Pressemitteilung -
Strategie, Service und der „Vechta-Faktor“ | Das Referat Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer als Partner der Forschenden | Interview mit Leiterin Dr. Christine Gröneweg
Forschung braucht Freiheit – und sie braucht ein starkes Fundament. Das Referat Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer (RFNT) ist die zentrale Service- und Koordinationseinheit an der Universität Vechta für alle Fragen rund um Forschung, Forschungsförderung, Transfer und Nachwuchsförderung. Das Team unterstützt in Zusammenarbeit mit anderen Schnittstellen im Haus während aller Phasen des Forschungsprozesses – von der ersten Idee über die Antragstellung bis hin zu dessen Durchführung und Sichtbarmachung von Forschungsaktivitäten. Seit Oktober 2025 hat das Referat RFNT eine neue Leitung: Dr. Christine Gröneweg. „Mit ihr haben wir eine Leitung gewonnen, die wissenschaftliche Erfahrung und professionelles Forschungsmanagement überzeugend verbindet. Das RFNT ist für uns ein strategischer Partner der Forschenden. Mit der Strategie ‚Forschung+‘ haben wir den Ausbau serviceorientierter Forschungsunterstützung, mehr Sichtbarkeit von Forschung und eine verlässliche Begleitung von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gezielt in den Mittelpunkt gestellt. Vor diesem Hintergrund ist auch die personelle Neuaufstellung des Referats ein konsequenter Schritt“, sagt Prof. Dr. Christopher Osterhaus, Vizepräsident für Forschung, Nachwuchsförderung und Internationales.
Folgend ein Interview mit Dr. Christine Gröneweg:
1. Was ist das Referat Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer, was sind grundsätzliche Aufgaben und wie ist es strukturell in der Universität Vechta verankert?
Das Referat Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer ist die zentrale Service- und Koordinationseinheit für alle Fragen rund um Forschung und Forschungsförderung an der Universität Vechta. Wir unterstützen in allen Phasen des Prozesses – von der ersten Idee über die Antragstellung bis hin zur Durchführung und Sichtbarkeit von Ergebnissen. Dies natürlich in Zusammenarbeit mit unseren Schnittstellen im Haus. Unser Ziel ist es, gute und motivierende Rahmenbedingungen für Forschungsaktivitäten an unserer Universität Vechta zu gewährleisten. Das Team berät Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über Möglichkeiten zur Akquise von Fördermitteln für ihre Forschungsvorhaben oder zur Vereinbarung und Durchführung von Forschungskooperationen, unterstützt bei der Budgetplanung oder vermittelt Kontakte zu Partnern.
Mit der Wiedereinführung einer koordinierenden Leitungsfunktion seit Oktober 2025 sind nun auch innerhalb des Referats Verantwortlichkeiten und Aufgabenzuschnitte noch einmal klarer definiert und somit optimiert worden.
2. Was sind die einzelnen Handlungsfelder des Referats?
In Ergänzung zu der gerade genannten externen Forschungsförderung, die zu unseren Schwerpunkten zählt, bereiten wir Förderinformationen unterschiedlicher Institutionen auf – sowohl national als auch international – und stellen den monatlich erscheinenden „In:fo-Newsletter“ zur Verfügung. Wir kontaktieren aber auch die Forschenden individuell mit gezielten Förderinformationen und führen unterschiedliche Veranstaltungen zum Thema Förderung durch. Wir beraten zur internen Forschungsförderung und bearbeiten an die Kommission für Forschung und Nachwuchsförderung (KFN) gestellte Anträge so, dass in den unterschiedlichen Förderlinien die zur Verfügung stehenden Mittel vergeben werden können. Ergänzt wird dies durch Aufgaben im Forschungscontrolling, z.B. das Aufarbeiten von Forschungsinformationen für die Berichterstattung sowie durch die Unterstützung strategischer Entwicklungsprozesse, etwa die Initiierung eines hochschulweiten Open Science Prozesses, welcher im RFNT gesteuert wird.
Im Bereich Transfer fördern wir den Austausch von Forschungsergebnissen und Wissen zwischen der Universität und der Gesellschaft. Auch die wissenschaftliche Karrierewegebegleitung und die Entwicklung bedarfsorientierter, überfachliche Qualifizierungs-, Beratungs- und Vernetzungsangebote gehört in enger Zusammenarbeit mit den Fakultäten über das Graduiertenzentrum zu den Aufgaben des Referats.
3. Gibt es hier im Vergleich zu anderen Hochschulen Besonderheiten?
Forschung ist hier eng mit gesellschaftlich relevanten Fragen verbunden, etwa in den Bereichen Bildung, Soziales, Kultur, Nachhaltigkeit und Transformation ländlicher Räume. Das spiegelt sich auch in unserer Arbeit im Referat wider: Transfer verstehen wir nicht nur als wirtschaftliche Verwertung – in der wir per se als Hochschulstandort mit einem Schwerpunkt auf der Lehrkräftebildung weniger stark sein können – sondern eher als Wissenstransfer in die Gesellschaft, in Kommunen, Bildungseinrichtungen und in Richtung zivilgesellschaftlicher Akteure. Diese enge Verzahnung ist im bundesweiten Vergleich durchaus bemerkenswert, denn seit 2012 haben wir als Außenstelle der Universität in Cloppenburg den Science Shop Vechta/Cloppenburg, der eine Vielzahl an partizipativen Projekten mit Landes-, Bundes- und EU-Mittel bearbeitet (hat).
Eine weitere Besonderheit wird das Forschungsinformationssystem VeRO („Vechta Research Online“) sein. Es ist als integriertes System entwickelt, dass sowohl die Metadaten zu Forschung, also z.B. Auskunft gibt darüber welcher Forschende in welcher Organisationseinheit mit welchen und wie vielen Fördermitteln zu welchen Themen forscht, sondern wird auch als Forschungsdatenrepositorium fungieren. Hier können sowohl Verweise zu Forschungsergebnissen und -daten ausgewiesen werden, als auch tatsächlich die Forschungsdaten angelegt und langzeitarchiviert werden. Diese Ausgestaltung macht unser Forschungsinformationssystem sehr besonders.
Eine dritte Besonderheit an unserer Universität will ich nicht unerwähnt lassen: unsere Größe. Kleiner zu sein kann unter bestimmten Umständen eine echte Stärke sein: Dinge schnell abstimmen zu können, einen kurzen Weg zum Präsidium und den Kolleg*innen zu haben und Vorhaben zeitnah bspw. auch als Modell oder Pilot umzusetzen, das ist in vielen Bereichen ein wirklicher Vorteil und unsere Besonderheit.
In der Komfortzone, einem vom RFNT angelegten multifunktionalen Austausch- und Begegnungsraum, spricht das Team über den aktuellen Stand von "VeRO".
4. Was sind die aus Ihrer Sicht die größten Erfolge aus den vergangenen Monaten und Jahren?
Im Vergleich zu anderen Hochschulen steht der Bereich Forschung (zahlenmäßig) in den Benchmarks mittelmäßig da – aber als kleine Hochschule im ländlichen Raum ohne maßgebliche Grundlagenforschung und mit einem Fokus auf der Lehrkräftebildung sind die Zahlen zur Einwerbung kompetitiver Drittmittel bestimmt noch ausbaufähig. Aber in der Retrospektive haben wir in den letzten 10 bis 15 Jahren ein große Wachstumskurve hingelegt. In den vergangenen Jahren konnten die Forschenden ihre Drittmitteleinwerbungen weiter stabilisieren und ausbauen. Auch wenn insgesamt der Anteil der DFG- und Bundesmittel im Vergleich zu den Vorjahren verhältnismäßig gering ist, lassen sich doch auch positive Effekte aus den Zahlen herauslesen.
Was unsere Forschungssupport angeht haben wir in den letzten Monaten gebündelte Informationen rund um Forschung, Forschungsanträge, Prozesse und interne Supportmöglichkeiten auf einer Internetseite dem „Wegweiser Forschung“ zusammengestellt (https://www.uni-vechta.de/forschungsservices). Hier liegt unser gesamtes, über die Jahre generiertes Wissen in Zusammenarbeit mit allen forschungsrelevanten Schnittstellen an unserer Universität. Das Referat muss im Forschungssupport immer auch einen Spagat zwischen Spezialisten- und Generalistentum schaffen. Anträge wollen aus fachlicher Perspektive individuell aber mit einer Fülle an existierenden Input beraten werden. Daher ist es aus meiner Sicht auch ein großer Erfolg, dass das Team im Kern seit mehr als 10 Jahren von denselben erfahrenen Menschen profitieren kann, die unserer Universität Vechta ihr großes Commitment schenken.
Meine Vision ist es, Forschung an der Universität Vechta transparenter und noch sichtbarer zu machen sowie in- und extern vernetzt zu bleiben und den Kontakt zu den Forschenden und den Mitarbeitenden im Dienstleistungsbereich noch enger zu schnüren.
4. Welche Großprojekte/Ziele stehen in naher Zukunft an und warum?
Zentrale Ziele kurzfristiger Art stehen vor allem der weitere Ausbau serviceorientierter Forschungsunterstützung und die Optimierung von Prozessen im Mittelpunkt. Ein wesentliches Element hierfür ist das vom beauftragten Vizepräsidenten Prof. Dr. Christopher Osterhaus ins Leben gerufene Vorhaben Forschung+. Die Bündelung von zielgerichteten Angeboten und Maßnahmen zur Stärkung der Forschung unter einem Rahmen, vornehmlich in einem Programmheft, ist hierfür sinnbildlich. Ein weiterer Baustein darin ist das neue Ticketsystem, mit dem das Referat seine Anfragen noch effektiver, zielgerichteter und vor allem nachvollziehbar bearbeiten kann. Wir sind nun unter forschungplus@uni-vechta.de erreichbar.
Dieses Jahr wird auch unser Forschungsinformationssystem VeRO an den Start gehen. Die hat aus unterschiedlichen Gründen starke zeitliche Verzögerung, insbesondere in Zusammenarbeit mit den Dienstleistern. Natürlich werden auch unterschiedliche Systemschulungen angeboten und Dokumentationsmaterial erstellt. Thematisch passend dazu wird in diesem Jahr auch ein Open Sciene Strategieprozess seitens des RFNT durchgeführt, der unterschiedliche Bereich der „offenen Wissenschaft“ u.a. Open Access, Open (Research) Data, Open Research Software, OERs und open methodology bündelt. Die Entwicklungen dürfen keinen Selbstzweck haben, sondern immer die Verbesserungen für Forschende und (unser) Wissenschaftssystem im Blick stehen. Ziel ist es, eine Open-Science Strategie bis Ende 2026 zu entwickeln.
5. Welche Großprojekte/Ziele stehen längerfristig an und warum?
Langfristig geht es darum, Forschung und Forschungsbedingungen an der Universität Vechta strategisch nachhaltig weiterzuentwickeln. Dazu zählen der Ausbau der Nachwuchsförderung besonders mit Fokus auf Internationalisierung, noch stärkere Vernetzung innerhalb der Universität, Transparenz sowie spezifische und einschlägige Positionierung der Forschungsstärken nach außen. Ziel ist es, die Universität Vechta als einen Ort sichtbar zu machen, an dem gesellschaftlich relevante Forschung entsteht und wirksam wird.
Bereiche, mit dem wir uns alle in Zukunft noch intensiver auseinandersetzen müssen, sind die Themen der Digitalisierung, insbesondere in Verbindung mit KI. Dies betrifft projektbezogen den durch alle Bereiche der Hochschule angestoßenen Prozesse der Hochschule.digital Niedersachsen. Für das RFNT ist dies die Mitarbeit im HdN Projekt Landesinitiative FIS. Ziel ist es durch eine verstärkte Zusammenarbeit bei der Einführung und Nutzung von Forschungsinformationssystemen (FIS) sowie durch die Etablierung einer gemeinsamen Informationsplattform den Austausch von Forschungsinformationen zu fördern, die Vernetzung von Forschenden zu verbessern und eine gemeinsame Basis zur fachübergreifenden Zusammenarbeit zu schaffen. Hierfür haben wir insgesamt auf 3 Jahre eine Projektstelle erhalten, die im RFNT angesiedelt ist. Neben der eigentlichen Programmierungstätigkeit und Wartung unseres VeROs ist damit auch die Diskussion um persistente Identifikatoren für Forschungsleistungen, Austausch von Forschungs(meta)daten zur Nachnutzung mit anderen Hochschulen und Institutionen, notwendig. Die Ergebnisse des Projekts und unserer Mitarbeit ebnen die Arbeit rund um Forschungsinformationen in Niedersachsen für die nächsten Jahre.
------------------------------------------
Wie das RFNT unterstützt
- Beratung zur Drittmittelakquise: Das Team berät individuell über nationale und internationale Förderprogramme und -institutionen. Wichtige Instrumente hierbei sind der monatlich erscheinende „In:fo-Newsletter“, Angebote wie die Antragswerkstatt sowie der jährliche Forschungsfördertag. Erste Informationen gibt es im „Wegweiser Forschung“ (www.uni-vechta.de/forschungsservices)
- Antragssupport: Unterstützung bei Beantragung, Kalkulation und Budgetplanung (Personal- und Sachmittel) von Forschungsprojekten und Klärung administrativer Abläufe.
- Interne Förderung: Das RFNT bereitet Anträge für die Kommission für Forschung und Nachwuchsförderung (KFN) auf, damit interne Mittel zielgerichtet vergeben werden können.
- Wissenschaftliche Karrierewege und Nachwuchsförderung: Ein wesentlicher Pfeiler ist das Graduiertenzentrum. Es bietet fakultätsübergreifende Qualifizierungsangebote und begleitet gemeinsam mit den Fakultäten Wissenschaftler*innen in unterschiedlichen Karrierestufen. Das Programm mit Workshops und weiteren Angeboten ist hier zu finden: www.uni-vechta.de/forschungplus
- Wissenstransfer durch den Science-Shop Vechta/Cloppenburg: https://www.uni-vechta.de/science-shop
------------------------------------------
Zur Person: Dr. rer. pol. Christine Gröneweg, MBA, leitet seit Oktober 2025 das Referat Forschung, Nachwuchsförderung und Transfer. Als Expertin für Forschungscontrolling bringt sie langjährige Erfahrung an der Schnittstelle von Wissenschaftsmanagement und Forschung mit. Ihre Tätigkeit an der Universität Vechta begann sie 2013 im Science Shop Vechta/Cloppenburg. Zuvor war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Internationalen Institut für Management der Universität Flensburg sowie am Institut für Personal und Arbeit der Helmut-Schmidt-Universität Hamburg tätig. Internationale Erfahrung sammelte sie zudem als DAAD-Stipendiatin an der Ewha Womans University in Seoul, Südkorea.