Pressemitteilung -
Erste Flamme im Heizwerk Dingolfing
UP Energiewerke nehmen erstmals Biomassekessel in Betrieb – 15 Megawatt Wärmeleistung sind startklar
Dingolfing. Die UP Energiewerke GmbH, ein Unternehmen der Stadtwerke Dingolfing und der Bayernwerk Natur, haben Ende 2025 die ersten Heizkessel im neuen Heizwerk Dingolfing in Betrieb genommen. Mit der symbolischen ersten Flamme geht es nun in die „heiße Phase“, den Betriebshochlauf am Standort in der Industriestraße. In den kommenden Jahren sollen die Kesselanlagen dann einen großen Teil des Heißwasserbedarfs am BMW-Standort aus nachwachsenden Rohstoffen decken.
Zündung für 145 Grad heiße Prozesswärme
Die erste Flamme brennt. Wohlig warm strömt heiße Luft aus Kessel 1, dem Altholzkessel, der künftig altes und nicht wiederverwendbares Palettenholz zu Prozesswärme verbrennt. Kurze Zeit später steigt weißer Dampf aus dem rund 26 Meter hohen Kamin des neuen Heizwerks und verkündet weithin sichtbar: Der erste Testlauf in den UP Energiewerken Dingolfing ist geglückt. Von nun an kann nachhaltig erzeugte Wärme aus diesem Heizwerk geliefert werden.
Gemeinsam stießen die Projektteilnehmer der Stadtwerke Dingolfing, der Bayernwerk Natur, der BMW Group Dingolfing sowie der Stadt Dingolfing vor wenigen Wochen auf den ersten geglückten Brennvorgang an. Ab diesem Jahr sollen von hier aus drei neue Kessellinien für 15 Megawatt nachhaltig erzeugte Wärme sorgen, die in die nahe gelegenen BMW-Werke geliefert werden. „Wir freuen uns riesig über die erste Flamme und den damit erfolgreichen Start unserer Wärmeerzeugung am neuen Standort. Wir hoffen, dass viele tausende Betriebsstunden diese Flammen in den Kesseln brennen und eine hocheffiziente Wärmeerzeugung leisten werden“ sagten die beiden Geschäftsführer Robert Heider und Stefan Pscheidl zur Eröffnung.
Großer Hebel durch Wechsel auf Biomasse
Über 20.000 Tonnen Kohlendioxid – das ist die Menge an CO2, die künftig im Rahmen der Wärmeerzeugung am Produktionsstandort von BMW in Dingolfing eingespart werden können. Denn die Wärme wird auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe erzeugt: Etwa ein Viertel der Biomasse, die in der Anlage verfeuert werden, besteht aus unbehandeltem Restholz wie beispielsweise Paletten, die direkt aus dem BMW-Werk kommen und an der Anlage aufbereitet und zerkleinert werden. Der restliche Brennstoff stammt aus der regionalen Forstwirtschaft in circa 60 km Umkreis. Dieses Holz, in Form von Waldrestholz oder Gipfelholz kann nicht anderweitig verwendet werden und würde alternativ beispielsweise ins Ausland exportiert werden. „Mit dem Heizwerk in Dingolfing schaffen wir eine effektive Energieversorgung, die Erzeugung und Verbrauch durch geringe Distanzen bestens in Verbindung bringt. Damit stärken wir den heimischen Wirtschaftskreislauf und die Nachhaltigkeit unserer Erzeugungsleistung gleichzeitig“, sagt Albert Zettl, Vorstand Markt & Personal der Bayernwerk AG.
Auch die 2. Bürgermeisterin der Stadt Dingolfing Maria Huber ist stolz auf das startklare Großprojekt: „Mit dem Heizwerk an der Industriestraße stellen wir eindrucksvoll unter Beweis, wie die Zusammenarbeit in Zeiten der Energiewende zwischen Großindustrie, der lokalen- und regionalen Energieversorgung und uns als Kommune funktionieren kann.“
Inbetriebnahme und Werkseröffnung kommendes Jahr
Während derzeit die drei Kessellinien hochgefahren werden, hat die Geschäftsführung der UP Energiewerke bereits die offizielle Inbetriebnahme im Frühjahr 2026 im Blick. Bis dahin werden noch Tests an den Heizkesseln sowie den riesigen Hochdruck-Pufferspeichern, die mit einem Fassungsvermögen von rund 600.000 Litern die Lastspitzen ausgleichen sollen, durchgeführt. Nach Fertigstellung sollen dann jährlich bis zu 100.000 Megawattstunden Wärme erzeugt werden, die im nahegelegenen BMW-Werk 02.40 als Prozesswärme für verschiedene Fertigungsanlagen zur Verfügung gestellt wird.
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Kurzprofil Bayernwerk Natur GmbH
Die Bayernwerk Natur GmbH betreibt über 380 energieeffiziente und regenerative Kraftwerksanlagen für Kunden aus Industrie, Gewerbe und Kommunen. Gemeinsam mit den Kunden plant, errichtet und betreibt das Unternehmen zugeschnittene Lösungen zur Energie- und Wärmeversorgung – für Einzelobjekte bis zu sektorgekoppelten Quartieren und Wärmenetzen. Bei allen Projekten wird auf neueste Technologie mit dem Fokus auf nachhaltige, umweltfreundliche Energieerzeugung und der Nutzung natürlicher Ressourcen vor Ort gesetzt. Die Energielösungen beinhalten u.a. regenerative Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Biomasseheizkraftwerke, Batteriespeicher, sowie Photovoltaik- und Fernwärmeanlagen.
Sitz der Bayernwerk Natur GmbH ist Unterschleißheim. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.