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Der mit insgesamt 12.000 Euro dotierte Bürgerenergiepreis Oberbayern 2026 wurde am Dienstag, 23. Juni, in München verliehen. © Regierung von Oberbayern

Pressemitteilung

Nachahmung unbedingt erbeten: Bürgerenergiepreis für vorbildliche Projekte in Oberbayern verliehen

++ Regierung von Oberbayern und Bayernwerk Netz würdigen bürgerschaftliches Engagement in Pleiskirchen, Altötting, Schleching und Germering ++

München. „Mit Ihrem Engagement zeigen Sie, wie Energieeinsparung, energetische Sanierung und Forschung aus der Mitte der Gesellschaft konkret in der Praxis gestaltet und gelebt werden“, sagt Oberbayerns Regierungspräsident Dr. Konrad Schober. Zusammen mit Markus Leczycki, Leiter Kommunalmanagement der Bayernwerk Netz GmbH, hat er in München bereits zum neunten Mal den mit insgesamt 12.000 Euro dotierten Bürgerenergiepreis Oberbayern verliehen. Preisträgerinnen und Preisträger in diesem Jahr sind die Nachwuchsforscherinnen Helene Schneider aus Pleiskirchen, Magdalena Treutler und Maria Shevchenko aus Altötting (Landkreis Altötting), die Yvonne & Thomas Wilde Familienstiftung aus Schleching (Landkreis Traunstein) sowie der TSV Unterpfaffenhofen-Germering (Landkreis Fürstenfeldbruck).

Markus Leczycki vom Bayernwerk sagte bei der Preisverleihung: „Ich bin jedes Jahr aufs Neue überrascht über die Vielfalt an Bewerbungen für den Bürgerenergiepreis. Kreativ, pragmatisch, lösungsorientiert: Menschen, Vereine, Institutionen begeistern uns immer wieder mit ihren Projekten. Es ist daher nur logisch, dass wir ihnen mit dem Bürgerenergiepreis eine Bühne bieten – verbunden mit dem Appell an die Bevölkerung: Bitte nach-machen!“. Ähnlich sah das Regierungspräsident Dr. Konrad Schober: „Wir brauchen solche Vorbilder, Menschen die nicht nur Probleme sehen, sondern dafür auch praxistaugliche Lösungen finden.“

Junge Forscherinnen entwickeln Baustoff aus Pilzmyzel

Mit dem Bürgerenergiepreis 2026 unterstützen die Bayernwerk Netz und die Regierung von Oberbayern die Arbeit der Nachwuchsforscherinnen Helene Schneider, Magdalena Treutler und Maria Shevchenko. Sie erforschen die Herstellung und die Eigenschaften des Wurzelnetzwerks eines Pilzes (Myzel), ein umweltfreundliches Material, welches als Alter-native zu herkömmlichen Dämm- und Baustoffen im Fokus steht. Der Werkstoff wird ausschließlich aus nachhaltigen Rohstoffen und Abfallprodukten wie Kaffeesatz, Holzspänen oder Algen hergestellt. Das Pilzmyzel dient dabei als natürliches Bindemittel – ganz ohne chemische Zusätze. Nach seiner Verwendung kann der natürliche Werkstoff bedenkenlos kompostiert und so in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden. Die Nachwuchsforscherinnen sind überzeugt, dass ihr myzelbasierter Werkstoff auch hinsichtlich seiner bauphysikalischen Eigenschaften eine wettbewerbsfähige Alternative darstellen könne. Das eröffne neue Perspektiven für ressourcenschonendes und klimagerechtes Bauen. Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Im nächsten Schritt arbeiten die Schülerinnen daran, ein optimiertes Substrat für das Wachstum des Pilzmyzels zu identifizieren und weiterzuentwickeln. Die Jury sagt: „Mit ihrem Projekt zeigen die jungen Forscherinnen eindrucksvoll, wie wissenschaftlicher Forschergeist, Klimaschutz und gesellschaftliches Engagement bereits im Schulalter zusammenspielen können – und warum ihre Arbeit eine besondere Anerkennung im Rahmen des Bürgerenergiepreises verdient.“

Denkmalschutz trifft Klimaschutz: Modellprojekt Berggasthof Streichen

Für die beispielhafte Verbindung von Denkmalschutz, bürgerschaftlichem Engagement und innovativer Energietechnik ist die Yvonne & Thomas Wilde Familienstiftung für die Sanierung des historischen Berggasthofes Streichen in Schleching mit dem Bürgerenergiepreis 2026 ausgezeichnet worden. Der rund 600 Jahre alte Berggasthof, der Ende Juni dieses Jahres wiedereröffnet wird, wurde über drei Jahre denkmalgerecht instandgesetzt und zugleich energetisch zukunftsfähig. Herzstück ist eine vollintegrierte Photovoltaikanlage, die optisch an die traditionellen Blechdächer der Region erinnert und sich denkmalgerecht in das historische Erscheinungsbild einfügt. Für die Wärmeversorgung setzen die Bauherren auf eine CO₂ neutrale Hackschnitzelheizung. So werden sowohl Energiekosten als auch der CO₂ Ausstoß deutlich reduziert. „Der Berggasthof Streichen entwickelt sich damit zu einem Best Practice Projekt für Bayern, das überregionale Strahlkraft entfalten kann. Es zeigt, dass auch in sensiblen, historisch wertvollen Gebäuden klimagerechte Lösungen möglich und notwendig sind“, heißt es in der Begründung der Jury.

Sportverein setzt Maßstäbe für Energieeffizienz

Für die konsequente energetische Modernisierung des vereinseigenen Sportzentrums geht der Bürgerenergiepreis an den TSV Unterpfaffenhofen Germering. Mit erneuerbaren Energien, intelligenter Gebäudetechnik und digitaler Steuerung zeigt der Verein beispielhaft, wie auch gemeinnützige Einrichtungen aktiv zur Energiewende beitragen können, ist die Jury überzeugt. Eine PV-Anlage auf den Dachflächen deckt einen signifikanten Teil des Strombedarfs des Sportzentrums. Der erzeugte Strom versorgt unter anderem Lüftungsanlagen, Beleuchtung und Kühltechnik. Die Sportgaststätte ist mit einer modernen Kälteanlage ausgestattet, die über ein integriertes Wärmerückgewinnungssystem verfügt. Die bei der Kühlung entstehende Abwärme – thermische Energie, die sonst ungenutzt verloren ginge – wird für die Warmwasserbereitung in Küche und Sanitärbereichen genutzt. Zudem hat der Verein die Beleuchtung im gesamten Sportzentrum vollständig auf LED-Technik umgestellt, was den Stromverbrauch deutlich senkt. Obendrein ermöglicht es die Digitalisierung der Gebäudetechnik, Energieflüsse gezielt zu steuern, unnötige Laufzeiten zu vermeiden und Störungen frühzeitig zu erkennen.

Jetzt bewerben für den Bürgerenergiepreis 2027

Der Bürgerenergiepreis wird in den Regierungsbezirken Oberbayern, Niederbayern, Unterfranken, Oberfranken und in der Oberpfalz verliehen. Jährlich werden in jedem Regierungsbezirk Preisträgerinnen und Preisträger ausgezeichnet, die sich in vorbildlicher Weise für das Gelingen der Energiewende engagieren. Die Bewerbungen für den Bürgerenergiepreis können das ganze Jahr über eingereicht werden. Der Bewerbungsbogen ist im Internet zu finden.

Teilnehmen können Vereine, Kindergärten, Schulen, aber auch Privatpersonen.

Videos zu den bisherigen Siegern sind auf dem YouTube-Kanal von Bayernwerk zu finden.

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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH

Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.

Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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