Pressemitteilung -
One Health: Ernährungssysteme als Schlüssel für die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt
Ernährung spielt eine zentrale Rolle für die Gesundheit von Menschen, Tieren und Umwelt. Wie Lebensmittel erzeugt, verarbeitet und konsumiert werden, beeinflusst Krankheitsrisiken, Ökosysteme, Tiergesundheit, Biodiversität und die Belastungsgrenzen unseres Planeten. Gleichzeitig eröffnet der Wandel unserer Ernährungssysteme große Chancen: Er kann helfen, Krankheiten vorzubeugen, Umweltbelastungen zu reduzieren und langfristig gesunde Lebensbedingungen zu sichern.
Das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA), das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) und der Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar), der seine Koordinierungsstelle an der Universität Vechta hat, luden zur Hybridveranstaltung „One Health und Ernährung im Wandel“ an der TiHo Hannover ein. Rund 440 Teilnehmende aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Praxis diskutierten , wie sich Ernährungssysteme nachhaltiger und widerstandsfähiger gestalten lassen. Im Mittelpunkt stand der Austausch über Chancen und Herausforderungen zukünftiger Ernährungssysteme im Sinne des One Health Prinzips – eine Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt.
Ernährungssysteme im Wandel
Ernährung befindet sich in einem kontinuierlichen Wandel. Neue Konsumgewohnheiten, technologische Innovationen und ökologische Herausforderungen verändern Produktion und Konsum von Lebensmitteln. Gleichzeitig wächst die Erkenntnis, dass Ernährungssysteme nicht nur der Versorgung dienen, sondern auch entscheidend für Gesundheits-, Umwelt- und Klimaschutz sind. Der One Health Ansatz macht deutlich: Gesundheit lässt sich nur dann langfristig schützen, wenn ökologische, tierische und menschliche Gesundheit gemeinsam betrachtet und transdisziplinär bearbeitet werden.
Innovationen für eine sichere Ernährung
Schadstoffe, Klimabelastungen und verschiedene Chemikalien wirken immer häufiger zusammen, wodurch neue Risiken für Menschen, Tiere und die Umwelt entstehen. Innovationen sind hier entscheidend: „Nur mit neuen Ansätzen und Technologien in Produktion, Verarbeitung und Konsum können wir die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gleichzeitig schützen und nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme gestalten, die unsere Zukunft sichern,“ erklärte Thom Achterbosch (Senior researcher, Transformative food systems innovation, Wageningen Social & Economic Research) in seiner Rede zu europäischen Ernährungssystemen.
Lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche und von Tieren übertragene Infektionen demonstrieren zudem, wie wichtig die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Human- und Veterinärmedizin ist. Neue Methoden wie die integrierte genomische Surveillance ermöglichen eine bessere Prävention und schnellere Reaktionen auf Ausbrüche. Praxisbeispiele – etwa ein EHEC-Ausbruch oder das Monitoring von durch Nagetiere übertragenen Infektionen – verdeutlichten den Nutzen neuer Überwachungstools.
One Health als Wegweiser für zukünftige Ernährung
Die Diskussionen der Tagung zeigten insgesamt, dass der Wandel von Ernährungssystemen nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und einen intensiven Austausch zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft, Praxis und Gesellschaft gelingen kann. Der One Health Ansatz bietet dafür einen wichtigen Rahmen, um Gesundheit ganzheitlich zu betrachten und nachhaltige Lösungen für zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.
Kontakt:
Lena Möllers
Referentin für Wissenstransfer und Öffentlichkeitsarbeit trafo:agrar
E-Mail: lena.moellers@trafo-agrar.de