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Energiepark Bad Lauchstädt liefert nun industrietauglichen Wasserstoff
Die Gasaufbereitungsanlage des DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg im Energiepark Bad Lauchstädt hat einen zentralen Meilenstein erreicht. Die wasserstoffführenden Anlagenteile haben die H₂-Dichtheitsprüfung unter Begleitung des TÜV Thüringen erfolgreich bestanden. Damit ist die Anlage für den stufenweisen Hochlauf bereit und kann ihre eigentliche Aufgabe im Energiepark übernehmen: die Reinigung des Wasserstoffs auf Industrieniveau.
Im Gesamtsystem des Energieparks bildet die Gasaufbereitungsanlage das Bindeglied zwischen Erzeugung, Transport und Nutzung – sowie perspektivisch auch Speicherung. Den Wasserstoff liefert ein 30-Megawatt-Elektrolyseur, der mit erneuerbarem Strom aus dem benachbarten Windpark betrieben wird. Über eine rund 25 Kilometer lange Leitung gelangt er bis zur TotalEnergies Raffinerie in Leuna. Auf diesem Weg – bei Transport, Zwischenspeicherung und im Kontakt mit technischen Anlagen – kann Wasserstoff Spuren von Wasser, Schwefeldverbindungen oder Kohlenwasserstoffen aufnehmen. Selbst geringste Verunreinigungen im Millionstelbereich können für viele industrielle Anwendungen kritisch sein.
Qualitätssicherung im industriellen Maßstab
Genau hier liegt der besondere Schwerpunkt des Energiepark Bad Lauchstädt: Im Industriellen Maßstab wird die Gasaufbereitungsanlage am Übergabepunkt einen Reinheitsgrat von 99,97 Prozent gewährleisten. Sie sorgt dafür, dass selbst kleinste Verunreinigungen zuverlässig aus dem Wasserstoff entfernt werden und seine Qualität jederzeit überwacht werden kann. Dafür kombiniert sie mehrere moderne Aufbereitungsverfahren. Besonders innovativ ist die Trocknung des Wasserstoffs: Das Trocknungsmittel wird ähnlich wie üblich mit hohem Energieaufwand thermisch regeneriert. „Wir können im industriellen Maßstab zeigen, wie Feuchtigkeit, Schwefeldverbindungen und Kohlenwasserstoffe aus Wasserstoff entfernt und die Qualität online überwacht wird. Das ist ein wichtiger Schritt, um Qualitätssicherung in künftigen Wasserstoffnetzen und Speichern praktisch, kostengünstig und umweltschonend zu gewährleisten", berichtet Prof. Hartmut Krause, Geschäftsführer Ressort Wissenschaft & Bildung beim DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg und Sprecher des Energiepark Bad Lauchstädt.
Schrittweise zum Hochlauf von Stickstoff zu Wasserstoff
Den Betrieb nimmt das DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg bewusst schrittweise auf. Zunächst fährt die Anlage unter Stickstoff hoch, anschließend mit Wasserstoff aus der Elektrolyse, sobald dieser kontinuierlich zur Verfügung steht. Die erste Wasserstoffproduktion wird noch in diesem Jahr erwartet. Parallel zur Gasaufbereitung laufen am Energiepark die technische Prüfung und die Dichtigkeitsuntersuchungen der Elektrolyse-Stacks. Als Reallabor erprobt der Energiepark dabei viele Prozesse erstmals unter realen Bedingungen und gewinnt so Erkenntnisse für den breiten Wasserstoffhochlauf.