Pressemitteilung —
Neuer Netzknoten für die Energiewende – Bayernwerk Netz nimmt Umspannwerk Obing in Betrieb
Obing/Regensburg. Die Bayernwerk Netz GmbH hat das neue Umspannwerk Obing im Landkreis Traunstein vollständig in Betrieb genommen. Ende Juni wurde der dritte Transformator (Trafo) angeschlossen. Damit ist die Anlage vollständig am Netz. Das neue Umspannwerk liegt südlich von Ilzham und ersetzt die Anlage in Obing. Es bietet im Vergleich rund 1,75 mal mehr Verteilkapazität und ist damit ein wichtiger Baustein für eine zukunftsfähige Netzinfrastruktur, die den Anforderungen der Energiewende gerecht wird. Die Bayernwerk-Netz hat für das Projekt rund 29 Millionen Euro aufgewendet.
Die Energiewende entwickelt sich in Oberbayern weiterhin stark. Neben dem Zubau von Erzeugungsanlagen für grüne Energie, etwa Photovoltaik, steigt mit der Energiewende auch der Stromverbrauch. Um die dafür notwendigen Kapazitäten im Verteilnetz bereitzustellen, baut die Bayernwerk Netz mit jährlich wachsenden Rekordbudgets ihre Infrastruktur aus. Ein neues Umspannwerk ist in den vergangenen Jahren im oberbayerischen Obing entstanden. Der Verteilnetzbetreiber hat nun den dritten Trafo in der Anlage angeschlossen. Damit ist der neue Netzknoten vollständig in Betrieb. Mit einer Verteil-Leistung von 140 Megavolt-Ampere bietet es etwa die 1,75-fache Kapazität zur Verteilung erneuerbarer Energie im Vergleich zum alten Umspannwerk aus den 1970er-Jahren.
Knotenpunkt im Verteilnetz für die Versorgung von acht Kommunen
Projektleiter Wolfgang Schreyer stellt die Bedeutung des neuen Umspannwerks in Obing heraus: „Wir haben hier in Obing eine neue Herzkammer für die Energiewende geschaffen“. Der grüne Strom, den Photovoltaik-Anlagen in Obing und den umliegenden Orten gewinnen, fließt hier zusammen und wird in die Region verteilt. „Das Umspannwerk ist ein zentraler Knotenpunkt im Verteilnetz, der die Energie sammelt und über die angeschlossenen Leitungen zu den Menschen bringt – genau wie das Herz beim Menschen“, erklärt Schreyer. Vom Umspannwerk Obing aus werden die Gemeinden Obing, Kienberg, Seeon-Seebruck und Pittenhart sowie Teile der Gemeinde Schnaittsee im Landkreis Traunstein mit Strom versorgt. Im Landkreis Rosenheim sind die Gemeinde Höslwang sowie Teile der Gemeinden Amerang und Eggstätt an das Umspannwerk angeschlossen.
Altes Umspannwerk und Freileitungen abgebaut
Aktuell baut die Bayernwerk Netz das alte Umspannwerk am Lohenfeld in Obing zurück. Die Hochspannungsleitung, die zum bisherigen Standort führte, ist bereits abgebaut. Das neue Umspannwerk befindet sich direkt unter der Hochspannungsleitung zwischen Rosenheim und Töging, sodass es direkt an einen vorhandenen Masten angeschlossen werden konnte, ohne dass eine neue Hochspannungsleitung zur Anbindung nötig war. Auch alle Mittelspannungsleitungen, die zum alten Umspannwerk führten, hat die Bayernwerk Netz in die neue Anlage verlegt. In diesem Zuge hat der Verteilnetzbetreiber viele Freileitungen rund um Obing erdverkabelt.
Regionale Versorgung, regionale Wertschöpfung
Beim Netzausbau hat die Bayernwerk Netz die regionale Wertschöpfung im Blick. Ein zukunftsfähiges Stromnetz sichert die Energieversorgung für Haushalte und Unternehmen bei künftig stark steigendem Strombedarf, etwa für Elektromobilität, Wärmepumpen oder die Wasserstoff-Erzeugung in der Industrie. „Mit unserer Energieinfrastruktur möchten wir zum einen die Wirtschaftskraft im Land sichern und zum anderen gleichzeitig möglichst viel Wertschöpfung daheim in Bayern fördern, wenn wir in unser Netz investieren“, sagt Schreyer. Das gelte auch bei den Gewerken auf den Baustellen: Die Hoch- und Tiefbau-Arbeiten hat die Pfingstl GmbH & Co KG aus Burgkirchen an der Alz im Auftrag der Bayernwerk Netz übernommen, die Elektromontage die BKW Anlagentechnik GmbH aus Geisenhausen.
Umspannwerke: Die Dreh- und Angelpunkte im Stromnetz
In Umspannwerken der Bayernwerk Netz treffen Stromleitungen unterschiedlicher Spannungsebenen zusammen – Hochspannung und Mittelspannung. Die Hochspannungsleitungen sind die Verknüpfungen im regionalen Stromnetz zwischen Städten und Gemeinden. Leitungen der Mittelspannungsebene verteilen den Strom lokal zwischen einzelnen Ortschaften. Im Umspannwerk werden die Spannungsebenen der Hoch- und Mittelspannung über Transformatoren miteinander verbunden und die unterschiedlichen Netzbereiche verknüpft. Wie das Herz die Pumpe im menschlichen Kreislauf ist, so bilden Umspannwerke die Dreh- und Angelpunkte im Stromnetz. Wenn zahlreiche dezentrale Erzeuger Strom aus Sonne, Wind oder Biomasse ins regionale Netz einspeisen, ist ein leistungsstarkes Umspannwerk erforderlich, das über die angeschlossenen Leitungen die Energieverteilung in die umliegenden Dörfer und Städte möglich macht. Damit immer mehr Erzeuger erneuerbarer Energie an das Verteilnetz der Bayernwerk Netz anschließen können und eine zuverlässige Versorgung der Menschen mit Strom gelingt, baut die Bayernwerk Netz neue Umspannwerke und verstärkt bestehende Anlagen in ihrem ganzen Netzgebiet.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.