Pressemitteilung —
„Leuchtturmprojekt industrieller Wärmewende“: Biomasseheizwerk Dingolfing feierlich in Betrieb genommen
Dingolfing. Nachhaltig und versorgungssicher in die Zukunft: Die Stadtwerke Dingolfing und die Bayernwerk-Gruppe haben heute ihr neues Biomasse-Heizwerk in unmittelbarer Nachbarschaft zum BMW-Group Werk Dingolfing feierlich in Betrieb genommen. Dadurch wird künftig rund die Hälfte des Heißwasserbedarfs am BMW-Standort aus regionaler Restholzverwertung sichergestellt. Rund zwei Jahre nach der Grundsteinlegung feierten die Vertreter von Stadtwerken, Bayernwerk und der BMW Group gemeinsam mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Markus Söder, MdL, dem Bayerischen Staatsminister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Hubert Aiwanger, MdL, sowie dem Bayerischen Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter, MdL, den offiziellen Akt.
Zündung für 145 Grad heiße Prozesswärme
Der größte Standort der BMW-Group in Europa wird ab heute zu einem großen Teil mit nachhaltiger und regionaler Prozesswärme aus Alt- und Restholz beliefert. Dafür sorgen künftig drei Heizkessel des neuen Biomasseheizwerks Dingolfing, das heute mit einem Festakt offiziell in Betrieb ging. Die bereits zwischen 1998 und 2017 bestehende Partnerschaft zwischen dem Bayernwerk, den Stadtwerken Dingolfing und dem BMW-Group Werk Dingolfing wird damit auf eine neue und zukunftssichere Stufe gehoben. In seiner Festrede sagte der bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder: “Bayern ist die Nr. 1 beim Ausbau Enerneuerbarer Energien. Die Partnerschaft zwischen BMW Group, Stadtwerken und Bayernwerk kann ein Modell für die Industrie in Bayern und ganz Deutschland sein.“ Auch Staatsminister Aiwanger betonte in diesem Zusammenhang: “Ich freue mich über die Inbetriebnahme in Dingolfing, weil man hier sehr klar sieht, welches Potenzial die Holzenergie in Bayern hat. Für einen großen Industriestandort wie BMW ist es entscheidend, dass Wärme bezahlbar und zuverlässig zur Verfügung steht. Heimische, planbare Quellen - wie bei diesem Heizwerk - machen unabhängiger bei der Energieversorgung. Holzenergie ist also nicht nur Theorie, sondern längst eine sinnvolle, praxistaugliche Lösung für unsere Industrie.“
Ilka Horstmeier, Personal- und Immobilienvorständin der BMW Group, betonte: „Dieses Biomasseheizwerk ist nicht nur ein wichtiger Baustein der globalen Energiestrategie der BMW Group. Es zeigt, wie die Energietransformation gelingen kann: partnerschaftlich, verlässlich und mit langfristigem Ansatz. Bayernwerk, Stadtwerke Dingolfing und die BMW Group verbinden hier technische Kompetenz, politischen Rahmen und industrielle Nachfrage zu einer zukunftsfähigen Lösung für die gesamte Region. So wird Klimaschutz konkret – und die Wirtschaft Teil davon.“ Staatsminister Bernreiter ergänzte: “Das Projekt ist in seiner Dimension in Bayern einzigartig und damit ein Leuchtturmprojekt der industriellen Wärmewende. Das neue Biomasseheizkraftwerk leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherung Bayerns als Industriestandort.”
Dezentrale und nachhaltige Energielösung der Zukunft
Den Startschuss für das gemeinsame Projekt gaben die BMW-Group, die Bayernwerk-Gruppe und die Stadtwerke Dingolfing vor etwa drei Jahren mit dem Abschluss eines Versorgungsvertrages. Vereinbart wurde darin eine jährliche Abnahmemenge von bis zu 100.000 Megawattstunden Wärmeenergie, die nun direkt in das werksseitige Wärmenetz eingespeist werden. Bayernwerk-Vorstand Dr. Egon Westphal erklärte in diesem Zusammenhang: „Nachhaltige Energielösungen der Zukunft werden in hohem Maße dezentrale Lösungen sein. So schaffen wir die zwingend notwendige Symbiose aus Klimaneutralität und Wachstumsinnovation. Es geht um ein starkes Bayern. Ein starker Wirtschaftsstandort braucht verlässliche, klimafreundliche Energie.“ Auch Marten Bunnemann, CEO der E.ON Energy Infrastructure Solutions, die an dem Projekt beteiligt ist, erklärte: „Dieses Projekt zeigt in besonderem Maße, wie industrielle Energiewende regional umgesetzt werden kann. Erfolgreiche Dekarbonisierung entsteht nicht durch pauschale Lösungen, sondern durch ein genaues Verständnis der jeweiligen Standortbedingungen. Dingolfing steht für dieses Prinzip: Konkreter Wärmebedarf, regional verfügbare Ressourcen und individuell entwickelte Energieinfrastruktur werden hier zu einer langfristig verlässlichen Lösung zusammengeführt.“
Regionale Energie für einen Global Player
Rund 20.000 Tonnen Kohlendioxid – das ist die Menge an CO2, die gegenüber der bisherigen Wärmeversorgung künftig am Produktionsstandort der BMW Group in Dingolfing eingespart werden soll. Denn die Wärme wird auf Grundlage nachwachsender Rohstoffe erzeugt: Etwa ein Viertel der Biomasse, die in der Anlage verfeuert werden, besteht aus unbehandeltem Restholz wie beispielsweise Verpackungsholz, das direkt aus dem BMW Group Werk kommt und an der Anlage aufbereitet und zerkleinert wird. Der restliche Brennstoff stammt aus der regionalen Forstwirtschaft in circa 60 Kilometern Umkreis. Dieses Holz, in Form von Waldrestholz oder Gipfelholz kann nicht anderweitig verwendet werden und würde alternativ beispielsweise ins Ausland exportiert werden – ein Gewinn für den heimischen Wirtschaftskreislauf, wie auch Dingolfings Bürgermeister Valentin Walk betonte: „Das Projekt zeigt, wie moderne Wirtschaftspolitik auf kommunaler Ebene funktionieren kann: durch Partnerschaften. Genau solche Partnerschaften brauchen wir: pragmatisch, lösungsorientiert und mit Blick nach vorne. Das ist für mich auch ein klares Signal: Dingolfing ist ein zukunftsfähiger, dynamischer Standort, der aktiv an der Transformation der Energieversorgung arbeitet und auch Unternehmen vor Ort bei diesem Prozess unterstützt.“
Anton Heidobler, Diplom-Forstingenieur und Geschäftsführer der BVO GmbH, erklärt in Bezug auf die Nutzung des Waldrestholzes: „Die bayerische Forstwirtschaft steht in den nächsten Jahren durch den fortschreitenden Klimawandel vor immens großen Herausforderungen. Die nadelholzlastigen Waldbestände müssen durch Laubholzanreicherung und Baumartenwechsel in klimastabile Mischbestände überführt werden. Darüber hinaus müssen Jungbestände frühzeitig gepflegt und Mischwuchsregulierung zugunsten klimaresilienter Baumarten vorangetrieben werden. Schon alleine aus dieser Tatsache heraus werden in den nächsten Jahrzehnten sowohl aus regulärer wie auch aus zwangsbedingter Nutzung durch Kalamitäten erhebliche Mengen an Resthölzern anfallen, deren sinnvolle und wirtschaftliche Verwertung im energetischen Bereich liegen wird. Mit dem neuen Heizwerk als Abnehmer behalten wir Wertschöpfung künftig hier vor Ort und haben durch die Nutzung regionaler Biomasse – ökologisch sinnvoll – auch kürzere Transport- und Verwertungswege. Entnommen wird selbstverständlich ganz im Sinne der Nachhaltigkeit nur das, was jährlich in unseren Wäldern wieder nachwächst.“
Energie- und Automobilwirtschaft auf gutem Weg
Mit dem neuen Heizwerk verstärken die Bayernwerk AG und die BMW Group ihre Zusammenarbeit in Bayern. Erst Ende April gaben beide Partner in München den Startschuss für die Testphase der ersten bidirektionalen BMW-Fahrzeuge der neuen Klasse, die künftig im Rahmen des Forschungsprojektes „BDL-Next“ im Netzgebiet der Bayernwerk Netz getestet werden. Zudem wird im Rahmen der Versorgung über das Hoch- und Mittelspannungsnetz neben den BMW Group Werken in Regensburg und Landshut demnächst auch das neue BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen an das Verteilnetz der Bayernwerk Netz angebunden.
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Kurzprofil Bayernwerk AG
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für Energie in Bayern. Die Bayernwerk AG steuert die Unternehmen der Bayernwerk-Gruppe. Gemeinsam mit den Menschen in Bayern gestaltet die Unternehmensgruppe die Energiezukunft im Freistaat aktiv mit und sorgt dafür, dass immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht. Die Bayernwerk-Gruppe setzt sich mit innovativen Lösungen für moderne und sichere Energienetze, Elektromobilität und dezentrale Energieerzeugung ein. Ein starker Fokus liegt darauf, die Bürgerinnen und Bürger in Bayern bei ihrer persönlichen Energiewende zu unterstützen. Die Unternehmen der Bayernwerk-Gruppe fördern Wirtschaftskraft und Lebensqualität in den bayerischen Regionen.
Sitz der Bayernwerk AG ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter des E.ON-Konzerns.