Pressemitteilung —
Strompreise schwanken, was das eigene Dach damit zu tun hat
Strom und Gas wurden für private Haushalte zuletzt günstiger. Gleichzeitig ziehen die Energiepreise wieder kräftig an. Wer ein Eigenheim besitzt, kann sich diesem Auf und Ab nicht vollständig entziehen. Mit selbst erzeugtem Solarstrom lässt sich das Preisrisiko aber zumindest teilweise verringern. Wie groß dieser Effekt ist, hängt weniger vom Strommarkt als vom eigenen Haus ab, wie der Energiecheck Eigenheim zeigt.
Themenvorschlag als Kurz- und Langversion und Foto zur freien Verwendung, Kürzung oder Zitierung.
Kurzversion:
Ende September meldete das Statistische Bundesamt zunächst eine erfreuliche Zahl für Haushalte: Strom kostete im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 Cent je Kilowattstunde und damit 6,4 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Entwarnung ist das trotzdem nicht. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 liegt der Preis noch immer 16,4 Prozent höher. Und wie schnell sich Energiemärkte verändern können, zeigt eine zweite Zahl: Die Verbraucherpreise für Energie insgesamt lagen im September 14,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dahinter stehen allerdings nicht in erster Linie höhere Strompreise, sondern zuletzt vor allem deutlich gestiegene Kraftstoff- und Heizölpreise.
Für Hauseigentümer ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob Strom im nächsten Monat ein paar Cent teurer oder billiger wird. Interessanter ist, wie stark die eigenen Energiekosten künftig überhaupt noch von solchen Preisschwankungen abhängen. Wer einen Teil seines Stroms selbst erzeugt, verändert genau diese Rechnung.
Eine Antwort liegt auf dem eigenen Dach. Eine Photovoltaikanlage allein deckt laut Verbraucherzentrale rund 25 bis 30 Prozent des jährlichen Strombedarfs eines typischen Einfamilienhauses, mit Speicher sind unter günstigen Bedingungen bis zu 70 Prozent möglich. Entscheidend ist dabei weniger der Strommarkt als das Haus selbst: Dachfläche, Verschattung, Verbrauchsprofil, Heizung, perspektivisch ein Elektroauto.
Ein einfaches Rechenbeispiel zeigt den Effekt: Steigt der Arbeitspreis um 5 Cent je Kilowattstunde, kostet das einen 4.000-kWh-Haushalt ohne PV rechnerisch 200 Euro mehr im Jahr. Bei 30 Prozent Eigenversorgung sind es nur noch 140 Euro, bei 70 Prozent rund 60 Euro. Vollständige Unabhängigkeit ist damit nicht erreichbar – gerade im Winter bleibt Netzstrom nötig. Aber die entscheidende Stellschraube ist nicht der künftige Strompreis, sondern die Frage, wie viele Kilowattstunden ein Haushalt überhaupt noch zukaufen muss.
Der kostenlose Energiecheck Eigenheim (sechs Fragen, ohne Registrierung) gibt dazu eine erste Orientierung für das eigene Gebäude. Auf der Webseite www.energiecheck-eigenheim.de gibt es außerdem einen kostenlosen, 12-seitigen Leitfaden zum Thema "Solarstrom vom eigenen Dach".
Langversion:
Strompreise sinken, Energiepreise insgesamt steigen um 14,9 Prozent: Was eigener Solarstrom gegen Preisrisiken leisten kann
Strom und Gas wurden für private Haushalte zuletzt günstiger. Gleichzeitig ziehen die Energiepreise wieder kräftig an. Wer ein Eigenheim besitzt, kann sich diesem Auf und Ab nicht vollständig entziehen. Mit selbst erzeugtem Solarstrom lässt sich das Preisrisiko aber zumindest teilweise verringern. Wie groß dieser Effekt ist, hängt weniger vom Strommarkt als vom eigenen Haus ab. Der Energiecheck Eigenheim hat dazu einen kostenlosen Leitfaden herausgegeben.
Manchmal erzählen zwei Statistiken erst zusammen die ganze Geschichte.
Ende September meldete das Statistische Bundesamt zunächst eine erfreuliche Zahl für Haushalte: Strom kostete im ersten Halbjahr 2026 durchschnittlich 37,97 Cent je Kilowattstunde und damit 6,4 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025. Entwarnung ist das trotzdem nicht. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2021 liegt der Preis noch immer 16,4 Prozent höher. Und wie schnell sich Energiemärkte verändern können, zeigt eine zweite Zahl: Die Verbraucherpreise für Energie insgesamt lagen im September 14,9 Prozent über dem Vorjahresmonat. Dahinter stehen allerdings nicht in erster Linie höhere Strompreise, sondern zuletzt vor allem deutlich gestiegene Kraftstoff- und Heizölpreise.
Für Hauseigentümer ist deshalb weniger die Frage entscheidend, ob Strom im nächsten Monat ein paar Cent teurer oder billiger wird. Interessanter ist, wie stark die eigenen Energiekosten künftig überhaupt noch von solchen Preisschwankungen abhängen. Wer einen Teil seines Stroms selbst erzeugt, verändert genau diese Rechnung.
Wer zur Miete wohnt, hat darauf nur begrenzten Einfluss. Ein Hauseigentümer hat eine zusätzliche Möglichkeit: Er kann einen Teil seines Stroms selbst erzeugen.
Wie groß dieser Teil sein kann, entscheidet allerdings nicht der Strompreis. Es entscheiden Dachfläche und Verschattung, Stromverbrauch und Tagesrhythmus, Heizung, Elektroauto und gegebenenfalls ein Speicher. Genau an dieser Stelle setzt der kostenlose Energiecheck Eigenheim an: Sechs Fragen geben Hauseigentümern eine erste Orientierung, welche Rolle Photovoltaik, Heizung und zukünftige Stromverbraucher beim eigenen Gebäude spielen könnten. Der Check funktioniert ohne Registrierung und zeigt das Ergebnis direkt an.
Energiecheck: www.energiecheck-eigenheim.de
Was bedeutet „unabhängiger“ eigentlich?
Der Begriff fällt in der Solarwerbung schnell. Ganz unabhängig vom Strommarkt wird ein normales Eigenheim mit Photovoltaik dadurch nicht.
Im Sommer kann eine Anlage zeitweise mehr Strom produzieren, als das Haus benötigt. Im Dezember und Januar sieht die Bilanz anders aus. Und nachts bleibt die Sonne bekanntlich auch bei einem großen Solardach aus.
Die Verbraucherzentrale nennt für ein typisches Einfamilienhaus eine brauchbare Größenordnung: Eine Photovoltaikanlage allein kann ungefähr 25 bis 30 Prozent des jährlichen Strombedarfs selbst decken. Mit einem passend dimensionierten Batteriespeicher kann der sogenannte Autarkiegrad unter günstigen Bedingungen auf bis zu etwa 70 Prozent steigen. Vollständige Unabhängigkeit erreicht der Haushalt damit nicht. Gerade in den Wintermonaten bleibt Strom aus dem Netz notwendig.
Dennoch verändert sich etwas Entscheidendes: Für den selbst erzeugten und selbst genutzten Teil des Stroms spielt der künftige Arbeitspreis des Versorgers keine unmittelbare Rolle mehr.
Das ist eine andere Form von Rendite als eine hohe Einspeisevergütung. Es geht um die Frage, wie viel Energie ein Haushalt in den kommenden Jahren nicht mehr zu einem unbekannten zukünftigen Preis kaufen muss.
Was fünf Cent mehr Strompreis ausmachen
Ein vereinfachtes Beispiel zeigt den Effekt.
Ein Haushalt benötigt 4.000 Kilowattstunden Strom im Jahr. Steigt der Arbeitspreis seines Stromtarifs um fünf Cent je Kilowattstunde, verteuert sich dieser Verbrauch rechnerisch um 200 Euro jährlich.
Deckt der Haushalt dagegen 30 Prozent seines Jahresbedarfs mit eigener Photovoltaik, kauft er noch etwa 2.800 Kilowattstunden aus dem Netz. Dieselbe Preissteigerung schlägt dann rechnerisch mit 140 Euro statt mit 200 Euro zu Buche.
Bei einem Autarkiegrad von 70 Prozent wären noch etwa 1.200 Kilowattstunden der Preissteigerung ausgesetzt. Der zusätzliche Aufwand läge dann bei rund 60 Euro.
Das ist ausdrücklich keine Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine Solaranlage. Investitionskosten, Finanzierung, Wartung, Speicherverluste und die entgangene Einspeisevergütung fehlen in diesem Beispiel. Es zeigt lediglich einen Punkt: Je weniger Strom ein Haushalt zukaufen muss, desto geringer wirkt sich eine Veränderung des Netzstrompreises auf diesen Teil seiner Kosten aus.
Der Strompreis ist nur eine Hälfte der Rechnung
Deshalb wäre es trotzdem falsch, eine Solaranlage allein als Versicherung gegen steigende Strompreise zu betrachten.
Auch eigener Solarstrom ist nicht kostenlos. Module, Wechselrichter, Montage und gegebenenfalls Speicher kosten Geld. Die Verbraucherzentrale veranschlagt die Erzeugungskosten bei typischen neuen privaten Anlagen grob mit etwa 10 bis 15 Cent je Kilowattstunde. Der genaue Wert hängt stark von Investitionskosten, Ertrag und Lebensdauer der Anlage ab.
Entscheidend für die Wirtschaftlichkeit wird deshalb, wie viel des erzeugten Stroms der Haushalt sinnvoll selbst nutzen kann.
Das erklärt auch den großen Unterschied zur Einspeisung. Für eine neue Anlage bis zehn Kilowatt Leistung beträgt die gesetzliche Vergütung für überschüssig eingespeisten Strom bei Inbetriebnahme seit August 2026 noch 7,70 Cent je Kilowattstunde (zuvor, seit Februar 2026, waren es 7,78 Cent), Tendenz durch die gesetzlich vorgesehene halbjährliche Degression weiter leicht fallend. Netzstrom kostet Haushalte dagegen ein Mehrfaches.
Eine selbst verbrauchte Kilowattstunde kann deshalb wirtschaftlich wertvoller sein als eine eingespeiste. Daraus folgt allerdings nicht, dass jedes Dach möglichst klein belegt oder jeder Keller mit einem möglichst großen Speicher ausgestattet werden sollte. Eine Anlage muss über Jahrzehnte zum Gebäude passen.
Die Wärmepumpe verändert die Rechnung
Besonders interessant wird die Frage, wenn sich nicht nur der Strompreis verändert, sondern auch das Haus.
Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht heute vielleicht 4.000 Kilowattstunden Strom. Solange die Gasheizung läuft und vor der Tür ein Benziner steht, lässt sich damit relativ einfach planen.
Dann kommt die Wärmepumpe. Später vielleicht ein Elektroauto und eine Klimanlage.
Plötzlich steigt der Strombedarf erheblich, gleichzeitig kann der Haushalt mehr Solarstrom selbst verwenden. Eine Anlage, die ausschließlich nach der Stromrechnung von 2026 dimensioniert wurde, kann dann zu klein wirken.
Damit bekommt das Thema Energiepreise eine zweite Ebene. Es geht nicht nur darum, was eine Kilowattstunde künftig kosten wird, sondern auch darum, wie viele Kilowattstunden ein Haushalt künftig überhaupt kaufen muss. Die zweite Größe lässt sich zumindest teilweise beeinflussen.
Ein Speicher verschiebt Strom, nicht den Sommer in den Winter
Ein Batteriespeicher kann dabei helfen. Er nimmt Solarstrom auf, der mittags nicht benötigt wird, und stellt ihn am Abend oder in der Nacht bereit.
Seine Grenzen sollte man allerdings kennen. Ein Heimspeicher verschiebt Energie um Stunden oder vielleicht einen Tag. Den Solarüberschuss vom Juli kann er nicht bis in den Januar retten.
Deshalb bleibt auch ein Haus mit Photovoltaik und Speicher vom öffentlichen Stromnetz abhängig. Wer mit Begriffen wie „100 Prozent autark“ wirbt, sollte erklären müssen, unter welchen Annahmen diese Zahl zustande kommt.
Die seriösere Frage lautet: Wie viel Netzstrom kann dieses konkrete Haus im Jahresverlauf sinnvoll ersetzen?
Preisrisiko senken heißt nicht: um jeden Preis investieren
Und noch etwas gehört zu einer nüchternen Verbraucherrechnung: Nicht jede hohe Stromrechnung verlangt zuerst nach Solarmodulen.
Wer in einem teuren Tarif steckt, sollte zunächst prüfen, ob ein Anbieterwechsel Kosten senken kann. Auch weniger Verbrauch spart jede Kilowattstunde vollständig ein. Eine Photovoltaikanlage ist dagegen eine langfristige Investition, die sich am Gebäude rechnen muss.
Ihre besondere Stärke liegt an anderer Stelle: Ist sie einmal installiert, kennt der Eigentümer einen erheblichen Teil der Kosten seiner eigenen Stromproduktion für viele Jahre im Voraus. Das unterscheidet sie vom Energiebezug, dessen Preis von Großhandel, Netzentgelten, Steuern, geopolitischen Krisen und der Beschaffungsstrategie des Versorgers beeinflusst wird.
Gerade die jüngsten Zahlen zeigen, wie wenig geradlinig diese Entwicklung verläuft. Während die durchschnittlichen Strompreise der Haushalte im ersten Halbjahr sanken, zogen die Energiepreise insgesamt im Spätsommer wieder deutlich an. Zugleich haben sich die europäischen Gaspreise 2026 kräftig erhöht. Als Ursachen gelten der bewaffnete Konflikt im Iran sowie die Blockade der Straße von Hormus, was in Kombination mit knappen Raffineriekapazitäten zu hohen Rohölpreisen führte. Für private Stromkunden kommen solche Bewegungen häufig erst mit Verzögerung an, weil Versorger langfristiger einkaufen.
Niemand kann heute seriös sagen, wie viel die Kilowattstunde Netzstrom im Jahr 2030 oder 2035 kosten wird.
Für Hauseigentümer ist deshalb vielleicht eine andere Zahl interessanter: Wie viel davon werde ich dann noch kaufen müssen?
Der Energiecheck Eigenheim gibt mit sechs Fragen eine erste Orientierung zu Dach, Heizung, künftigem Strombedarf und möglichen nächsten Schritten. Er ersetzt keine technische Planung oder individuelle Wirtschaftlichkeitsrechnung.
Weitere Informationen und Energiecheck: www.energiecheck-eigenheim.de oder im angehängten, kostenlosen Leitfaden "Solarstrom vom eigenen Dach" mit 18-Fragen-Checkliste.
Quellen: Destatis-Pressemitteilung Nr. 348 vom 30.9.2026, Verbraucherzentrale-Fundstelle zu Autarkiegrad/Erzeugungskosten, Bundesnetzagentur/EEG-Vergütungssätze.
Redaktion
infokontor GmbH
www.infokontor.de
Links
Themen
Kategorien
Laden Sie kostenfrei unser Material runter und veröffentlichen Sie es gerne.
infokontor wurde im Jahr 2000 in Köln als erste Content-Agentur in Deutschland vom ehemaligen TV-Journalisten Wilfried Grosse-Berg gegründet. Seitdem entwickelt, produziert und verteilt die Redaktion von infokontor die Inhalte alle relevanten Kanäle der TV-, Radio-, Online- und Printmedien. Außerdem monitort und analysiert infokontor mit KI-basierten Tools Veröffentlichungen in den redaktionellen und sozialen Medien.
infokontor - das sind erfahrene Journalisten, Filmemacher, Fotografen, Digital Media Designer, Produzenten und Data Scientists. Wir nutzen weltweite Kontakte zu allen relevanten Medienkanälen und Redaktionen. Neben dem Kernteam steht uns ein breites Netzwerk an kreativen Dienstleistern zur Verfügung: etwa freiberufliche Kamerateams, Autoren, Redakteure, Blogger und Influencer. So können wir global, schnell und professionell produzieren und die Inhalte verteilen - auch tagesaktuell.