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Drei Fragen an Britta van Boven, Gasunie Deutschland

Ein Großteil des Wasserstoffs, der in Deutschland verbraucht wird, muss über Importe gedeckt werden. Importe nehmen daher eine essenzielle Rolle im Wasserstoffhochlauf ein. Dementsprechend wichtig sind grenzüberschreitende Partnerschaften, die den gemeinsamen Aufbau von Infrastruktur für Transport, Speicherung und Anwendung vorantreiben. In unserem Drei-Fragen-Interview mit Britta van Boven, Geschäftsführerin von Gasunie Deutschland, erörtern wir die größten Herausforderungen bei solchen grenzüberschreitenden Infrastrukturprojekten sowie die nächsten konkreten Schritte für die erfolgreiche Umsetzung.

Welche Bedeutung hat der geplante Wasserstoffkorridor für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Europa?

Deutschland und die Niederlande sind zwei der wichtigsten Wasserstoffmärkte Europas. Unsere mit OGE und Thyssengas abgeschlossene Vereinbarung zeigt: Als Infrastrukturbetreiber wollen wir Motor für den europäischen Wasserstoffhochlauf sein, indem wir den Ausbau eines grenzüberschreitenden Wasserstoffkorridors verfolgen. Hierfür braucht es Partnerschaften mit Unternehmen, die ein gemeinsamer strategischer Mindset verbindet. Für Deutschland bietet die Verbindung zu den Niederlanden mit ihrer Rolle als Importeur, Produzent und Transitland für Wasserstoff große strategische Chancen – zum Nutzen der Industrie wie auch des Klimas.

Wo sehen Sie aktuell die größten Herausforderungen bei der Umsetzung solcher grenzüberschreitender Infrastrukturprojekte?

Gasunie, OGE und Thyssengas als Infrastrukturbetreiber übernehmen als Unternehmen die Verantwortung, dem Markt eine grenzüberschreitende Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Hiermit schaffen wir die notwendigen Voraussetzungen für den Hochlauf eines leistungsfähigen Wasserstoffmarktes. Für den Erfolg entscheidend ist jedoch nicht zuletzt die Frage, was jenseits von Entry- und Exitpunkten politisch, regulatorisch und ökonomisch passiert. Hier ist die Politik gefordert, indem sie unsere Kunden unterstützt, den Weg zum Wasserstoff zu gehen. Und wir Netzbetreiber brauchen einen pragmatischen Umgang der Behörde, die es uns erlaubt das Kernnetz auf den tatsächlichen Bedarf und die tatsächlichen Gegebenheiten auszurichten, z.B. wenn eine Leitung weniger geeignet scheint für Umbau als ursprünglich angenommen oder ein Kunde erst später Wasserstoff abnehmen wird.

Was sind die nächsten konkreten Schritte, um das Projekt erfolgreich voranzubringen?

Die Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden ist traditionell stark. Mit Bunde im Norden werden wir im Rahmen von Hyperlink den ersten Wasserstoff-Grenzübergangspunkt zwischen beiden Ländern entwickeln. Die Kooperation sieht jetzt den Ausbau von Zevenaar-Elten im Westen vor. Mit dessen Ausbau wollen die Kooperationspartner in einem ersten Schritt die Wasserstoffverbraucher aus dem Industrie- und Chemiesektor der Rhein-Ruhr-Region mit den Wasserstoffproduktions-, -speicher- und -importanlagen des niederländischen Wasserstoffnetzes verbinden. Hierbei spielt der Delta-Rhein-Korridor und damit der Hafen von Rotterdam eine zentrale Rolle.

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