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Tourismus im Realitätscheck: Wie Betriebe aktuelle Herausforderungen einordnen und Zukunftsperspektiven entwickeln

Fachkräftemangel, steigende Erwartungen von Gästen und ein sich stetig wandelndes Umfeld – viele Tourismusbetriebe stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Doch was bedeutet das konkret für den Arbeitsalltag? Und wie können Betriebe Entwicklungen besser einordnen und für sich nutzen?

Das Zukunftszentrum MV+ unterstützt Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern mit praxisnahen Weiterbildungen rund um Zukunftsthemen.

Ein zentraler Baustein ist die Weiterbildung „Realitätscheck Tourismus – Austausch, Einordnung und Orientierung für Betriebe im Tourismus“. Sie bietet Raum für Austausch, Reflexion und neue Impulse für die betriebliche Praxis.

Wir haben mit Henry Foth, Experte für Nachhaltigkeit im Zukunftszentrum MV+, darüber gesprochen, welche Herausforderungen Betriebe aktuell bewegen, wo Chancen liegen und warum es sich lohnt, Entwicklungen bewusst einzuordnen.

Schön, dass du dir Zeit für das Gespräch nimmst! Die Weiterbildung richtet sich gezielt an Unternehmen aus dem Tourismus. Was hat dich dazu bewegt, dieses Angebot zu entwickeln?

Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist eine unglaublich wichtige Branche, gleichzeitig erleben viele Betriebe gerade große Veränderungen im Alltag. Mir war wichtig, ein Angebot zu schaffen, das nicht nur Wissen vermittelt, sondern Raum für Austausch und Orientierung bietet. Viele Unternehmer:innen haben wenig Zeit, sich bewusst mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen. Genau dort setzt die Weiterbildung an: Sie soll helfen, aktuelle Entwicklungen besser einzuordnen und gemeinsam auf die Realität der Branche zu schauen.

Wenn du die Weiterbildung in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären das?

Praxisnah, ehrlich und zukunftsorientiert. Praxisnah, weil konkrete Herausforderungen aus dem Arbeitsalltag im Mittelpunkt stehen. Ehrlich, weil wir offen über aktuelle Schwierigkeiten sprechen. Zukunftsorientiert, weil der Blick immer auch auf Lösungsansätze und Perspektiven gerichtet ist.

Wenn du auf die aktuelle Situation im Tourismus blickst: Was beschäftigt dich und die Betriebe im Moment besonders?

Ich nehme wahr, dass sich viele Betriebe in einer Phase großer Unsicherheit befinden. Rahmenbedingungen verändern sich schnell, während die Anforderungen im Alltag kontinuierlich steigen. Viele fragen sich: Welche Entwicklungen sind wirklich relevant? Worauf sollte man sich fokussieren? Und wie bleibt neben dem operativen Geschäft Raum für strategische Themen? Gerade diese Frage nach Orientierung beschäftigt viele Betriebe aktuell stark.

Viele Betriebe stehen vor großen Herausforderungen – etwa beim Thema Personal oder steigenden Erwartungen der Gäste. Was erlebst du hier konkret?

Das Thema Personal spielt für viele Betriebe eine zentrale Rolle. Mitarbeitende zu finden und langfristig zu halten, ist in vielen Bereichen schwierig geworden. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Gäste – etwa bei Service, Flexibilität oder digitalen Angeboten. Hinzu kommen wirtschaftlicher Druck durch steigende Kosten und saisonale Schwankungen. Viele Betriebe leisten enorm viel und arbeiten teilweise an ihrer Belastungsgrenze.

Gleichzeitig bringt Veränderung ja auch Chancen mit sich. Wo siehst du aktuell positive Entwicklungen für die Branche?

Ich sehe viele Betriebe, die sehr engagiert und kreativ mit Veränderungen umgehen. Gerade kleinere Unternehmen haben oft eine große Nähe zu ihren Gästen und können flexibel auf neue Anforderungen reagieren.

Außerdem wächst das Bewusstsein für Themen wie Regionalität, Nachhaltigkeit und Unternehmenskultur. In diesen Bereichen bringen viele Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern bereits starke Grundlagen mit. Genau darin liegen aus meiner Sicht große Chancen – besonders für Unternehmen, die authentisch bleiben und ihre eigenen Stärken sichtbar machen.

Gerade kleinere Betriebe haben oft wenig Zeit und Ressourcen. Welche ersten Schritte empfiehlst du, um sich gut für die Zukunft aufzustellen?

Der wichtigste Schritt ist aus meiner Sicht, sich bewusst Zeit für Reflexion zu nehmen. Oft muss nicht sofort alles verändert werden. Viel wichtiger ist zunächst die Frage: Wo steht der eigene Betrieb aktuell?

Hilfreich ist es außerdem, Prioritäten zu setzen und nicht zu versuchen, alle Entwicklungen gleichzeitig abzudecken. Kleine, realistische Schritte sind oft wirksamer als große Pläne, die sich im Alltag kaum umsetzen lassen. Auch der Austausch mit anderen Betrieben kann dabei sehr wertvoll sein.

Im Workshop geht es um Austausch und Orientierung. Was ist dir dabei besonders wichtig – und was können die Teilnehmenden für sich mitnehmen?

Mir ist wichtig, dass ein offener und ehrlicher Austausch entsteht. Viele Herausforderungen ähneln sich, auch wenn die Betriebe unterschiedlich aufgestellt sind. Oft hilft es bereits zu merken, dass andere mit ähnlichen Fragen konfrontiert sind.

Die Teilnehmenden sollen mehr Klarheit gewinnen, Entwicklungen besser einordnen können und konkrete Denkanstöße für den eigenen Betrieb mitnehmen. Gleichzeitig soll der Workshop Mut machen, sich aktiv mit Zukunftsthemen auseinanderzusetzen, ohne dabei den Anspruch zu haben, sofort alles perfekt lösen zu müssen.

Vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke! Das Interview zeigt: Der Tourismus steht vor vielfältigen Herausforderungen – gleichzeitig eröffnen sich neue Perspektiven für Betriebe, die sich aktiv mit Veränderungen auseinandersetzen und den Austausch suchen.

Die Weiterbildung „Realitätscheck Tourismus – Austausch, Einordnung und Orientierung für Betriebe im Tourismus“ findet am 16.06.2026 von 9:00 bis 12:00 Uhr digital statt.

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