Pressemitteilung —
103 Millionen Euro für die Energiewende in der Region
++ Rekordbudget für den Netzausbau in den Landkreisen Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen, Rottal-Inn und Straubing-Bogen ++ Bayernwerk Netz GmbH stellt Weichen für eine zuverlässige Energieversorgung ++
Vilshofen. 103 Millionen Euro wendet die Bayernwerk Netz GmbH im Jahr 2026 für die Energiewende im Versorgungsgebiet des Kundencenters Vilshofen auf – und damit 29 Prozent mehr als im Vorjahr. Jürgen Heininger, Leiter des Kundencenters: „Mit Rekordbudgets setzen wir unseren Weg des ambitionierten Netzausbaus fort.“ Neben dem Netzausbau über alle Spannungsebenen hinweg bleibt die Digitalisierung der Energieinfrastruktur ein zentrales Thema.
Enorme Anforderungen an Energieinfrastruktur
„Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisiert der Kundencenter-Leiter. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur nochmal enorm.
Starker Zu- und Ausbau bei Erneuerbare Energie-Anlagen
Im Versorgungsgebiet des Kundencenters Vilshofen sind auf der Nieder- und Mittelspannungsebene in Summe 49.340 Erneuerbare Energie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von gut 1.500 Megawatt in Betrieb. Der Großteil entfällt auf Photovoltaik-Anlagen. Mit 48.850 Anlagen und einer Leistung von 1.346 Megawatt sind sie für den Großteil der Leistung aus Erneuerbarer Energie in der Region verantwortlich. Auf Platz zwei und drei folgen 103 Biomassekraftanlagen mit einer Einspeiseleistung von 63 Megawatt und 176 Wasserkraftanlagen mit einer Leistung von 61 Megawatt. (Stand: 4. August 2026)
2025: ein Plus von gut 242.000 Metern Netz
Dieser enormen Einspeisemenge begegnet der Verteilnetzbetreiber mit dem weiteren ambitionierten Ausbau seiner Netze. Allein im Versorgungsgebiet des Kundencenters Vilshofen, das 80 Gemeinden in den Landkreisen Deggendorf, Dingolfing-Landau, Freyung-Grafenau, Passau, Regen, Rottal-Inn und Straubing-Bogen versorgt, kamen im vergangenen Jahr 122.700 Meter Niederspannungskabel und 119.331 Meter Mittelspannungskabel hinzu. Auch in puncto Digitalisierung hat das Kundencenter einen weiteren großen Schritt mit 256 zusätzlichen smarten Ortsnetzstationen nach vorne gemacht, davon 125 digitale Ortsnetzstationen (digiONS) und 131 Retrofit-Stationen. DigiONS sind von Grund auf neu und mit moderner, digitaler Technologie ausgestattet, um Fernüberwachung und -steuerung zu ermöglichen. Bei den Retrofit-Stationen handelt es sich um Bestandsanlagen, die mit intelligenter Mess- und Kommunikationstechnik nachgerüstet werden. Die Digitalisierungsoffensive wird im Jahr 2026 weiter fortgesetzt.
Netzausbau in der Region – drei Beispiele
Versorgungssicherheit und Kapazitätssprung in und um Hofkirchen (Landkreis Passau)
Der Zubau von Erneuerbarer Energie-Anlagen steigt kontinuierlich weiter – und damit die Anforderungen an das Stromnetz. So wie in und um Hofkirchen (Landkreis Passau). Um die Versorgungssicherheit sicherzustellen und gleichzeitig die Netzkapazitäten auszubauen, verstärkt die Bayernwerk Netz im Bereich Hofkirchen ihr Verteilnetz. Hierfür werden auf einer Gesamtlänge von 12 Kilometern vier Mittelspannungskabelsysteme mit einem Querschnitt von jeweils 630 mm² vom Umspannwerk Pleinting zum neuen Schalthaus Hofkirchen verlegt. Die Trassenführung umfasst auch anspruchsvolle Donau-Spülbohrungen durch zum Teil felsigen Untergrund. Mit einem Budget von etwa 8 Millionen Euro, inklusive des Neubaus des Schalthauses, stellt das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der regionalen Stromversorgung dar.
Kapazitätsausbau im Verteilnetz im Raum Hengersberg (Landkreis Deggendorf)
Die Bayernwerk Netz erhöht die Kapazitäten im bestehenden Verteilnetz im Bereich Hengersberg vor dem Hintergrund, neue Erneuerbare Energie-Anlagen und perspektivisch auch Schnellladepunkte ins Netz integrieren zu können. Hierfür werden auf einer Länge von rund 6 Kilometern Mittelspannungskabel mit einem Querschnitt von 240 mm² verlegt. Darüber hinaus werden drei bestehende Trafostationen durch moderne digitale Ortsnetzstationen (digiONS) ersetzt. Nach Abschluss der Maßnahmen wird die etwa 3 Kilometer lange Mittelspannungsfreileitung zurückgebaut. Baustart war Mitte Juli. Die mit etwa 1,2 Millionen Euro budgetierte Maßnahme betrifft die Ortsteile Edermaning, Manzing, Mimming, Reichersdorf und Waltersdorf.
Netzmodernisierung im Raum Osterhofen (Landkreis Deggendorf)
Mit Blick auf eine zukunftsfähige, leistungsstarke Strominfrastruktur setzt die Bayernwerk Netz im Bereich Osterhofen auf eine umfassende Modernisierung des bestehenden Verteilnetzes. Die Maßnahmen konzentrieren sich auf die Ortsteile Wisselsing und Linzing. Sie dienen sowohl der Erhöhung der Versorgungssicherheit als auch der nachhaltigen Kapazitätssteigerung. Im Rahmen des Projekts wird eine etwa einen Kilometer lange Mittelspannungsfreileitung durch ein leistungsstärkeres Erdkabel mit einem Querschnitt von 240 mm² ersetzt, darüber hinaus zwei bestehende Trafostationen durch moderne digitale Ortsnetzstationen (digiONS). Gleichzeitig erfolgt in Linzing die Verkabelung im Niederspannungsbereich mit anschließendem Rückbau der bestehenden Freileitungen. Die bauliche Umsetzung der Maßnahmen ist bereits erfolgt. Der Rückbau der Freileitungen erfolgt aktuell in Abstimmung mit den jeweiligen Grundstückseigentümern. Die Maßnahme ist mit etwa 450.000 Euro budgetiert.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz, kann es keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.