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Marktabfrage für grenzüberschreitenden Wasserstoffkorridor im Baltikum
Die Projektpartner um den Nordic-Baltic Hydrogen Corridor (NBHC) haben eine Marktabfrage für das Projekt gestartet. Mit dieser Abfrage möchten die Projektbeteiligten frühzeitig unverbindliche Marktrückmeldungen einholen, um laufende Machbarkeitsstudien zu bestätigen und weiteren Stakeholdern die Chance zu bieten, den weiteren Verlauf des Projekts aktiv mitzugestalten.
Die Abfrage richtet sich an Wasserstoffproduzenten, -verbraucher, Verteilnetzbetreiber, Speicherbetreiber sowie Unternehmen im Bereich Wasserstofftransport. Sie sind eingeladen, bis Ende März unverbindliche Angaben zu geplanten Produktions- und Verbrauchsmengen, Infrastrukturvorhaben sowie zum grenzüberschreitenden Transportbedarf entlang des Korridors zu machen.
Das von der Europäischen Union als Project of Common Interest (PCI) ausgezeichnete Vorhaben hatte bereits 2025 die Machbarkeitsphase begonnen. Bis 2027 sollen nationale und grenzüberschreitende Studien abgeschlossen werden, deren Ergebnisse als Grundlage für Entscheidungen über die nächste Projektphase dienen. Der Nordic-Baltic Hydrogen Corridor soll auf einer Länge von rund 2.500 Kilometern sechs europäische Länder miteinander verbinden: Finnland, Estland, Lettland, Litauen, Polen und Deutschland. Perspektivisch ist geplant, ab 2040 jährlich bis zu 2,7 Millionen Tonnen Wasserstoff zu transportieren. Kommerziell soll das Projekt 2033 beginnen.
Die Beteiligten betonen, dass der Aufbau eines dedizierten Wasserstoff-Backbones im Baltikum einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der europäischen Abhängigkeit von fossilen Energieimporten leisten. Ralph Bahke, Geschäftsführer Steuerung und Entwicklung der ONTRAS GmbH betont, dass der Korridor die Dekarbonisierung der Industrie im großen Maßstab ermöglichen und Investitionen in erneuerbare Energien sowie Wasserstofftechnologien fördern soll. Darüber hinaus wird dem Projekt eine wichtige Rolle für die europäische Integration zugeschrieben, da es die regionale Zusammenarbeit stärke und die Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Regionen erhöhe.