Pressemitteilung -
Jahrespressekonferenz 2026 der Bayernwerk AG | Energiewende geht in zweite Halbzeit
Bayernwerk nennt Stellschrauben für erfolgreiche Umsetzung der Energiezukunft:
• Sicherheit im Netzbetrieb, Stabilität des Energiesystems, Resilienz gegen externe Einflüsse
• Ordnung und neue Spielregeln im Energiesystem
• Rekordwachstum und Rekordbudgets für stabile Umsetzung
Regensburg. Rund 12 Milliarden Euro wendet das Bayernwerk von 2026 bis 2030 für die bayerische Energiewende auf. Allein 2026 fließen knapp 2,2 Milliarden Euro in Projekte vor Ort. Damit setzt das Unternehmen seinen Wachstumskurs konsequent fort. Neben dem Ausbau von Netzen, Erzeugung und Digitalisierung rücken Sicherheit, Stabilität und Resilienz des Energiesystems noch stärker in den Mittelpunkt. Der Bayernwerk-Vorstand mit Dr. Egon Leo Westphal (Vorsitzender), Dr. Daniela Groher und Albert Zettl positionierte das Bayernwerk in der Jahrespressekonferenz zu aktuellen Herausforderungen der Energiewende.
„Eine sichere, stabile und nachhaltige Energieversorgung ist das Rückgrat für Gesellschaft und Wirtschaft in Bayern“, erklärte Dr. Egon Leo Westphal, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG. Drei zentrale Stützen seien dabei entscheidend: Dezentralität, Leistungsfähigkeit der Netze und Resilienz gegenüber externen Einflüssen. „Die Dezentralität ist die Königsdisziplin der Energiezukunft. Sie sichert Nachhaltigkeit, stärkt Akzeptanz und minimiert Risiken – das ist echte Heimatenergie.“
Starker Zu- und Ausbau bei Erneuerbaren, Netzen und Digitalisierung
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien schreitet dynamisch voran: Im vergangenen Jahr wurden 2.330 Megawatt Photovoltaik-Leistung neu angeschlossen. Insgesamt sind heute fast 24.000 Megawatt erneuerbare Leistung direkt in das Netz der Bayernwerk Netz GmbH angeschlossen. Für die Windenergie liegen Einspeisezusagen über 5.500 Megawatt vor – entsprechend dem Ziel der Bayerischen Staatsregierung von rund 1.000 Windenergieanlagen bis 2030. Parallel dazu hat das Bayernwerk über alle Netzebenen hinweg rund 3.400 Kilometer Leitungen neu gebaut. Die fortschreitende Digitalisierung – etwa durch KI-gestützte Sensorik, digitale Ortsnetzstationen und den Smart-Meter-Rollout – schafft Transparenz und zusätzliche Handlungsspielräume im Netzbetrieb.
Energiewende geht in zweite Halbzeit: Neue Dimensionen und Gamechanger
„Die zweite Halbzeit wird spielentscheidend. Jetzt geht es um die Entfesselung des neuen Energiesystems“, so Westphal. Bis 2045 rechnet das Bayernwerk mit einer Verdreifachung regenerativer Erzeugungsleistung sowie einer Verdopplung des Stromverbrauchs in Bayern. Als zentrale Gamechanger benennt der Bayernwerk-CEO neue Großverbraucher wie Rechenzentren: „Besonders in den Räumen München sowie Würzburg/Aschaffenburg verzeichnen wir eine steigende Zahl an Anfragen. Das Energiesystem wird zur zentralen Plattform der digitalen Transformation.“ Ein weiterer Gamechanger sind Flexibilitäten. „Bei der Speicherleistung steuern wir über alle Segmente hinweg stark auf rund 50 Prozent unserer Spitzenlast von 8.000 Megawatt zu. Das Speicherland Bayern blüht auf.“ Beim Ausbau von Großspeichern im öffentlichen Netz müsse man sorgfältig vorgehen, da diese mit dem Netz interagieren. Da seien noch Regelungen erforderlich, die über das Bayernwerk hinausgehen.
Neues Ordnungsprinzip für die Energiewende - neue Spielregeln für zweite Halbzeit
Je mehr Komponenten und Akteure in das System drängen, umso wichtiger wird Ordnung im System. Gartenzaun-Prinzip nennt das Unternehmen ein neues Rollenverständnis für die Energiezukunft. „Vor dem Gartenzaun ist das öffentliche Netz. Innerhalb des Gartenzauns ist die Spielwiese der Kunden. Diese können sich dort energetisch nach ihren Plänen aufstellen und optimieren. Aber nur bis zum Gartenzaun. Dort beginnt mit dem Netzanschlusspunkt das öffentliche Netz. Ab hier gelten die technischen Spielregeln des öffentlichen Energiesystems“, so Egon Leo Westphal. Das schaffe Freiheiten auf Kundenseite, klare Schnittstellen und klare Verantwortlichkeiten im Energiesystem.
Das Spielfeld wird laut Westphal in der zweiten Halbzeit immer voller – mehr Akteure und neue Player suchen ihren Platz. Das öffentliche Energiesystem ist ein technisches System. Technik und Technologie bestimmen Größe, Möglichkeiten und Grenzen des Systems. Egon Leo Westphal: „Für eine geordnete Umsetzung und eine effiziente Nutzung verfügbarer Netzkapazitäten braucht es neue Regeln und kreative Lösungen, wie wir sie mit der Einspeisesteckdose und Überbauung bieten“.
Bayernwerk geht mit Wachstumskurs weiter All-In – hohe Wertschöpfung für Bayern
Auf die Herausforderungen der Energiewende hat das Bayernwerk laut Finanzvorständin Dr. Daniela Groher bereits ab dem Jahr 2022 mit einen Wachstumskurs reagiert und schärft diesen weiter. Dr. Daniela Groher: „Bereits im letzten Jahr haben wir beim Budget die zwei Milliarden-Grenze übersprungen. In diesem Jahr (2026) stellen wir ein Budget von knapp 2,2 Milliarden Euro bereit. Im Jahr 2027 gehen wir leicht über die 2,2 Milliarden Euro. Für das Jahr 2028 haben wir knapp 2,4 Milliarden Euro in der Planung. Im Jahr 2029 kratzen wir an der 2,5 Milliarden Euro-Grenze. Und das ebenso im Jahr 2030.“ Von 2026 bis einschließlich 2030 wende die Bayernwerk-Gruppe damit rund 12 Milliarden Euro für die bayerische Energiezukunft auf. Das Wachstum des Bayernwerks geht einher mit wachsenden Wertschöpfungsimpulsen für Bayern. Daniela Groher: „Laut einer eigenen Studie fließen durch unsere Geschäftstätigkeit pro Jahr knapp 300 Millionen Euro in die öffentlichen Haushalte Bayerns. Da wir unsere Aufträge, wo möglich, an bayerische Firmen geben, verbleiben vom jedem ausgegebenen Euro 64 Cent in Bayern.“
Bayernwerk reagiert mit Resilienz-Projekt auf neue Herausforderungen
Vor dem Hintergrund klimatischer, politischer und sicherheitsrelevanter Risiken treibt das Bayernwerk ein zentrales Resilienz-Projekt voran. „Wir kennen die Folgen von Klimaveränderungen, wie das extreme Hochwasser 2024 in den Landkreisen Pfaffenhofen a.d.Ilm und Neuburg-Schrobenhausen. Und wir sehen Attacken auf Infrastrukturen wie in Berlin. Sicherheit, Stabilität und Resilienz sind harte Themen unserer Zeit“, betonte Albert Zettl, Personal- und Marktvorstand. Neben Klimaaspekten betrachte man Resilienz daher umfänglich im Kontext möglicher physischer Angriffe. Dazu gehe man aktiv in den Austausch mit Sicherheitsbehörden, Bundeswehr und Blaulichtorganisationen, prüfe Schutzmaßnahmen und setze gezielt Schulungsmaßnahmen um. Regionale Nähe und das ehrenamtliche Engagement vieler Mitarbeitenden – etwa bei Feuerwehr und THW – stärken die Vorsorge zusätzlich. „Unsere Beschäftigten sind der wichtigste Faktor für eine resiliente Energieversorgung“, so Zettl.
Kunden in der neuen Energiewelt angekommen
In seiner Rolle als Markvorstand informierte Albert Zettl zu den wettbewerblichen Tochtergesellschaften des Bayernwerks. Sie begleiten Kunden aus Industrie, Gewerbe und Kommunen aktiv in der neuen Energiewelt. Beispiele sind ein Biomasseheizwerk für BMW in Dingolfing, Projekte zur Dekarbonisierung von Standorten der Bundeswehr sowie neue kommunale Wärmegesellschaften wie die Wärmeversorgung Haar.
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Hinweis für Journalistinnen und Journalisten
Für Ihre Berichterstattung haben wir ergänzend zu dieser Pressemitteilung weiteres Pressematerial für Sie zusammengestellt:
Direkt angehängt und auf der Webseite Jahrespressekonferenz 2026 | Bayernwerk finden Sie:
- die Statements der Vorstände zum Download
- Einzelinterviews mit den Vorständen des Bayernwerks
- einen Videokurzbeitrag (Zusammenschnitt der Jahrespressekonferenz)
- ein Projektvideo zu Heimdall- und LineVue-Sensoren für intelligente Netze
- sowie das Erklärvideo zum "Gartenzaunprinzip" zur Ansicht zur Verfügung.
In der Bayernwerk-Mediathek sehen Sie außerdem:
- die Aufzeichnung der Jahrespressekonferenz
Bei Fragen oder wenn Sie weiteres Material benötigen, kommen Sie gerne auf uns zu.
Vielen Dank für Ihr Interesse und Ihre Berichterstattung!
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Kurzprofil Bayernwerk AG
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für Energie in Bayern. Die Bayernwerk AG steuert die Unternehmen der Bayernwerk-Gruppe. Gemeinsam mit den Menschen in Bayern gestaltet die Unternehmensgruppe die Energiezukunft im Freistaat aktiv mit und sorgt dafür, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht. Die Bayernwerk-Gruppe setzt sich mit innovativen Lösungen für moderne und sichere Energienetze, Elektromobilität und dezentrale Energieerzeugung ein. Ein starker Fokus liegt darauf, die Bürgerinnen und Bürger in Bayern bei ihrer persönlichen Energiewende zu unterstützen. Die Unternehmen der Bayernwerk-Gruppe fördern Wirtschaftskraft und Lebensqualität in den bayerischen Regionen.
Sitz der Bayernwerk AG ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter des E.ON-Konzerns.