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EWI-Analyse: Versorgungssicherheit bei Wasserstoffimporten erfordert Blick über Kosten hinaus
Bei der Auswahl von Lieferländern für grünen Wasserstoff und Ammoniak sollten neben den Importkosten auch wirtschaftliche, politische und soziale Rahmenbedingungen der Exportländer berücksichtigt werden. Zu diesem Schluss kommt eine aktuelle Analyse des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln (EWI). Für die Bewertung potenzieller Exporteure hat das EWI den sogenannten EWI Future Energy Score (EFES) entwickelt, der die Versorgungssicherheit jenseits reiner Kostenkennzahlen abbildet.
EU-Länder punkten bei Score und Kosten – heimisches Produktionsmengen bleiben begrenzt
Importe aus EU-Ländern wie Spanien oder Finnland schneiden beim EFES gut ab und weisen zugleich vergleichsweise niedrige Lieferkosten auf – ihr Versorgungspotenzial für Deutschland bleibt jedoch begrenzt. Länder mit den weltweit niedrigsten Importkosten, etwa Marokko oder die Türkei, erzielen beim Score hingegen schlechtere Werte, was auf höhere Importrisiken hindeutet. Die heimische Produktion in Deutschland verbindet einen hohen Score mit niedrigen Kosten, kann den künftigen Bedarf allein jedoch nicht decken. Die Nationale Wasserstoffstrategie rechnet mit einem Importanteil von bis zu 70 Prozent im Jahr 2045.
Grüner Ammoniak: Schiffsimporte aus Übersee möglicherweise attraktiver
Bei grünem Ammoniak könnten aufgrund der geringeren spezifischen Transportkosten auch Länder mit längeren Transportwegen – wie Australien oder Kanada – wirtschaftlich attraktiv werden. Allerdings würde Deutschland dabei in einem entstehenden Weltmarkt im Wettbewerb mit anderen Nachfragern stehen.