Direkt zum Inhalt springen
Das ISPA-Gebäude auf dem Campus der Universität Vechta
Das ISPA-Gebäude auf dem Campus der Universität Vechta

Pressemitteilung -

30 Jahre Erfolg: ISPA

Seit 30 Jahren beschäftigt sich das Institut für Strukturforschung und Planung in Agrarischen Intensivgebieten (ISPA) mit ländlichen Räumen und ihren Dynamiken. Am 31. Juli 2021 endete die Erfolgsgeschichte des renommierten und drittmittelstärksten Instituts der Universität Vechta. Ein neues, größeres und interdisziplinär ausgerichtetes Institut „VISTRA“ („Vechta Institute for Sustainability Transformation in Rural Areas“) wird sich jedoch zukünftig entsprechend des Hochschulentwicklungsplans der Universität Vechta Transformationsprozessen in ländlichen Räumen widmen und dabei sowohl die vier Querschnittsdimensionen der Hochschule (Nachhaltigkeit, Gender und Diversity, Digitalisierung und Internationalisierung) als auch verschiedene Profilbereiche der Universität bedienen beziehungsweise abdecken.

„Durch die personellen Wechsel und Neuzugänge war der Fokus der Forschung am ISPA schon seit einigen Jahren im Wandel. Dies hat Fragen nach unserem Selbstverständnis und Zukunftsperspektiven in den Vordergrund gerückt. Die Auflösung des ISPA mit seiner Tradition mag ein mutiger Schritt sein, der aber auch im Sinne der ‚kreativen Zerstörung‘ neue Potentiale eröffnen kann“, erläutert Prof. Dr. Amelie Bernzen, welche seit April 2020 Direktorin des ISPA war.

Das ISPA wurde 1990 von Prof. Hans-Wilhelm Windhorst gegründet, um Regionen mit intensiver Landwirtschaft zu untersuchen und praxisorientierte Lösungsvorschläge für regionale Herausforderungen zu entwickeln. Forschten lange Jahre fast ausschließlich Geographinnen und Geographen am Institut, wurde seit 2019 mit der Professur der Ökonomie der Nachhaltigkeit das ISPA interdisziplinärer. Orientiert am Leitbild der Nachhaltigkeit widmeten sich die Mitglieder seit 2015 verstärkt der Erforschung von Transformationsprozessen in ländlichen Räumen, insbesondere in agrarischen Intensivgebieten und speziell im nordwestlichen Niedersachsen. Auch Globalisierungsprozesse inklusive Nord-Süd-Beziehungen wurden zunehmend mitbetrachtet. So wurden etwa vergleichende Untersuchungen in anderen Staaten der Europäischen Union, in den USA, in Australasien, Südasien und Afrika durchgeführt. Zu den Forschungsthemen zählten unter anderem Potentiale nachhaltiger Produktionsweisen sowie sozioökonomische Entwicklungen ländlicher Räume – darunter Genderfragestellungen, Kulturlandschaftsentwicklungen und diskursive Repräsentationen ländlicher Räume insgesamt.

Eine besondere Stärke des ISPA war es, dass seit 20 Jahren auch Forschungsarbeiten zur Bildung in ländlichen Räumen im Institut verankert waren. Basierend auf dem Bildungskonzept „Regionales Lernen 21+“ entstand eine wissenschaftliche Plattform für den Transfer von Erkenntnissen zum „Lernen in ländlichen Räumen“ in die Bildungslandschaft. Das Kompetenzzentrum Regionales Lernen wurde 2011 unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Martina Flath gegründet und stellt deutschlandweit eine einzigartige Einrichtung dar, die in nationale und internationale Netzwerke zum außerschulischen regionalen Lernen und zur Bildung für nachhaltige Entwicklung aktiv eingebunden ist. Es ist inzwischen zu einer wichtigen Säule des Zentrums für Lehrer*innenbildung geworden.

Künftige Forschung zu ländlichen Räumen an der Universität Vechta kann somit auf Erfahrungen, Netzwerke, Kooperationen und Modellprojekte aus 30 Jahren erfolgreicher Tätigkeit des ISPA aufbauen. Dazu trägt auch bei, dass viele der am ISPA promovierten Nachwuchswissenschaftler*innen und ehemalige Kolleg*innen inzwischen einflussreiche Positionen in der Region und darüber hinaus haben, ihre Verbindungen zum Institut jedoch pflegen. Die Zusammenarbeit mit Partnern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Bildung hat eine Fülle an innovativen Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen für die Regionalentwicklung hervorgebracht. „Darauf wird das zukünftige Team des VISTRA aufbauen sowie in interdisziplinärer Arbeit noch mehr anwendungsorientierte Forschung voranbringen, die zu innovativen und in die Praxis überführbaren Lösungen führt. Ein enger, partizipativer Austausch mit Akteur*innen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ist dafür die Grundlage“, betont Prof. Dr. Jantje Halberstadt – welche die stellvertretende Direktorin des ISPA war – mit Blick auf die zukünftigen Entwicklungen.


Stimmen zum ISPA


Dr. Oliver Klein
Das ISPA war zweifellos eine wichtige Institution an der Uni Vechta und hat über Jahre einen hohen Bekanntheitsgrad innerhalb des Oldenburger Münsterlandes und darüber hinaus entwickelt. Die Forschungen haben unter anderem wichtige Beiträge im Bereich der Agrargeographie geleistet. Für mich persönlich stellt das ISPA die erste Station meiner akademischen Laufbahn dar. Ich konnte mich glücklich schätzen, mehr als 7 Jahre am ISPA arbeiten zu dürfen – zunächst als Doktorand, später als PostDoc. Hier habe ich tolle Menschen kennengelernt und an die ISPA-typischen Events, wie die jährliche Kohltour, erinnere ich mich gerne zurück.

Dr. Oliver Klein, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geographie und Geologie der Universität Greifswald

Dr. Martin Kühling


Ich verbinde das ISPA sehr stark mit Herrn Prof. Windhorst, meinem „Doktorvater“ – er ist diesem Terminus im wahrsten Sinne des Wortes gerecht geworden.

Durch die Forschungsarbeiten, aber auch durch die sehr gute Vernetzung (Wissenschaft, Politik & Wirtschaft) hat das ISPA die Region nachhaltig positiv beeinflusst und mitgeprägt. Darüber hinaus hatte das ISPA einen starken internationalen Fokus.

Als „junger“ Student (90er Jahr) der Agrarwissenschaften war ich als Vechtaer immer stolz darauf, wenn die Kieler Professoren sich in ihren Vorlesungen auf Forschungsergebnisse des ISPA bezogen haben.

Dr. Martin Kühling, Vorstand der Volksbank Vechta eG


Hannah Lathan

Als ich 2013 mein Studium an der Universität Vechta startete, wurde ich direkt als studentische Hilfskraft im ISPA in der Abteilung „Lernen in ländlichen Räumen“ eingestellt. Von Beginn an war ich in alle Aktivitäten eingebunden. Es hat mich beeindruckt, wie eng das gemeinsame Arbeiten erfolgt und welche Anteilnahme Professor*innen an der Entwicklung der Promovierenden und Studierenden nehmen. Daher habe ich mich hier nach dem Studium für eine Promotion entschieden. Mit Stolz berichte ich auf Tagungen von unserem Standort im Oldenburger Münsterland, der als Leuchtturm der Forschung zum außerschulischen Lernen in der Geographiedidaktik gilt.

Hannah Lathan, M.Ed. , wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Vechta

Themen

Tags

Regions


Zukunftsfragen der Gesellschaft stehen als Transformationsprozesse in ländlichen Räumen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer und die gezielte Profilierung in den Bereichen Lehrer*innenbildung, Soziale Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie Kulturwissenschaften befähigt die Universität Vechta künftige Generationen, komplexe Herausforderungen in ländlichen Räumen einer globalisierten Welt zu bewältigen.

Pressekontakte

Friedrich Schmidt

Friedrich Schmidt

Pressekontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit +49 4441 15577
Katharina Genn-Blümlein

Katharina Genn-Blümlein

Pressekontakt Leitung Marketing & Kommunikation +49. (0) 4441.15 488
Timo Fuchs

Timo Fuchs

Pressekontakt Wissenschaftskommunikation
Philip Kreimer

Philip Kreimer

Pressekontakt Social-Media +49. (0) 4441.15 279

Zugehöriger Content

Universität Vechta

Zukunftsfragen der Gesellschaft stehen als Transformationsprozesse in ländlichen Räumen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer und die gezielte Profilierung in den Bereichen Lehrer*innenbildung, Soziale Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie Kulturwissenschaften befähigt die Universität Vechta künftige Generationen, komplexe Herausforderungen in ländlichen Räumen einer globalisierten Welt zu bewältigen.

Universität Vechta
Driverstraße 22
49377 Vechta
Deutschland