpraxis stellten Thomas Royet und Valérian Cece von der Pädagogischen Hochschule des Kantons Waadt (Schweiz) her. Sie präsentierten aktuelle Forschungsergebnisse dazu, wie Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) fest im Sportunterricht verankert werden kann. Anhand konkreter Unterrichtsbeispiele demonstrierten sie, wie Schülerinnen und Schüler durch körperliche Aktivität und kreative Lernformen ein Bewusstsein für Nachhaltigkeit entwickeln und welche Kompetenzen Lehrkräfte dafür benötigen.
Neben den öffentlichen Vorträgen nutzten die Teilnehmenden, darunter Prof. Dr. Ann MacPhail, Dr. Andrea Deverall und Zhendong Li von der irischen University of Limerick sowie Gorik Van Helleputte vom belgischen Schulnetzwerk MOS Vlaanderen, die Zeit für strategische Gespräche. In gemeinsamen Workshops mit Vechteraner Forschenden aus der Erziehungswissenschaft und Sportpädagogik wurden konkrete Pläne für die Zukunft geschmiedet. Künftig wollen die Universitäten Vechta und Limerick noch enger bei Forschungsaktivitäten, internationalen Austauschformaten und der Weiterentwicklung einer nachhaltigkeitsorientierten Sportpädagogik kooperieren.
Die Veranstaltung bildete zugleich den Auftakt zu einer Reihe weiterer internationaler Besuche und Kooperationen der Professur an der Universität Vechta im Juni. Gäste aus mehreren europäischen und außereuropäischen Ländern werden in den kommenden Wochen in Vechta erwartet, um den wissenschaftlichen Austausch zu Nachhaltigkeit, Bildung und gesellschaftlicher Transformation weiter zu vertiefen.