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Bestsellerautorin Katja Just steht in gelber Regenjacke auf einen Steg an der Küste der Hallig Hooge.

Pressemitteilung

25 Jahre Hallig Hooge mit Bestsellerautorin Katja Just: "Hallig kann nicht jeder, ich bin immer noch da."

Liebe Kolleg*innen,

Seit 25 Jahren trotzt Bestsellerautorin Katja Just den Naturgewalten im Wattenmeer. In ihrem neuen Buch »Gegenwind auf dem Sommerdeich« nimmt die ehemalige Hallig-Bürgermeisterin uns mit in einen Alltag, der weit abseits von verklärter Meeridylle liegt.

»Halligleben ist anders – immer intensiv, manchmal anstrengend, durchaus ursprünglich und rau, aber auch vielseitig und erlebnisreich. Man kann das Halligleben nicht einfach nur mitmachen. Man muss die Hallig leben, wenn man bleiben möchte.« Katja Just

Just beschreibt den ständigen Tanz mit den Gezeiten und extremen Naturgewalten. Sie macht unmissverständlich klar, wie wichtig die Halligen als Bollwerk für den Küstenschutz sind und wie der Klimawandel ihr Zuhause bedroht. Und auch im Inneren des Hallig-Kosmos braut sich etwas zusammen. Also wie meistert man den Spagat zwischen Traditionen, festgefahrenen Meinungen sowie den drängenden Fragen der Zukunft? Und was passiert, wenn die raue Nordsee nicht nur an den Warften, sondern auch am Zusammenhalt der Halligleute rüttelt?

Trotz Gegenwind kommen in Justs Erzählungen die Landschaft, die Kultur und die tierischen Weggefährten, die das Leben auf der Hallig so besonders machen, natürlich nicht zu kurz. Sie zeigt uns, warum es sich lohnt, auch bei steifer Brise Haltung zu bewahren und wie sie auf Hooge ihr absolutes Lebensglück und die Liebe fand.

»Gegenwind auf dem Sommerdeich« ist kein verträumter Aussteiger-Roman, sondern ein packender, ehrlicher Bericht von der vordersten Küstenlinie. Wer wissen will, wie viel Kraft und Humor man braucht, um den Naturgewalten und den Launen der Mitmenschen auf engstem Raum zu trotzen, muss dieses Buch lesen. Es ist eine herrlich frische Liebeserklärung an ein Leben im Rhythmus der Gezeiten.

Katja Just wurde in München geboren und lebt seit 2000 auf Hallig Hooge. Hier vermietet sie Ferienwohnungen und engagiert sich politisch sowie gesellschaftlich. Bis 2023 war sie Bürgermeisterin der Gemeinde Hallig Hooge. Ihre ersten beiden Bücher standen monatelang auf der SPIEGEL-Bestsellerliste.

»Gegenwind auf dem Sommerdeich« erscheint am 3. August 2026. Gern schicke ich Ihnen vorab die PDF-Fahne und merke Ihnen auf Wunsch ein Rezensionsexemplar vor.

Katja Just steht für Interviews, Drehs und Talks zur Verfügung. Sie ist sowohl Ihre Ansprechpartnerin für Politik, Klima und Umwelt als auch für Tourismus, Natur und Leben auf den Halligen.

Ich freue mich auf Ihre Rückmeldung. Wenn Sie etwas Lesezeit mitbringen finden Sie im Anschluss noch ein Interview mit Katja Just, das einen schönen ersten Eindruck gibt.


Herzliche Grüße

Marion Nielsen

Autorin Katja Just sitzt mit Teetasse im Fenster ihres Hauses
Katja Just in ihrem Haus am Landsende (c)Mirko Honnens

Sie haben vor 25 Jahren die Welt der Luftfahrt in München mit der Welt der Gezeiten auf Hooge getauscht. Welchen Teil Ihres »Münchner Ichs« mussten Sie über Bord werfen, um jetzt sagen zu können: »Hallig kann nicht jeder – ich bin immer noch da«?
Katja Just: Bei der Lufthansa gab es Regeln und mein Tagesablauf war relativ klar definiert. Als selbständige Vermieterin auf Hooge, musste ich meine eigene Organisation und Struktur finden. In München waren Motorradfahren und Bergwandern meine große Leidenschaft. Beides nichts für die Hallig! Die Freiheit und Spontanität, die ich mit dem Motorradfahren verbunden habe, musste ich aufgeben. Statt durch Wälder oder auf Berge zu wandern, gibt es jetzt Spaziergänge am Meer. Dieser Naturgenuss ist mir zumindest in abgewandelter Form geblieben. Aber 1:1 ist tatsächlich nichts geblieben. Weder mein Job, noch meine Freizeitgestaltung. Spontanität in Bezug auf Ausflüge gibt es kaum. Und Anonymität und Alleinsein, wie ich es im Wald oder auf einer Bergwanderung genießen konnte, gibt es auf der Hallig definitiv nicht. Heute weiß ich, dass ich mein Halligleben nicht leben könnte, wenn ich Eigenschaften wie Disziplin, Haltung oder Offenheit nicht angenommen hätte und nicht leben würde. Das ist seit 25 Jahren eine neue Art von Ausbildung, der ich mich freiwillig und mit ganzem Herzen jeden Tag aufs Neue stelle.

Nach fünf Jahren an der Spitze der Gemeinde Hooge sind Sie nun wieder in der »zweiten Reihe« aktiv. War das Bürgermeisteramt für Sie letztlich eine Lektion in Demut oder eine Bestätigung Ihrer Skepsis gegenüber der modernen Anspruchsgesellschaft? Inwiefern ist engagieren Sie sich heute noch politisch?
Katja Just: Eine Bestätigung meiner Skepsis definitiv! Für Außenstehende ist es unvorstellbar, mit was sich ein ehrenamtlicher Bürgermeister alles beschäftigen muss und sich im besten Fall auch auskennen soll. Selbst ein Bürgermeister einer Halliggemeinde mit nur knapp einhundert Einwohnern. Die Verwaltungshürden sind die gleichen. Auch die Verantwortung die an das Amt gebunden ist, ist hoch. Eine Warftverstärkung ist ein Millionenprojekt. Als Auftraggeber unterschreibt der Bürgermeister den Vertrag. Zusammenarbeit mit Behörden und Ämtern, Verantwortung für den Haushalt, sowie Empathie und Führungsqualitäten - alles nebenbei und ehrenamtlich. Weit bevor ich die Qualitäten eines ehrenamtlichen Bürgermeisters bewerte, ziehe ich erst einmal meinen Hut, um diesem meinen Respekt zu zollen, so ein Amt neben seinem Job und neben seinen familiären Aufgaben zu übernehmen. Und das in einer Zeit, in der der gute Ton und der Respekt kaum noch Gewicht haben und Ansprüche der Gesellschaft ständig lauter werden. Dementsprechend ist meine Skepsis, wie lange dieses Ehrenamt noch unter diesen Bedingungen erfüllt werden soll, nach meiner eigenen Amtszeit weiterhin gewachsen. Ich kann mir kaum noch vorstellen, dass sich dafür noch leicht Menschen finden lassen.
Ich bin jetzt in der Ausschussarbeit aktiv und engagiere mich mit Herzblut für repräsentative Aufgaben rund um die Hallig. Sei es im Geschichts- und Kulturverein oder auch in der Trachtengruppe. Beides ist eng mit der Hallig verbunden und macht Spaß.

Der Titel »Gegenwind auf dem Sommerdeich« suggeriert Widerstand. Inwiefern ist das heutige Halligleben ein ständiger Kampf – vom »Blanken Hans« bis hin zu Konflikten unter den Halligleuten?
Katja Just: Mein ständiger Kampf bezieht sich mehr auf die moderne Anspruchsgesellschaft, als auf die klimatischen Veränderungen rund um die Halligwelt. Letzteres spielt natürlich langfristig eine existentielle Rolle, gerade dann, wenn man in einem tiefliegenden Reetdachhaus lebt. Dennoch fühlt sich das anders an. Natürlicher Gegenwind, natürliche Stürme gehören zum Leben mitten in der Nordsee dazu. Aber der menschengemachte Gegenwind, der sich zu einem Sturm auswachsen kann, geht tiefer. Wenn sich Menschen bewusst dazu entscheiden, dir Steine in den Weg zu legen oder schlecht über dich zu reden oder dir immer wieder vorhalten, was du alles falsch machst, ist unterm Strich verletzender. Ich werde es nie begreifen, wie sich Menschen in den sogenannten sozialen Netzwerken auslassen, obwohl sie oftmals in keinster Weise über Fakten verfügen. Und ich ertrage es auch nur noch bedingt, sich gerade im Rahmen der politischen Arbeit, immer wieder Forderungen aussetzen zu müssen, aber im Vergleich, kaum aktive und vor allem konstruktive Unterstützung zu erfahren. Konflikte untereinander sind ja kein Halligphänomen. Hier spielt allerdings die Enge auf unserem kleinen Eiland eine große Rolle. Aus dem Weg gehen kann man sich nicht. So bleibt einem eigentlich nichts anderes übrig, als einen Weg des Miteinanders zu finden. Ich baue hier für mich auf Reflexion, aber auch auf Aushalten. Aussitzen und sich zurückziehen geht auch, halte ich aber für den schlechteren und vor allem ungesünderen Weg. Und in so einer kleinen Gemeinschaft ist es eigentlich schade, auf irgendjemanden verzichten zu müssen, denn jeder Mensch hat seine Stärken, die er einbringen sollte und die alle weiterbringen könnten.

Ihr Garten am Landsende ist Ihr persönlicher Rückzugsort, sie schreiben von tierischen Weggefährten und der Natur, die das Leben auf der Hallig so besonders machen. Inwiefern ist dieses Buch auch eine Liebeserklärung an Hooge und warum sind die Halligen für ein Sehnsuchtsort?
Katja Just: Den natürlichen Kreislauf von Leben und Sterben, Kommen und Gehen, Aktivsein und Ruhen, so nah erleben zu können wie hier, kann ich mir kaum an einem anderen Ort vorstellen. Wenn mit dem Frühjahr Farben und Leben Einzug halten oder ab Herbst, der Vogelzug gen Süden startet und es wieder farblos und ruhig auf der Hallig wird, freue ich mich fast schon selbst auf die Winterruhe, um wieder etwas durchschnaufen zu können. Irgendwie ist man hier an allem näher dran, das Leben ist intensiv. Die vier Jahreszeiten allein durch den Blick durchs Fenster in meinem Garten zu beobachten, lässt mich selbst Lebendigkeit spüren.

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Die Verlagsgruppe hat ihren Sitz in München und ist Teil der Holtzbrinck Publishing Group.

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