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Für die Wärmewende vor Ort – die Wärmebox von HanseWerk Natur
Wie können Haushalte fossilfrei heizen? Wie können kleine Wärmenetze dekarbonisiert werden? Die Lösung von HanseWerk Natur auf diese Fragen nennt sich: Wärmebox. Was genau das ist und wie sie funktioniert, erfährst du in diesem Beitrag.
Für Bürgermeister Olde Oldsen ist es ein Meilenstein für seine Gemeinde Langenhorn in Nordfriesland. „Wir freuen uns, dass HanseWerk Natur unser Potenzial erkannt hat, um hier dieses Leuchtturm-Projekt umzusetzen“, sagt Oldsen. Er ist an diesem Sommermorgen auf die Baustelle am Redlingsweg gekommen. Der Bürgermeister will mitverfolgen, wie die erste Wärmebox von HanseWerk Natur angeliefert wird. Per Schwerlastkran wird die 38 Tonnen schwere Box an ihren Bestimmungsort gehoben. Zuvor hatte sie ein Transporter in die nordfriesische Gemeinde gebracht.
Im Juli 2025 hat HanseWerk Natur so seine erste Wärmebox aufgestellt. Weitere Projekte – beispielsweise in der Gemeinde Neuberend - sind in Planung.
Innovative und klimaneutrale Lösung
Die Wärmebox ermöglicht als standardisierte, bezahlbare Lösung für Wärmenetze eine Wärmeversorgung mit Erneuerbaren Energien aus der Region – verlässlich und fossilfrei. Die Wärmebox kann Hauptbestandteil eines maßgeschneiderten Konzepts für die lokale Wärmeversorgung sein. Dadurch sorgt sie für Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und Preisstabilität bei steigenden Energiekosten.
Was ist die Wärmebox?
Die Wärmebox produziert klimaneutrale Wärme auf Basis der Großwärmepumpentechnologie. Aus einem Teil grünem Strom entstehen drei bis vier Teile grüne Wärme. Je nach den Energiepotenzialen vor Ort können unterschiedliche Wärmequellen genutzt werden: Grünstrom aus Solar- und Photovoltaik-Anlagen, Umgebungswärme aus der Erde (Geothermie), der Luft, dem Abwasser sowie Abwärme aus Industriebetrieben vor Ort.
Vielseitige Lösung
Die zentrale Großwärmepumpe in der Container-Lösung erzeugt Wärme (bis zu 80 °C) und bei Bedarf Kälte (6-20 °C), beispielsweise für Serverzentren. Sie versorgt Mehr- und Einfamilienhäuser sowie kommunale Einrichtungen wie Schulen und Gewerbebetriebe über ein Leitungssystem mit Wärme. Die Wärmebox ist somit ein Paradebeispiel für Sektorenkopplung: Aus lokal erzeugter Energie und Abwärme entsteht nutzbare Wärme zum Heizen.
Die Wärmebox ist es kleines Platzwunder: Sie braucht nur etwa 300 m2 und lediglich 50 Meter Abstand zur Wohnbebauung, um bis zu 400 Haushalte zu versorgen.
Ersatz für Erdgas in Langenhorn
In Langenhorn ersetzt die neue Wärmebox Erdgas als Wärmeträger. Sie versorgt dort künftig unter anderem die örtliche Kita, Schule und Sporthalle sowie Privatkundinnen und -kunden. In dieser Variante entzieht die Großwärmepumpe der Umgebungsluft Wärme und bringt diese mit erneuerbarem Strom auf das gewünschte Temperaturniveau. So entsteht Wärme für Heizung und Trinkwarmwasser, die über das Wärmenetz an die angeschlossenen Hausanschlüsse weitergeleitet wird.
Die Wärmebox nutzt ausschließlich natürliche Kältemittel, durch die Nutzung der Wärme aus dem Netzrücklauf wird die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe zudem deutlich gesteigert. Mit der Umstellung sparen die Gemeinde Langenhorn und HanseWerk Natur 340 Tonnen CO2* pro Jahr ein. HanseWerk Natur erhält für das Projekt Fördermittel aus der Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW).
* Die Bilanzierung erfolgt nach Merkblatt Bundesamt für Wirtschaft und Ausführkontrolle, Informationsblatt CO2-Faktoren, Tabelle 2, Stand 01.11.2023 unter Verwendung folgender Faktoren: 201 g CO2e/kWh Hs Erdgas sowie 107 g CO2e /kWh Strom (CO2-Faktor für die Bilanzierung von Mehrverbräuchen an elektrischer Energie beim Wechsel zu elektrischer Energie).
Wie genau die Wärmebox funktioniert, zeigt dieses Video: