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Brachten die Kommunale Wärmeplanung auf den Weg (v.li.): Projektleiterin Christina Albrecht (Bayernwerk Netz GmbH), Verwaltungsfachwirt Daniel Bohlmann, Bürgermeister Alois Heitzer und Kommunalmanager Hans Seebauer (Bayernwerk Netz).

Pressemitteilung

Wärmeplanung: Arnschwang stellt Weichen für klimaneutrale Versorgung

Arnschwang. Die Gemeinde Arnschwang (Lkr. Cham) packt die Kommunale Wärmeplanung an und hat damit die Bayernwerk Netz GmbH (Regensburg) und das Institut für nachhaltige Energieversorgung (Rosenheim) beauftragt. Die Wärmeplanung für Arnschwang soll aufzeigen, wie der Wärmebedarf in der Gemeinde in Zukunft zunehmend durch erneuerbare Energien gedeckt und langfristig eine klimaneutrale Wärmeversorgung erreicht werden kann.

Der Gesetzgeber verpflichtet Kommunen mit weniger als 100.000 Einwohnern, bis zum 30. Juni 2028 eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) vorzulegen. „Es geht darum, den Bürgerinnen und Bürgern Orientierung zu geben, welche Möglichkeiten für die Wärmeversorgung in Arnschwang künftig bestehen“, sagte Bürgermeister Alois Heitzer bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus. Ziel sei eine praxis- und realitätsnahe Planung, die die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt.

Prioritäten für die Zukunft setzen

Projektleiterin Christina Albrecht von der Bayernwerk Netz GmbH betonte beim Auftaktgespräch: „Niemand muss jetzt zuhause seine Heizung rausreißen.“ Die KWP liefere einen strategischen Fahrplan und setze Prioritäten für die Zukunft: Welche Wärmequelle kommt in welchem Teil des Gemeindegebiets grundsätzlich infrage? Wo könnten sich zentrale Lösungen anbieten, wo eher individuelle Lösungen? „Was davon tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, muss die Gemeinde in einem nächsten Schritt entscheiden“, so Albrecht.

Gebäudetypen, Baualtersklassen, Verbraucher, Erzeuger und mögliche Energiequellen: Mit Unterstützung des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) und der Verwaltung werden die für die Planung erforderlichen Daten zusammengestellt und ausgewertet. Zusätzlich werden relevante Akteure vor Ort eingebunden, um die vorhandenen Informationen zu ergänzen.

Albrecht betonte, dass auch die Beteiligung aller örtlich relevanten Akteure und die Information der Öffentlichkeit ein wichtiger Bestandteil des Wärmeplanungsprozesses seien. Daher gehört eine Bürgerinformationsveranstaltung ebenfalls zu den Aufgaben, die im Rahmen der KWP vorgesehen sind.

Von Biomethan bis Wärmepumpe

Eine Besonderheit in Arnschwang ist die bereits vorhandene Infrastruktur für erneuerbare Energien. Anfang 2026 wurde hier der bislang größte Biogasanlagenverbund im Gasnetz der Bayernwerk Netz GmbH offiziell in Betrieb genommen. Regional erzeugtes Biogas wird dabei zu Biomethan aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist. Im Rahmen der Wärmeplanung werden die vorhandenen Strukturen ebenso betrachtet wie weitere Potenziale für eine zukünftige Wärmeversorgung.

Aufgabe der KWP ist es nach den gesetzlichen Vorgaben allerdings nicht, bereits eine Detailplanung zur technischen Umsetzung und wirtschaftlichen Machbarkeit einzelner Projekte zu liefern oder konkrete Preise für die Wärmelieferung an Endkunden zu ermitteln. „Das wäre nach Abschluss der KWP dann im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die nächste Aufgabe“, erläuterte Albrecht.

Gesetzlicher Rahmen verändert sich

Parallel zur Kommunalen Wärmeplanung verändert sich derzeit der gesetzliche Rahmen für die Wärmeversorgung von Gebäuden. Der Bundestag hat das neue Gebäudemodernisierungsgesetz beschlossen, dies trat am 29. Juli 2026 in Kraft. Es verändert insbesondere die bisherigen Vorgaben für neu eingebaute Heizungen. Der Einbau von Öl- und Gasheizungen bleibt grundsätzlich möglich; gleichzeitig steigen schrittweise die Anforderungen an den Einsatz klimafreundlicher Brennstoffe. Das Ziel der klimaneutralen Wärmeversorgung bis 2045 bleibt bestehen.

Keine Verpflichtung für Hauseigentümer

Für die Kommunale Wärmeplanung bedeutet dies weiterhin: Sie bleibt ein strategisches Planungsinstrument und soll Bürgerinnen und Bürgern Orientierung darüber geben, welche Möglichkeiten für eine zukünftige Wärmeversorgung vor Ort bestehen. Dabei folgt die Wärmeplanung dem Grundsatz der Technologieoffenheit und zeigt verschiedene Versorgungsoptionen auf. Aus dem Wärmeplan selbst ergibt sich keine Verpflichtung für Hauseigentümer, eine bestimmte Heiztechnik einzubauen.

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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH

Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.

Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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