Pressemitteilung —
95 Millionen Euro für die Energiewende in der Region
++ Bayernwerk Netz GmbH stellt Weichen für eine zuverlässige Energieversorgung in der Region ++ Rekordbudgets für Netzausbau ++
Regensburg/Schwandorf. 95 Millionen Euro wendet die Bayernwerk Netz GmbH im Jahr 2026 für die Energiewende im Versorgungsgebiet des Kundencenters Schwandorf auf – und damit 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Daniel Liegl, Leiter des Kundencenters: „Mit Rekordbudgets setzen wir unseren Weg des ambitionierten Netzausbaus fort.“ Neben dem Netzausbau über alle Spannungsebenen hinweg bleibt die Digitalisierung der Energieinfrastruktur ein zentrales Thema.
Enorme Anforderungen an Energieinfrastruktur
„Neue Berechnungen zeigen, dass sich die Erzeugungsleistung der Erneuerbaren, überwiegend aus Photovoltaik und Windkraft, bis 2045 verdreifachen wird. Gleichzeitig rechnen wir in diesem Zeitraum mit einer Verdopplung des Stromverbrauchs, angetrieben durch E-Mobilität, Wärmepumpen und Rechenzentren“, konkretisiert der Kundencenter-Leiter. Damit steigen die Anforderungen an die Energieinfrastruktur nochmal enorm.
Starker Zu- und Ausbau bei EE-Anlagen
Im Versorgungsgebiet des Kundencenters Schwandorf sind auf der Nieder- und Mittelspannungsebene in Summe 41.019 Erneuerbare Energie-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.059 Megawatt in Betrieb. (Stand: 28. Mai 2026) Der Großteil entfällt auf Photovoltaik-Anlagen. Mit 40.455 Anlagen und einer Leistung von 945 Megawatt sind sie für den Großteil der EE-Leistung in der Region verantwortlich. Auf Platz zwei und drei folgen 144 Biomasse-Anlage mit einer Einspeiseleistung von 74 Megawatt und 16 Windkraftanlagen mit einer Erzeugungsleistung von 20 Megawatt. Weitere Anlagen, beispielsweise KWK und Wasserkraft, spielen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle.
2025: ein Plus von gut 194.000 Metern Netz
Dieser enormen Einspeisemenge begegnet der Verteilnetzbetreiber mit dem weiteren Ausbau seiner Netze. Allein im Versorgungsgebiet des Kundencenters Schwandorf, das 84 Gemeinden in den Landkreisen Amberg-Sulzbach, Cham, Regensburger Land, Schwandorf und Straubing-Bogen versorgt, kamen im vergangenen Jahr 114.517 Meter Niederspannungskabel und 79.521 Meter Mittelspannungskabel hinzu. Auch in puncto Digitalisierung hat das Kundencenter einen weiteren großen Schritt mit 196 zusätzlichen smarten Ortsnetzstationen nach vorne gemacht, davon 94 sogenannte digitale Ortsnetzstationen (digiONS) und 102 Retrofit-Stationen. DigiONS sind von Grund auf neu und mit moderner, digitaler Technologie ausgestattet, um Fernüberwachung und -steuerung zu ermöglichen. Bei den Retrofit-Stationen hingegen handelt es sich um Bestandsanlagen, die nachträglich mit intelligenter Mess- und Kommunikationstechnik nachgerüstet werden. Die Digitalisierungsoffensive wird im Jahr 2026 weiter fortgesetzt.
Drei Beispiele für den Netzausbau in der Region
Mehr Kapazitäten für Schwandorf
Die Bayernwerk Netz investiert in das Stromnetz von Schwandorf. Der Ersatzbau von zwei 20-Kilovolt-Kabeln im Bereich des Umspannwerks Naab hat bereits begonnen. Die neuen, etwa 600 Meter langen Kabel haben einen größeren Querschnitt als die bisherigen und können dadurch deutlich mehr Strom sicher transportieren. Eine Besonderheit des Projekts ist die rund 250 Meter lange Spülbohrung unterhalb der Naab. Die mit 550.000 Euro budgetierte Baumaßnahme dauert bis voraussichtlich Ende Juni 2026.
Sichere Energiezukunft für Reichenbach
Die Bayernwerk Netz investiert in die Modernisierung der lokalen Energieinfrastruktur von Reichenbach (Landkreis Cham). Kern der Maßnahme ist die Verkabelung der bestehenden Mittelspannungsfreileitung. Auf einer Länge von rund 1,2 Kilometern wird ein leistungsstarkes Erdkabel verlegt. Dank des größeren Kabelquerschnitts können künftig deutlich höhere Strommengen zuverlässig transportiert werden. Ergänzend werden zwei neue digitale Ortsnetzstationen gebaut, die die bisherige Ortsnetzstation Reichenbach 1 sowie die Maststation Linden ersetzen werden. Nach der Inbetriebnahme der neuen Leitung wird die rund 0,85 Kilometer lange Freileitung zurückgebaut. Die Trassierung befindet sich in der finalen Planung. Der Baustart ist für Mitte 2026 vorgesehen, das Bauende für November 2026. Die Maßnahme ist mit 440.000 Euro budgetiert.
Höhere Versorgungssicherheit für Bruck
Um die Stromversorgung im Raum Bruck (Landkreis Schwandorf) zu stärken, investiert die Bayernwerk Netz in den Ausbau der lokalen Energieinfrastruktur. Zwischen den Brucker Ortsteilen Wackenried und Sollbach wird die bestehende 20-kV-Freileitung durch ein leistungsstarkes Erdkabel ersetzt. Die neue Verkabelung verläuft über eine Länge von rund 1,3 Kilometern und erhöht neben der Versorgungssicherheit auch die Netzkapazität. Zusätzlich werden zwei digitale Ortsnetzstationen als Ersatz für zwei bestehende Stationen errichtet. Nach der Inbetriebnahme des neuen Erdkabels wird die rund 1,6 Kilometer lange Mittelspannungsfreileitung zurückgebaut. Die Planung des mit 700.000 Euro angesetzten Projekts ist bereits abgeschlossen. Der Baubeginn ist für Mitte 2026 vorgesehen, das Bauende für Frühjahr 2027.
Sicherheit, Stabilität und Resilienz
Die Versorgungssicherheit im Netzgebiet der Bayernwerk Netz liegt bei über 99 Prozent. Für die restlichen 0-Komma-Prozent, denen klimatische und sicherheitsrelevante Risiken zugrunde liegen, gibt es keinen umfassenden Schutz, kann es keinen umfassenden Schutz geben. Die Bayernwerk Netz beobachtet die Sicherheitslage genau und nimmt Entwicklungen zum Anlass, ihre Aktivitäten bei Bedarf anzupassen stets vor dem Hintergrund, im Krisenfall schnell und effektiv reagieren zu können. Mit Bundeswehr, Heimat- und Zivilschutz, THW und Freiwilligen Feuerwehren steht der Verteilnetzbetreiber im engen Austausch und führt gemeinsame Übungen durch.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.