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Bild: Jost Listemann/DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT

Pressemitteilung

Gebäudemodernisierungsgesetz: Pragmatismus für die Wärmewende im Bestand

  • GModG schafft mit Biomethan in der Breite Handlungsoptionen für die Wärmewende im Gebäudebestand
  • 13,9 Millionen Gasheizungen versorgen rund 56 Prozent aller Wohnungen – Bio-Treppe, Grüngasquote und Hybridheizungen eröffnen realistische Modernisierungsoptionen
  • Kehler: „Wer eine effektive Wärmewende will, bietet breitenwirksame Lösungen für den Bestand.“

Das geplante Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) kann aus Sicht des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft den Weg für den Einsatz grüner Gase wie Biomethan oder Wasserstoff in der Wärmewende ebnen. Anlässlich der heutigen Kabinettsbefassung stellte der Verband klar, dass es gerade im Gebäudebestand in Verbindung mit Biomethan und neuen Technologien wie der Hybridheizung zusätzliche Handlungsoptionen eröffnet. Wie Grüngasquote und Bio-Treppe in der Praxis zusammenspielen sollen, bleibt allerdings bislang unklar.

Mit dem GModG will die Bundesregierung das bisherige Gebäudeenergiegesetz grundlegend überarbeiten. Insbesondere sollen viele detaillierte technische Vorgaben entfallen. Stattdessen sieht der aktuelle Entwurf unter anderem die sogenannte Bio-Treppe, also stufenweise steigende Anteile klimaneutraler Gase für neue Heizungen ab 2029 vor. Flankiert werden soll das Gesetz durch die Einführung einer Grüngasquote. Damit ebnet der Gesetzesentwurf Biomethan und anderen erneuerbaren und dekarbonsierten Gasen wie Wasserstoff und seinen Derivaten den Weg, um gerade im Gebäudebestand einen wesentlichen Beitrag zur Wärmewende zu leisten.

„Das Gebäudemodernisierungsgesetz schafft kosteneffiziente Handlungsoptionen zur CO2-Minderung besonders im Bestand und damit in der Breite des Wärmemarktes“, erklärt Dr. Timm Kehler, Vorstand des Verbandes Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft. „Gute Politik beginnt mit dem Betrachten der Realität: Weit mehr als die Hälfte aller Heizungen in Deutschland sind Gasheizungen. Wer die Wärmewende vorantreiben will, muss Lösungen für die Breite anbieten und dabei Elektronen und Moleküle zusammendenken. Wärmepumpen, Hybridheizungen, Fernwärme, Biomethan und perspektivisch Wasserstoff sind keine Gegensätze, sondern Bausteine eines resilienten und bezahlbaren Wärmesystems.“

In Deutschland sind rund 13,9 Millionen Gasheizungen in Betrieb; sie versorgen rund 56 Prozent aller Wohnungen. Der Austausch dieser Anlagen verläuft bislang nur schleppend. Hybridlösungen aus Gas-Brennwertheizung und Wärmepumpe können hier eine Schlüsseltechnologie werden. Sie ermöglichen gerade im Bestand einen pragmatischen Einstieg in die Elektrifizierung, ohne bestehende Infrastruktur vorschnell aufzugeben. Nach Berechnungen des Verbandes lassen sich durch den Austausch von Gas- gegen Wärmepumpenheizungen sowie eine starke Nutzung der Hybridtechnik erhebliche Modernisierungsfortschritte erzielen.

Vor allem aufgrund von Modernisierungsarbeiten am Gebäude und dem Ausbau von Hybridheizungen erwartet der Verband, dass sich der Gasverbrauch im Gebäudesektor bis 2045 etwa halbieren lässt. Ein Heizungsmarktmodell des Verbandes ermittelt in einem modernisierten Bestand bis 2045 einen verbleibenden Gasbedarf von rund 120 TWh pro Jahr. Trotz des Absatzrückgangs wird kein drastischer Anstieg der Netzentgelte erwartet.

Nach Berechnungen des Verbands Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft lassen sich die ersten Mengenvorgaben von Grüngasquote und Bio-Treppe mit derzeitigen Produktionskapazitäten erfüllen. Durch anstehende Investitionen werden diese Kapazitäten bis 2030 deutlich wachsen. Eine Erfüllung der weiteren Mengenanforderungen zu bezahlbaren Preisen wird als realistisch eingeschätzt.

„Kritisch bleibt allerdings der Blick auf das bislang unzureichend ausdefinierte Zusammenspiel von Grüngasquote und Bio-Treppe sowie eine bürokratische Überregulierung bei der Kostenteilung zwischen Vermietern und Mietern“, so Kehler.

Der Verband fordert daher, das GModG im weiteren Verfahren hier gezielt auf einfache Umsetzbarkeit auszurichten.

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Als Stimme der Branche bündelt der Verband DIE GAS- UND WASSERSTOFFWIRTSCHAFT e.V. die Interessen seiner Mitglieder und setzt sich dafür ein, dass die Potenziale von Wasserstoff und seiner Derivate sowie Biogas und Erdgas inklusive der dazugehörigen Infrastruktur genutzt werden. Zudem informiert er über die Chancen, die gasförmige Energieträger für ein klimaneutrales als auch resilientes Energiesystem bieten, und treibt die Transformation der Branche hin zu neuen Gasen voran. Der Verband wird von führenden Unternehmen der Energiewirtschaft getragen und umfasst die gesamte Wertschöpfungskette von Produktion, Transport, Verteilung bis hin zu Handel, Vertrieb und Anwendungen. Weitere Branchenverbände und Industrieunternehmen unterstützen ihn als Partner.

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