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Projektleiter Tobias Eckardt und Kommunalbetreuer Ralf Schwarz vom Bayernwerk überreichten den Wärmeplan an Ludwig Nagel, Mitarbeiter der Verwaltung sowie an den Energiebeirat Hemhofen mit seinem Vorsitzenden Roland Dubois.

Pressemitteilung

"Realistische Optionen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung"

Hemhofen. Die Gemeinde Hemhofen (Lkr. Erlangen-Höchstadt) hat die Kommunale Wärmeplanung abgeschlossen. Projektleiter Tobias Eckardt von der Bayernwerk Netz GmbH überreichte den Abschlussbericht im Rathaus an Ludwig Nagel, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter des Hemhofener Energiebeirates. Die Wärmeplanung für Hemhofen zeigt auf, wie der Wärmebedarf in der Gemeinde in Zukunft durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.

„Mit der kommunalen Wärmeplanung erhält Hemhofen erstmals einen strategischen Gesamtüberblick über den heutigen Wärmeverbrauch, die vorhandenen Infrastrukturen und die realistischen Optionen für eine zukunftsfähige Wärmeversorgung“, erklärte Projektleiter Tobias Eckardt (Bayernwerk Netz). „Der Plan schafft Transparenz, Orientierung und Planungssicherheit – für Kommune, Bürgerinnen und Bürger sowie für lokale Akteure.“

Die Bayernwerk Netz GmbH hatte Anfang 2025 zusammen mit dem Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) aus Rosenheim nach einem Beschluss des Gemeinderats mit der Erstellung der Wärmeplanung begonnen. Sie zeigt nun, wie Hemhofen seine Wärmeversorgung schrittweise klimaneutral gestalten kann und liefert dafür eine sachlich fundierte und praxisnahe Entscheidungsgrundlage.

„Auch unabhängig von der übergeordneten Wärmeplanung haben wir in Hemhofen schon immer kontinuierlich ein Energieeinsparungen in unseren Liegenschaften und fortschrittlichen Lösungen zur kosteneffizienten und umweltgerechten Deckung des Bedarfs gearbeitet“, so Ludwig Nagel, der bei der Übergabe des Abschlussberichts noch amtierender Bürgermeister war.

Maßgeschneiderte Planung für Hemhofen

Die kommunale Wärmeplanung wurde über einen Zeitraum von elf Monaten erarbeitet. Grundlage bildeten eine umfassende Bestands- und Potenzialanalyse, eine Energie- und Treibhausgasbilanz nach der BISKO-Systematik sowie eine breite Akteurs- und Öffentlichkeitsbeteiligung. Insgesamt fanden 21 Jour-fixe-Termine, zwei Gemeinderatssitzungen, eine Auftakt- und eine Bürgerinformationsveranstaltung statt.

Die Analyse zeigt: Rund 55 Prozent des Endenergieverbrauchs in Hemhofen entfallen auf den Wärmesektor. Aktuell wird der Wärmebedarf noch überwiegend durch fossile Energieträger gedeckt, vor allem durch Heizöl und Erdgas. Gleichzeitig verfügt die Gemeinde über relevante Potenziale für erneuerbare Wärme, insbesondere durch Umweltwärme (Wärmepumpen), Solarthermie, Biomasse sowie den gezielten Ausbau von Wärmenetzen.

„Alle Ausbaumaßnahmen – auch die dezentralen Umrüstungen und Modernisierungen – erfordern viel Kompetenz und erhebliche finanzielle Mittel. Beim Know-how sowie bei der Umsetzung des Maßnahmenkataloges aus der Kommunalen Wärmeplanung kann der Energiebeirat Bürger und Gemeindeverwaltung, insbesondere auch den kommunalen Gebäude-Energiemanager, gerne aktiv unterstützen. Die Aufbringung der Finanzmittel und die unternehmerische Entscheidung, ob und - wenn ja - welche Maßnahmen umgesetzt werden, bleibt immer bei den jeweiligen Akteuren“, fasst der Energiebeiratsvorsitzende Dr. Roland Dubois zusammen.

Orientierung – keine Verpflichtung

Der kommunale Wärmeplan selbst entfaltet keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung. Er dient vielmehr als strategisches Instrument und Orientierungshilfe. Konkrete Entscheidungen – etwa zum Ausbau von Wärmenetzen oder zur Umsetzung einzelner Maßnahmen – bleiben weiterhin Sache der Kommune und der Gebäudeeigentümer.

„Wichtig ist uns: Der Wärmeplan schreibt niemandem eine bestimmte Heiztechnik vor“, betont Kommunalbetreuer Ralf Schwarz (Bayernwerk Netz). „Er zeigt Wege auf, informiert transparent über Möglichkeiten und schafft eine belastbare Grundlage für die nächsten Schritte.“

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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH

Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.

Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.

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    „Die Kommunale Wärmeplanung bietet die Chance, vielfältig verfügbare Daten und Lösungsvorschläge z