Pressemitteilung -
"Technische Innovation und regionale Stärke miteinander verbinden"
Kasendorf. Die Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf (Lkr. Kulmbach) packt die Kommunale Wärmeplanung an und hat damit die Bayernwerk Netz GmbH (Regensburg) und das Institut für nachhaltige Energieversorgung (Rosenheim) beauftragt. Die Wärmeplanung soll aufzeigen, wie der Wärmebedarf in Kasendorf und Wonsees in Zukunft durch erneuerbare Energien gedeckt werden kann, um eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen.
Der Bürgermeister des Marktes Kasendorf, Norbert Groß, betonte bei der Auftaktveranstaltung im Rathaus die Bedeutung eines wirtschaftlich tragfähigen Ansatzes: „Als langjähriger Unternehmer und Kommunalpolitiker ist mir ein vorausschauendes, wirtschaftlich solides Vorgehen wichtig. Die Kommunale Wärmeplanung bietet uns die Chance, technische Innovation und regionale Stärke zu verbinden – etwa durch nachhaltige Versorgungskonzepte, die sowohl für unsere Bürgerinnen und Bürger als auch für lokale Betriebe tragfähig sind. Auf dieser Grundlage können wir Klima- und Energieschutz mit praktischen Lösungen vor Ort verknüpfen.“
Bezahlbare Lösungen für die Wärmeversorgung
Auch der Markt Wonsees sieht in der Kommunalen Wärmeplanung ein praxisnahes Instrument für die Zukunft. Bürgermeister Andreas Pöhner unterstreicht: „Unsere Gemeinde zeichnet sich durch ein starkes Miteinander und eine hohe Identifikation der Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Heimatort aus. Vor diesem Hintergrund ist die Wärmeplanung für uns kein theoretisches Papier, sondern ein praktisches Instrument, mit dem wir prüfen, ob die vom Gesetzgeber eingeforderte Untersuchung möglicherweise zukunftsfähige, bezahlbare Lösungen für die Wärmeversorgung entwickeln kann.“
Die Marktgemeinden Kasendorf und Wonsees verfügen derzeit über keine flächendeckenden Wärmenetze; die Wärmeversorgung erfolgt überwiegend dezentral. Ein abgeschlossenes kommunales Wärme- oder Energienutzungskonzept liegt bislang nicht vor.
Kommunen unter 100.000 Einwohner müssen bis zum 30. Juni 2028 eine Kommunale Wärmeplanung (KWP) vorlegen. Mit deren Erstellung hat die Verwaltungsgemeinschaft Kasendorf die Bayernwerk Netz GmbH und das Institut für nachhaltige Energieversorgung (INEV) beauftragt.
„Niemand muss jetzt zuhause seine Heizung rausreißen!“: Projektleiter Tobias Eckardt von der Bayernwerk Netz betonte beim Auftaktgespräch im Rathaus Kasendorf, die KWP liefere einen Fahrplan für konkrete Maßnahmen und setze Prioritäten für die Zukunft: Welche Wärmequelle macht in welchem Teil der beiden Märkte Sinn? „Was davon tatsächlich in die Tat umgesetzt wird, muss der jeweilige Marktgemeinderat in einem nächsten Schritt entscheiden“, so Eckardt.
Informationen für die Bürgerinnen und Bürger
Außerdem betonte er, eine kontinuierliche Beteiligung der Öffentlichkeit sei von zentraler Bedeutung. Daher gehört auch die Organisation einer Bürgerinformationsveranstaltung zu den Aufgaben, die auf der Agenda der KWP stehen.
Aufgabe der KWP ist es nach den gesetzlichen Vorgaben nicht, eine Detailplanung zur technischen Umsetzung und zur wirtschaftlichen Machbarkeit zu liefern, oder gar fixe Preise für die Wärmelieferung an Endkunden. „Das wäre nach Abschluss der KWP dann im Rahmen einer Machbarkeitsstudie die nächste Aufgabe“, so Eckardt.
Unabhängig von der KWP gilt seit der Novelle des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) für Kommunen in der Größenordnung von Kasendorf und Wonsees, dass neue Gas- oder Ölheizungen für den Gebäudebestand ab dem 1. Juli 2028 nur zulässig sind, wenn sie zu 65 Prozent mit Erneuerbaren Energien betrieben werden. Bei Neubauten gilt die 65-Prozent-Regel sofort.
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Kurzprofil Bayernwerk Netz GmbH
Seit mehr als 100 Jahren steht der Name Bayernwerk für eine sichere und zuverlässige Energieversorgung im Freistaat. Die Bayernwerk Netz GmbH nimmt dabei als Netzbetreiber eine Schlüsselrolle ein. Damit jetzt und in Zukunft immer mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zur Verfügung steht, braucht es ein modernes, intelligentes Stromnetz. Deshalb setzt das Unternehmen auf Digitalisierung und Innovation, unterstützt zahlreiche wissenschaftliche Projekte und arbeitet systematisch am Ausbau der Energienetze. Die Bayernwerk Netz GmbH versorgt insgesamt rund sieben Millionen Menschen mit Energie. Sie ist in den bayerischen Regionen Unter- und Oberfranken, Oberpfalz sowie Nieder- und Oberbayern aktiv und damit der größte regionale Verteilnetzbetreiber in Bayern: Das Stromnetz umfasst 156.000 Kilometer, sein Gasnetz 6.000 Kilometer und das Straßenbeleuchtungsnetz 34.600 Kilometer. Bilanziell verteilt das Unternehmen in den Energienetzen zu 96 Prozent elektrische Energie aus erneuerbaren Quellen. Dafür sorgen mehr als 1 Million dezentrale Erzeugungsanlagen, die auf das Netz des Bayernwerks wirken und Ökostrom einspeisen. In Nord- und Ostbayern versorgt das Unternehmen Kunden auch über sein Erdgasnetz. Die Bayernwerk Netz GmbH ist an mehr als 20 Standorten im Land präsent.
Sitz der Bayernwerk Netz GmbH ist Regensburg. Das Unternehmen ist eine 100-prozentige Tochter der Bayernwerk AG.