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Die Organisator*innen der Tagung (v.l.): Prof.in Dr.in U. Knobloch, A.-C. Kleinert, C. Gnadt, Prof.in Dr.in H. Theobald (alle Uni Vechta), Dr.in C. Dengler (Uni Kassel). Digital zugeschaltet war Heidi Lehner, Geschäftsführerin Sunflower Foundation.
Die Organisator*innen der Tagung (v.l.): Prof.in Dr.in U. Knobloch, A.-C. Kleinert, C. Gnadt, Prof.in Dr.in H. Theobald (alle Uni Vechta), Dr.in C. Dengler (Uni Kassel). Digital zugeschaltet war Heidi Lehner, Geschäftsführerin Sunflower Foundation.

Pressemitteilung -

Tagung "Caring Societies" | Von der Sorgekrise zu sorgenden Gesellschaften

Vom 15. bis 17. September hat die interdisziplinäre Tagung „Caring Societies: Neue Abhängigkeiten oder mehr Gerechtigkeit?“ im Hybrid-Format stattgefunden, also an der Universität Vechta und digital. Vor Ort waren bis zu 30 Personen; insgesamt waren 130 Personen aus der Region und dem ganzen deutschsprachigen Raum angemeldet, um sich mit dem Thema der Sorge- und Versorgungsarbeit – wie beispielsweise Hausarbeit, Kinderbetreuung und Altenpflege – im Zusammenspiel unterschiedlicher Akteur*innen in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen auseinanderzusetzen.

Im Mittelpunkt der Caring Societies-Tagung stand die in Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit mittlerweile breit thematisierte Sorgekrise. Ihre unterschiedlichen Ausprägungen wurden benannt, die Lücken in der Versorgung pflegebedürftiger Älterer, die hohe Belastung und schwierige Situation von sorgenden Angehörigen ebenso wie die Schwierigkeiten in der professionellen Versorgung. Die Qualität des Sorgens und die Arbeitsbedingungen im Pflegebereich rückten dabei ebenso in den Fokus wie die Möglichkeiten, sorgende Organisationen zu stärken und zukunftsfähige Strukturen sorgenden Versorgens zu gestalten. Doch die Sorgekrise in all ihren Ausprägungen steht nicht für sich allein, sondern ist im Zusammenhang mit weiteren gesellschaftlichen Krisen vor allem der Klimakrise zu sehen.

Neben der interdisziplinären wissenschaftlichen Bearbeitung der Fragen aus der Perspektive der Politikwissenschaft und Soziologie, Gerontologie und Ökonomie wurden Ansätze der Veränderung aus Wissenschaft und Praxis bis hin zu politischen Reformen durchaus auch kontrovers diskutiert. In den Debatten wurden Facetten sorgender Gesellschaften entwickelt, die die Sorge und Versorgung ins Zentrum stellen und einzelne Bereiche wie beispielsweise die familiäre, professionelle Versorgung oder auch Freiwilligenarbeit neu strukturieren und verknüpfen. Durch die grundlegende Perspektive der wechselseitigen solidarischen Sorge und dem innovativen Zusammenspiel verschiedener gesellschaftlicher Bereiche könnten die Sorgekrisen bewältigt werden und Varianten nachhaltiger sorgender Gesellschaften entstehen.

Deutlich wurde, dass diese Diskussionen in der ganzen Breite zu führen und dafür neue Gesprächsformate zu schaffen sind. Viele zukunftsfähige Ideen, die vorrangig an der Sorge- und Versorgungslogik und nicht an der Markt- und Verwertungslogik orientiert sind, seien seit langem bekannt, werden aber in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft noch zu wenig mitgedacht, lautete ein Tagungsergebnis. Auch die Hochschulen müssten die Gestaltung zukunftsfähiger Strukturen sorgenden Versorgens stärker als bisher in den Blick nehmen. Während über die Professionalisierung von Sorge- und Pflegearbeit und die Einführung von Pflegewissenschaften schon seit Längerem diskutiert werde, gebe es noch zu viele Leerstellen, z.B. Hochschulen als Caring Organisations, Sorgeökonomie als grundlegender Teil der Wirtschaftswissenschaften oder ganz konkret das Thema pflegende Studierende.

Im nächsten Jahr wird der Sammelband zum Tagungsthema erscheinen, für den die an der Tagung diskutierten Beiträge weitergedacht werden. Darin wird auch ein Glossar enthalten sein, das die vielen neu entstehenden Begriffe erklärt. Weitere Informationen zur Caring Societies-Tagung finden Sie unter:

http://www.uni-vechta.de/tagung-caring-societies

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Zukunftsfragen der Gesellschaft stehen als Transformationsprozesse in ländlichen Räumen im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Diskurses. Durch die engmaschige Verbindung von Forschung, Lehre und Transfer und die gezielte Profilierung in den Bereichen Lehrer*innenbildung, Soziale Dienstleistungen, Agrar und Ernährung sowie Kulturwissenschaften befähigt die Universität Vechta künftige Generationen, komplexe Herausforderungen in ländlichen Räumen einer globalisierten Welt zu bewältigen.

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