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Marktkommentar: KI-Boom lebt von Substanz, Investitionen und strukturellem Ausbau

Mit Microsoft (Marktkapitalisierung: 3,5 Bio. Dollar) und ASML (Marktkapitalisierung 475 Mrd. Dollar) haben zwei Technologie-Schwergewichte Quartalszahlen veröffentlicht. Künstliche Intelligenz (KI) bleibt der wichtigste Wachstumstreiber. Timo Steinbusch, Leiter Portfolio Management der apoBank, teilt dazu mit:

Künstliche Intelligenz bleibt ein zentraler Wachstumstreiber im Technologiesektor, allerdings mit einer moderateren Dynamik als in den Vorquartalen. Der KI-Boom lebt damit weniger von Beschleunigung, sondern zunehmend von Substanz, Investitionen und strukturellem Ausbau.

Die jüngsten Aussagen von Microsoft und ASML zeigen, dass das Thema längst nicht mehr von Visionen oder Zukunftserwartungen getragen wird, sondern von realen Investitionen, messbarer Nachfrage und operativer Umsetzung. Während ASML die physische Grundlage für die nächste Generation von Chips liefert, schafft Microsoft die skalierbare Plattform, auf der KI-Modelle entwickelt, trainiert und weltweit ausgerollt werden.

ASML profitiert dabei unmittelbar von der steigenden Nachfrage nach immer leistungsfähigeren Chips. Als weltweit führender Anbieter von Extrem-Ultraviolett-Lithografiesystemen liefert das Unternehmen eine Schlüsseltechnologie, ohne die moderne Hochleistungsprozessoren und KI-Beschleuniger nicht herstellbar wären.

Die jüngsten Rekordwerte bei Umsatz und Auftragseingang unterstreichen, dass der Bedarf an diesen Systemen weiterhin hoch ist und sich nicht auf einzelne Quartale beschränkt. Gleichzeitig zeigt die angekündigte Straffung interner Strukturen, dass ASML die Phase sehr schnellen Wachstums nutzt, um Prozesse zu optimieren und Entscheidungswege zu verkürzen - ein typischer Schritt eines reifenden Technologieführers, nicht ein Zeichen nachlassender Dynamik.

Am anderen Ende der Wertschöpfungskette steht Microsoft, das mit massiven Investitionen in Rechenzentren und Cloud-Infrastruktur den infrastrukturellen Unterbau für KI-Anwendungen bereitstellt. Mit Rekord-Investitionen von 37,5 Mrd. Dollar (+66 Prozent) treibt der Konzern den Ausbau seiner Plattformen konsequent voran.

Gleichzeitig fiel die Cloud-Dynamik zuletzt etwas hinter den Markterwartungen zurück, und auch das Wachstum im KI-Umfeld verlangsamte sich leicht. Trotz eines Umsatzwachstums von 17 Prozent, rund 15 Mio. Copilot-Abonnements und eines auf 625 Mrd. Dollar gestiegenen Auftragsbestands reagierte der Markt empfindlich: Die Microsoft-Aktie gab nach Börsenschluss rund 6 Prozent nach. Diese Kursreaktion spiegelt weniger strukturelle Schwächen wider, sondern vielmehr sehr hohe Erwartungen, die kurzfristig nicht in vollem Umfang erfüllt wurden.

Die enge Verzahnung mit führenden KI-Anbietern wie OpenAI und Anthropic unterstreicht dabei unverändert Microsofts Rolle als zentraler Infrastrukturpartner für KI-basierte Geschäftsmodelle. Vor diesem Hintergrund stellt sich zunehmend die Frage, ob Cloud als Wachstumserzählung ihren Höhepunkt bereits überschritten hat oder ob gerade die Phase geringerer Dynamik den Beweis dafür liefert, dass die strategische Positionierung von Plattformanbietern wie Microsoft langfristig trägt.

Ungeachtet der Kursverluste bestätigt dies für uns einmal mehr, warum beide Titel zu den strategischen Kernpositionen unseres Portfolios gehören. Die fundamentale Stärke, die klare Marktführerschaft und die anhaltend hohe Nachfrage nach KI-Rechenleistung sprechen dafür, dass ASML und Microsoft auch in den kommenden Jahren zu den zentralen Werttreibern der digitalen Transformation zählen werden.

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