Direkt zum Inhalt springen
Beispielfoto von Colourbox.de

Pressemitteilung

Wie fragen wir nach Sorgen um den Klimawandel?

Eine Studie unter Beteiligung der Universität Trier zeigt, dass schon kleinste Änderungen in der Formulierung großen Einfluss auf Befragungen zum Klimawandel haben.

Dass der menschengemachte Klimawandel Fakt ist, darin stimmen die allermeisten Menschen überein. Doch wie viel Sorgen uns das macht, dazu gibt es durchaus weit auseinandergehende Umfrageergebnisse. Das liegt aber gar nicht unbedingt an der tatsächlichen Einstellung der Menschen, wie ein Forschungsteam der Universität Trier und der Rijksuniversiteit Groningen festgestellt hat.

Die Forschenden untersuchten, inwieweit die Fragestellung das Ergebnis von Umfragen zu diesem Thema beeinflusst. Konkret variierten sie eine Aussage aus dem British Understanding Society Innovation Panel, zu der Befragte auf einer Skala von 1 bis 5 Zustimmung oder Ablehnung äußern sollten.

Kleine Änderung, große Wirkung

Im Original hieß es: "The effects of climate change are too far in the future to worry me." („Die Effekte des Klimawandels sind zu weit in der Zukunft, um mir Sorgen zu machen.“) Für eine Testgruppe wurde ein Wort geändert: "The effects of climate change are too far in the future to worry about." („Die Effekte des Klimawandels sind zu weit in der Zukunft, um sich Sorgen zu machen.“)

Das Ergebnis: Die gemeldeten Klimawandelsorgen waren im Durchschnitt bei der zweiten Formulierung signifikant höher. Durch die minimale Textänderung stieg der Anteil der Personen mit der höchsten Sorge vor den Folgen des Klimawandels von etwa 33 Prozent auf rund 40 Prozent.

„Das bedeutet, dass wir vorliegende Umfrageergebnisse vielleicht noch einmal neu interpretieren müssen, je nachdem wie die Fragen gestellt sind“, benennt Co-Autorin Lieke Voorintholt vom Institut für Arbeitsrecht und Arbeitsbeziehungen in der Europäischen Union (IAAEU) an der Universität Trier die Auswirkungen ihrer Arbeit. „Außerdem helfen die Erkenntnisse, das Design künftiger Datenerhebungen besser zu gestalten.“

Zur Studie: https://doi.org/10.1016/j.joep.2026.102904

Kontakt

Dr. Lieke Voorintholt
IAAEU
Mail: voorintholt@iaaeu.de

Themen

Kategorien

Regionen

Kontakt