Blog-Eintrag -
Einsatz im Wattenmeer – So kontrollieren wir unsere Gasleitungen zu den Inseln
Wie überprüfen wir unsere Gasleitungen im Wattenmeer und stellen sicher, dass sie tief genug im Boden liegen? Über die Arbeit an diesem besonderen Ort erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag mehr.
Aufmerksam schreiten Ralf Binge und sein Kollege durch das Watt. Sie blicken auf ihr Messgerät, schauen genau, welche Tiefe ihnen ihr Kabelsuchgerät auf dem kleinen Display anzeigt. Gleichzeitig haben sie ihre Umgebung im Blick, schauen, wie der Wattboden beschaffen ist, halten Ausschau nach Prielen.
Versorgungssicherheit beginnt oft dort, wo kaum jemand hinschaut – oder überhaupt hinkommt. Auch im Wattenmeer sind unsere Kolleginnen und Kollegen von SH Netz aktiv – und überprüfen einmal im Jahr unsere Gasleitungen, die die nordfriesischen Inseln Föhr und Amrum mit dem restlichen Netz verbinden.
Technik und Sinnesorgane für die Kontrolle
Mitarbeiter aus unserem Technik-Standort in Niebüll haben die rund vier Kilometer lange Gasleitung zwischen Föhr und Amrum zuletzt im vergangenen Mai überprüft – zu Fuß. Dabei kontrollierten sie, dass die Leitung im Wattenmeer nicht durch die Gezeiten oder Stürme freigespült wurde. Unsere Leitung liegt in der Regel mindestens 1,20 Meter unter dem Wattenmeer. Liegt sie jedoch frei, kann sie beispielsweise durch Boote beschädigt werden.
So funktioniert die Überprüfung
Direkt neben der Gasleitung liegt ein Begleitkabel, auf das Kollegen von Föhr aus vor Start der Arbeiten ein Signal aufgeben. Auf diese Weise können die Fachleute die Lage der Leitung orten. „Einer unserer Fachmänner trägt ein Kabelsuchgerät mit Tiefenmesser bei sich, mit dem er das Signal empfangen und die Tiefe der Leitung direkt ablesen kann“, erklärt der zuständige Koordinator Ralf Binge von SH Netz. Wenn die Anzeige eine zu geringe Tiefe erfasst hat, notiert der zweite Experte von SH Netz die Stelle auf dem mitgeführten GPS-Gerät. Zur Sicherheit haben die beiden Fachleute eine Boje dabei, um eine eventuell freigelegte Stelle der Gasleitung zu markieren. Diese Boje musste aber im Mai nicht zum Einsatz kommen.
Erfahrung und besondere Aufmerksamkeit gefragt
Das Wattenmeer kann tückisch sein. Damit unsere Kollegen nicht von der Flut überrascht werden, werden die Kontrollen genau auf den aktuellen Gezeitenkalender abgestimmt. Rechtzeitig vor Erreichen der Flut kamen unsere Kollegen auf Föhr an. Um Priele zu überwinden, kamen dabei auch kleine Motorboote zum Einsatz.
Sollte einmal die Orientierung verlorengehen, hilft das GPS-Gerät, wieder den Weg zurück an Land zu finden.
Für Koordinator Ralf Binge ist das Wattenmeer aber eine gewohnte Umgebung, in der er sich zurechtfindet. Ralf ist auf der Hallig Hooge aufgewachsen, sein Vater war früher Wattführer – mit ihm ist er schon als Kind im Watt unterwegs gewesen.
Spülbagger bringt notwendige Tiefe
Sollte die Gasleitung doch einmal freigespült sein, so kommt zu einem späteren Zeitpunkt, wenn es die Tide wieder ermöglicht, an der markierten Stelle ein Spülbagger zum Einsatz. Er sorgt dafür, dass die Leitung wieder ausreichend mit Erdboden bedeckt wird.
Wie genau die Kontrolle im Watt funktioniert, erläutert Koordinator Ralf Binge in diesem Video: