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Pressemitteilung -

Wenn „Nie wieder“ zur Floskel wird. Jacob Eders Abrechnung mit der Symbolpolitik

Das Ende der moralischen Selbstgewissheit: Jacob Eder über die Krise der deutschen Erinnerungskultur

Nach den Terroranschlägen der Hamas am 7. Oktober 2023 trat in Deutschland vielerorts Antisemitismus in Wort und Tat offen zutage. Das schockierte die Öffentlichkeit, war jedoch für Experten wenig überraschend: Seit Jahren nehmen antisemitische Einstellungen zu, während das Wissen über die NS-Zeit und den Holocaust abnimmt. Offenkundig sehen sich viele Menschen in Deutschland nach wie vor lieber als Nachfahren der Opfer der Nazis, nicht als Nachfahren der Nazis selbst.

Wie konnte es so weit kommen? Der Historiker Prof. Dr. Jacob Eder von der Barenboim-Said-Akademie in Berlin stellt in „Jenseits der Staatsräson“ eine unbequeme Diagnose: Deutschland hat es sich in seiner Rolle als „Holocaust-Erinnerungsweltmeister“ viel zu bequem gemacht, hat sein Gedenken institutionalisiert und ritualisiert und dabei übersehen, wie sich die Gesellschaft durch den wachsenden biografischen Abstand zum Holocaust demografisch und kulturell verändert hat.

Jacob Eders zentrale These: Gedenktage allein helfen nicht gegen Geschichtsvergessenheit und Revisionismus. Nur wenn sich die deutsche Erinnerungspolitik aus der Erstarrung löst und die Debatte internationalisiert, kann das Land der historischen Verpflichtung des „Nie wieder“ auch in Zukunft gerecht werden.

Themen und Fallbeispiele im Buch:

  • Vom Gedenken zur Machttechnik: Eder analysiert, wie der Begriff der „Staatsräson“ genutzt wird, um notwendige Debatten abzuwürgen, statt sie inhaltlich zu führen.
  • Revisionismus in der Provinz: Am Beispiel eines 2018 eingeweihten Kriegerdenkmals in Traunstein wird gezeigt, wie lokale Erinnerung die Tätergeschichte ausblendet und Soldaten der Wehrmacht zu reinen Opfern stilisiert werden.
  • Ritualisierte Debatten: Der Autor untersucht „gescriptete“ Skandale wie jenen der Berlinale 2024 und kritisiert die Externalisierung von Antisemitismus als rein „importiertes“ Problem.
  • Internationale Risse: Eder beleuchtet, warum das einstige Vorbild Deutschland international – besonders in den USA – zunehmend als repressiv wahrgenommen wird.
  • Transgenerationelle Traumata: Ein Blick auf die Arbeit der israelischen Organisation „Amcha“ verdeutlicht, dass die Shoah für Überlebende keine abgeschlossene Geschichte ist, sondern eine alltägliche, traumatische Gegenwart, die am 7. Oktober massiv getriggert wurde.

Jacob Eder liefert eine scharfe Kritik an der Selbstgefälligkeit des deutschen Gedenkens und plädiert für eine Erinnerungskultur, die Ambiguitätstoleranz und zivilgesellschaftlichen Dialog über staatliche Dogmen stellt.

Das Buch erscheint am 4. Mai 2026.

Gerne sende ich Ihnen ein Rezensionsexemplar bzw. vorab die Fahne oder vermittle ein Gespräch mit dem Autor.

Im Anhang finden Sie eine Pressemappe mit den wichtigsten Infois zum Buch, seiner Argumentation, zum Autor und zur Barenboim-Said-Akademie.

Mit freundlichen Grüßen,

Dr. Esther von Bruchhausen

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