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Dr. Bernd Josef Leisen während der Begrüßung der Online-Teilnehmenden.

Pressemitteilung

Gut Ankommen und besser bleiben | Uni Vechta entwickelt Onboarding-Programm für ausländische Pflegefachkräfte

Deutschland benötigt dringend Pflegekräfte; Fachkräfte aus dem Ausland suchen hingegen Jobs. Was eigentlich nach einer Win-Win-Situation klingt, birgt kräftige Herausforderungen. Und so verlassen viele der Pflegekräfte das Land wieder. Ein neues Projekt des Fachs Management Sozialer Dienstleistungen der Universität Vechta setzt hier an: Mit einem neuem strukturierten Tandem-Programm, das Integration ermöglicht und Studierende gleichzeitig zu interkulturellen Vermittlerinnen und Vermittlern ausbildet.

Fast jede fünfte Pflegekraft in Deutschland kommt heute aus dem Ausland – und ohne sie wäre das deutsche Pflegesystem kaum noch aufrechtzuerhalten. Laut Bundesagentur für Arbeit wird das Beschäftigungswachstum in der Pflege seit 2022 ausschließlich von ausländischen Fachkräften getragen, während die Zahl deutscher Pflegekräfte rückläufig ist. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass bis 2049 bis zu 690.000 Pflegefachkräfte fehlen könnten.

„Doch Rekrutierung allein löst das Problem nicht. Viele Pflegekräfte kommen; gehen aber wieder“, fasst es Professorin Dr. Vanessa Mertins aus dem Fach Management Sozialer Dienstleistungen zusammen. „Bürokratische Hürden bei der Anerkennung, Sprachbarrieren im Alltag, soziale Isolation und fehlende kulturelle Unterstützung sind die meistgenannten Gründe. Wer sich nicht willkommen fühlt, bleibt also nicht. An genau dieser Lücke setzt unser neues Projekt an.“

Sie und der wissenschaftliche Mitarbeiter Dr. Bernd Josef Leisen aus dem Fach Management Sozialer Dienstleistungen der Universität Vechta entwickeln und erproben gemeinsam mit Masterstudierenden ein strukturiertes Onboarding-Programm, das ausländische Pflegekräfte – aktuell unter anderen aus Ländern wie Iran und Vietnam – mit Studierenden der Universität Vechta zusammenbringt. Die Idee: Beide Seiten lernen voneinander, sodass alle profitieren.

„Die Pflegekräfte erhalten über das Tandem-Format Unterstützung beim Ankommen in Deutschland“, erklärt Leisen. „Dazu gehören Sprachübungen, Einblicke in den deutschen Alltag, Orientierung in Behördenstrukturen, im Gesundheitssystem, beim Wohnen und bei Finanzen sowie soziale Kontakte. Die Studierenden wiederum – angehende Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitswesen – erleben interkulturelle Kommunikation in der Praxis und gewinnen aus erster Hand Einblicke in aktuelle Strukturen und Herausforderungen der Pflegelandschaft.“

Die Tandems treffen sich regelmäßig wöchentlich für gemeinsame Aktivitäten und Sprachaustausch sowie für persönliche Treffen oder Videogespräche. Digitale Unterstützung bieten dabei E-Learning-Tools. Vor Kurzem fand das erste Kennenlernen und Matching statt – teils vor Ort an der Universität Vechta, teils per Videokonferenz. Das Programm ist als Service-Learning-Modul konzipiert: Die Studierenden sammeln nicht nur benötigte akademische Credits für ihren Studienabschluss, sondern leisten gleichzeitig einen konkreten gesellschaftlichen Beitrag – wissenschaftlich begleitet durch das Fach Management Sozialer Dienstleistungen der Universität Vechta.

Das Projekt ist von Anfang an regional eingebettet. Sabine Behrens, Koordinatorin für Integration beim Landkreis Vechta, unterstützt das Vorhaben aktiv. Sie verdeutlichte beim ersten Treffen den gesellschaftlichen Rahmen: Integration bedeute nicht nur Spracherwerb und Arbeit, sondern gesellschaftliche Teilhabe – das Ziel sei Inklusion statt Parallelgesellschaft.

Bemerkenswert ist auch die Unterstützung durch ehemalige Studierende der Universität Vechta, die heute in entsprechenden Schlüsselpositionen tätig sind: Experten und Expertinnen der Bundesagentur für Arbeit Berlin, des International Office des Universität Vechta (FIT-Programm) sowie mit der Ready to Work Academy aus der Vermittlung ausländischer Pflegefachkräfte unterstützen das Projekt aus ihren jeweiligen Netzwerken.

Ein Zusammenschluss, der sich lohnt: Das Onboarding-Programm der Universität Vechta setzt auf persönliche Beziehungen als Grundlage von Zugehörigkeit und schafft damit echte Begegnung.



Sabine Behrens, Koordinatorin für Integration des Landkreises Vechta

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