Blog-Eintrag —
Ein Anker der Versorgungssicherheit – unser Erdgasspeicher in Kraak
Wie speichert HanseWerk Erdgas unter der Erde Mecklenburg-Vorpommerns ein? Und welche Bedeutung hat der Speicher in Kraak für die Erdgasversorgung im Norden? Das erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag.
Ingo Christ schreitet über den Rasen. „Sogar extra frisch gemäht“, sagt er und läuft zur Filteranlage. Ingo zeigt uns heute sein Büro, wenn man so will: Den Speicher von HanseWerk im mecklenburgischen Kraak. Dort ist Ingo Koordinator und Elektromeister.
Mecklenburgische Idylle
Das Gelände liegt mitten in der Natur und ist umgeben von Bäumen. Kraak ist ein sogenannter Kavernenspeicher: Das Erdgas wird in Hohlräumen (Kavernen) im Salzstock unterhalb der Kraaker Tannen eingelagert. Die Menge, die hier gespeichert werden kann – über 300 Millionen Kubikmeter Erdgas - reicht aus, um etwa 120.000 Haushalte ein Jahr lang zu versorgen.
Mit hohem Druck in die Kaverne
Doch bevor das Gas tief unter die Erde geleitet wird, wird es gefiltert und gemessen. Mehrere Verdichter bringen das Gas schließlich auf den nötigen Druck, damit es in die Kavernen eingespeist werden kann. „Das Gas wird allerdings sehr warm dabei – wie bei einer Luftpumpe, die man pumpt. Deshalb gibt es eine Kühlung“, erklärt Ingo weiter.
Groß, größer - Kaverne
Nachdem es ausreichend gekühlt wurde, wird das Erdgas in die Kaverne tief unter der Erde eingespeist. Die insgesamt vier Kavernen liegen in rund einem Kilometer Tiefe im Salzstock. „Solch eine Kaverne ist so groß, da könntest du den Kölner Dom zweimal übereinander stellen. Oder das Schweriner Schloss mindestens vier Mal“, sagt Ingo. Große Hohlräume also, in denen dort im Salzstock das Erdgas eingelagert wird.
Reinigung vor Einspeisung
Wenn das Erdgas wieder aus der Kaverne hervorgeholt wird, um in das Netz eingespeist zu werden, muss es zunächst einmal wieder gereinigt, entwässert und getrocknet werden. Anschließend ist es bereit, um ins Hochdrucknetz eingespeist zu werden.
Runder Geburtstag im vergangenen Jahr
2025 hat der Speicher Kraak sein 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Am 27. September 2000 ging der Erdgasspeicher mit der ersten Kaverne in Betrieb. Durch die Solung weiterer Kavernen im Salzstock und der Erweiterung der gastechnischen Anlagen wurde der Speicher in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut. Das Jubiläum wurde mit zahlreichen hochrangigen Gästen gefeiert.
Perspektive Wasserstoff
Heute und in den nächsten Jahren wird HanseWerk weiter Erdgas von Kunden einlagern. Wie es in der Zukunft weitergeht, wird derzeit geprüft. Erste Untersuchungen und Studien zur Eignung des Speichers hinsichtlich der Speicherung von Wasserstoff laufen und die ersten Ergebnisse stimmen zuversichtlich, denn sie bescheinigen dem Speicher und dem Salzstock hinsichtlich der Salzqualität und Dichtigkeit eine sehr gute Eignung. Hinzu kommt, dass HanseWerk 25 Jahre Erfahrung im Betrieb des Speichers hat. Konkretere Pläne zu einer entsprechenden Umsetzung gibt es bisher noch nicht.
Wie es auf dem Speichergelände aussieht, zeigt euch Ingo Christ in diesem Video: