Pressemitteilung —
Premiere in Cloppenburg: Rund 1.000 Gäste beim ersten „Science Day“
Wie funktioniert Bionik? Was lebt im Goldenstedter Moor? Und wer ist eigentlich der Phantomwurm „Walter“? Beim ersten „Science Day“ im Cloppenburger Mehrgenerationenhaus (MGH) drehte sich alles um die „Faszination Biologie“. Rund 1.000 kleine und große Entdeckerinnen und Entdecker haben die Gelegenheit genutzt, Naturwissenschaften hautnah und interaktiv zu erleben. Die Gemeinschaftsveranstaltung soll im Idealfall nach dem Premierenerfolg etabliert werden.
Bereits am Vormittag verwandelte sich das weitläufige Gelände des MGH in ein lebendiges Freiluftlabor. Mehr als 550 Schülerinnen und Schüler aus der Region strömten an die Stationen, um altersgerechte Experimente durchzuführen. „Unser Ziel war es, wissenschaftliches Arbeiten erlebbar zu machen und Jugendliche frühzeitig für MINT-Themen zu begeistern“, erklärt „MINT4YOUth“-Projektleiter Professor Dr. Michael Ewig von der Universität Vechta. Federführend hat Lukas Lindt vom MGH die Veranstaltung zusammen mit dem Science Shop Cloppenburg/Vechta, dem Cluster „MINT4YOUth“ und regionalen Partnern organisiert.
Rund 20 Mitmachaktionen boten unterschiedliche Schwerpunkte: Die Teilnehmenden konnten unter anderem die Organe des menschlichen Körpers oder das Wasserfiltern der Erde spielerisch erkunden, Proben aus dem Moor unter dem Mikroskop untersuchen, den Duft von Kräutern und das Wachstum von Bäumen kennenlernen oder einen echten Rettungswagen des Deutschen Roten Kreuzes inspizieren.
Ein besonderer Blickfang vor Ort war das gelbe „MoKuLab“ (Mobiles Kultur- und Labor-Fahrzeug) der Universität Vechta: Der Forschungsbus wurde für diesen Tag vom Thünen-Institut Bremerhaven genutzt, um spannende Einblicke in die moderne Meeresforschung zu bieten. Die Wissenswerkstatt lockte während der Hitze des Tages mit Informationen zur Funktion des Schweißes des menschlichen Körpers und mit einem Ventilator zum Selbstbauen. Alle Angebote des Tages waren – unterstützt durch zahlreiche Sponsoren – komplett kostenfrei, um allen Interessierten die Teilhabe zu ermöglichen.
Am Nachmittag öffnete die Veranstaltung für die breite Öffentlichkeit. Ein schöner Beleg für den Erfolg des Konzepts: Zahlreiche Kinder, die bereits am Vormittag mit ihren Schulklassen da gewesen waren, kehrten nachmittags mit ihren Eltern und Geschwistern zurück, um den Familien die eigenen Entdeckungen zu zeigen.
„Es war großartig zu sehen, wie neugierig und begeistert die Kinder beim Erkunden der Stände waren, und welche klugen Fragen die jungen Gäste an die Vortragenden hatten“, fasste es Katrin Hedemann vom Science Shop Vechta/Cloppenburg zusammen. Den Abschluss des Programms bildeten am Abend drei Vorträge, die spannende Einblicke in die Arbeit von Forschenden in der Meeresbiologie und der Medizinischen Biologie gaben. Prof. Dr. Helmut Hillebrand (Universität Oldenburg) tauchte mit dem Publikum ab in die einzigartige, aber bedrohte Vielfalt des Lebens im Meer. Dr. Janina Noster (Universität Oldenburg) entführte in „Die geheime Welt der Mikroben“ und vermittelte den Wettlauf zwischen der Entwicklung von Antibiotika und der Entstehung von Resistenzen. Prof. Dr. Markus Böggemann (Universität Vechta) rekonstruierte eine biologische Detektivgeschichte, die im vergangenen Jahr bundesweit für Schlagzeilen gesorgt hatte: die Spurensuche nach dem Phantomwurm „Walter“.
Nach der gelungenen Premiere blickt das Organisationsteam bereits nach vorn. Das Format habe sich bewährt, fasst es Mitorganisator Tim Bauermeister von der Universität Vechta zusammen. Vielleicht könne die Veranstaltung sogar zu einer festen, jährlich wiederkehrenden Institution im Landkreis Cloppenburg und darüber hinaus ausgebaut werden, um die regionale MINT-Bildung und den sozialen Zusammenhalt nachhaltig zu stärken.
Science Day
Der erste Science Day im Mehrgenerationenhaus Cloppenburg wurde ausgerichtet und unterstützt von: MINT4YOUth, Science Shop Cloppenburg, Mehrgenerationenhaus Cloppenburg, Familienbüro der Stadt Cloppenburg, SkF Cloppenburg - Sozialdienst katholischer Frauen e. V., Kleebaum Stiftung, Katholische Erwachsenenbildung – Bildungswerk Cloppenburg-Garrel e. V., Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.