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Blick in die Ausstellung im Haus Böttchergässchen: "Stadt im Fluss. 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte" - Foto: Markus Scholz

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Stadt im Fluss - Ausstellung zu 800 Jahren Leipziger Wassergeschichte eröffnet

Vom 11. März bis 17. Mai 2026 ist im Haus Böttchergässchen des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig die Sonderausstellung "Stadt im Fluss. 800 Jahre Leipziger Wassergeschichte" zu sehen. Sie verbindet Stadtgeschichte, Naturraum und Wissenschaft zu einem faszinierenden Gesamtbild.

Wie formt das Wasser eine Stadt – und wie formt die Stadt ihr Wasser? Die Ausstellung führt die Besucher durch acht Jahrhunderte Leipziger Wasser- und Landschaftsgeschichte. Anhand historischer Karten, technischer Geräte, archivalischer Dokumente und moderner Forschung zeigt sie, wie eng Leipzigs Entwicklung mit seinen Flüssen verwoben ist.

Dr. Anselm Hartinger, Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums Leipzig, sagt dazu: "Wir alle kennen die Bedeutung des Wassers für die Lebensqualität in unserer Stadt heute – dass die Sorge um die Auwälder, der Schutz vor Hochwasser und der Aufbau einer stabilen Versorgung Leipzigs mit trinkbarem Nass schon seit Jahrhunderten beschäftigen, wird durch diese Ausstellung erstmals deutlich. Die Kooperation zwischen universitären Partnern und musealer Expertise macht Forschung für ein breites Publikum erlebbar. Kostbare Objekte unserer Sammlung erfahren durch solche aktuellen Fragestellungen neue Relevanz."

Im Mittelpunkt stehen die Flussläufe von Pleiße, Elster und Parthe und die tiefgreifenden Eingriffe des Menschen: vom mittelalterlichen Ausbau der Mühlgräben über frühe Trinkwassersysteme und technische Innovationen bis hin zu Konflikten um Nutzung, Verschmutzung und Hochwasser. Eindrucksvolle Kartenwerke des 16.–18. Jahrhunderts lassen die Vielfalt und Dynamik der Leipziger Auenlandschaft lebendig werden.

Projektleiterin Prof. Dr. Julia Schmidt-Funke (Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit, Universität Leipzig) ergänzt: "Wer schon immer einmal wissen wollte, was es mit den Leipziger Gräben und dem Auwald auf sich hat, erfährt das in unserer Ausstellung. Sie zeigt die jahrhundertealte Verflechtung von Stadt und Wasser, mit ihren Chancen und Risiken. Wir tauchen tief in die Geschichte ein, um das heutige Leipzig zu verstehen. Dabei vermitteln wir auch, wie unsere wissenschaftlichen Erkenntnisse entstehen."

Zugleich wirft die Ausstellung einen Blick auf Risiken und Umweltprobleme der Vergangenheit – extreme Hochwasser, fehlende Hygiene oder die Belastung der Gewässer durch Handwerksbetriebe. Ein eigener Bereich widmet sich dem Entstehen und Wandel wissenschaftlichen Wissens: Sedimentbohrkerne, Mikroskop-Präparate und moderne Analysen zeigen, wie die Forscher heute Flussgeschichte rekonstruieren und Umweltveränderungen sichtbar machen.

Die Ausstellung ist Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 3 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Weitere Informationen: www.stadtmuseum-leipzig.de

Redaktion: Andreas Schmidt

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  • Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig: Stadt im Fluss
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